Mutterliebe: Die Beziehung zur Mutter

Survival-Guide Frau: Die Mutter
Wie lieben wir die Frage: "Bleibst du zum Essen, Junge?"

Keine liebt Sie bedingungsloser – und keine kann Sie maßloser nerven. Im wahrsten Sinne ist sie die Frau Ihres Lebens. Grund genug, die letzte Folge dieser Partnerschaftsserie Ihrer Mutter zu widmen. So optimieren Sie Ihr Verhältnis zur Frau Mama

Egal wie alt ein Mann ist, stets bleibt er Kind – für seine Mutti. Sie sagt, dass er sich eine warme  Jacke anziehen soll, wenn's kalt ist. Oder dass er zum Arzt muss, sobald die Nase läuft. Weil Mütter nun mal so sind. Die Konflikte aus der Pubertät gehören zum Glück der Vergangenheit an. Dafür entstehen im Laufe der Jahre allerdings neue Probleme, beispielsweise dann, wenn die Mutter nicht
loslassen kann.

Die entscheidende Frage dabei ist: Kann man ein guter Sohn sein, ohne zu einem Muttersöhnchen zu mutieren? Ja, man kann. Das ist an dieser Stelle wichtig zu wissen. Denn ein Mann will seine Mutter zwar brauchen dürfen, möchte jedoch keinesfalls von ihr abhängig sein. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Survival-Guide Frau: Die Mutter
Türsteherin: Nehmen Sie ihr rasch die Koffer ab, sonst zieht sie die Mundwinkel nach unten

Konfliktlösung: Kritische Momente zwischen Mutter und Mann

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die einen Sohn zur Weißglut bringen. Wir erklären, wie Sie bei einer Überdosis Mama richtig reagieren

Das ProblemFrau Mama hat kaum den Koffer abgestellt, da formen ihre Lippen auch schon die bittersüßen Worte: Ü-b-e-r-r-a-s-c-h-u-n-g, ich bleibe noch v-i-e-e-e-l länger als geplant!
Die Lösung Wie, Sie haben die Tür schon geöffnet? Also Plan B: lächeln, umarmen, küssen. Im Ernst: Natürlich freuen Sie sich, dass Mama da ist. Doch das gibt ihr natürlich nicht das Recht zu entscheiden, was Sie mit Ihrer Zeit anfangen. Viele Mütter vergessen, dass ihr Sohn eine eigene Zeitplanung hat. "Wenn es Ihnen nicht passt, dass sie länger bleibt als verabredet, sollten Sie ihr höflich sagen, dass es leider nicht geht", sagt Familientherapeutin Dr. Petra Thorn aus Mörfelden. Das schieben Sie besser nicht lange hinaus, aber Sie sollten nicht schon in der Diele damit herausplatzen. Und natürlich sind Sie ihr behilflich, die Rückreise zu organisieren – oder ein gutes Hotel.

Das Problem Sie können bereits am Klingeln erkennen, dass es Ihre Mutter ist, die anruft. Schon allein das Geräusch lässt Ihre Augenlider zucken – denn sie ruft beinahe täglich an.
Die Lösung "Das ist ein typischer Fall aus der Praxis", so die Expertin. "Oft sind vor allem die Partnerinnen genervt, etwa, wenn der Anruf stets während des Abendessens kommt." Sie sollten sich trauen, Ihrer Mutter mitzuteilen, dass Sie grundsätzlich erst nach dem Essen telefonieren möchten – und das auch nicht jeden Tag. "Und daran müssen Sie sich dann konsequent halten", so Thorn. Denn solange Sie rangehen, zeigen Sie Ihrer Mutter, dass Sie ihre Anrufe akzeptieren. Notfalls muss Frau Mama eben auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen. Und dann entscheiden Sie selbst, ob und wann Sie zurückrufen.
 
Das Problem Sie fühlen sich in Ihrem eigenen Zuhause wie in einem Hotel. Denn wenn die Mutti zu Besuch ist, kocht, putzt, wäscht und bügelt sie zumeist drauflos, ohne zu fragen.
Die Lösung (Falls Sie sich jetzt fragen, wo hier das Problem liegt, überspringen Sie diesen Punkt, Sie Schluffi!) Wenn Sie diese imaginäre Nabelschnur zur Fremdversorgung kappen wollen, lassen Sie Mutti nie alleine zu Hause. "Manche Frauen haben Angst, dass ihr Sohn allein nicht klarkommt. Sie haben Probleme loszulassen", erklärt die Familientherapeutin. Sie haben zwei Möglichkeiten: Schrubben Sie Ihre Wohnung so gründlich, dass es für Ihre Mutter keinen Grund mehr gibt, den Feudel zu schwingen (das ist aber nahezu unmöglich). Oder reden Sie Klartext. Sagen Sie dabei allerdings nicht, dass Sie ihre Hilfe nicht wollen. Vermitteln Sie ihr, dass Sie allein zurechtkommen möchten – und vor allem, dass Sie beide die Zeit zusammen besser nutzen können.

Sind Sie vielleicht ein Muttersöhnchen?
Muttersöhnchen-Alarm: Vorsicht, wenn das Herz nur für die Mami schlägt

Beziehungen: Sind Sie vielleicht ein Muttersöhnchen?

Eine Antwort auf diese Frage gibt Ihnen der Heidelberger Ratgeberautor Roland Kopp-Wichmann ("Frauen wollen erwachsene Männer", Kreuz-Verlag, zirka 9 Euro). Und einen Ausweg aus diesem Dilemma(ma) zeigt er Ihnen in diesem Interview auch

Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch zum Thema Muttersöhnchen zu schreiben?
Man schreibt am besten über die Dinge, bei denen man sich gut auskennt. Ich bin selbst betroffen – nein, ich war es.

Was sind denn die Merkmale eines Muttersöhnchens?
Der Kontakt zu seiner Mutter ist entweder viel zu intensiv oder ganz abgebrochen – etwa, weil sie ihm ständig Vorhaltungen gemacht und er sich dann in die Kontaktlosigkeit geflüchtet hat. Typisch ist auch: Die Partnerin fühlt sich als Mutter, die sich
um ihren Mann kümmern soll. Muttersöhnchen sind schnell gekränkt, vertragen Kritik nicht gut, haben oft Probleme beim Sex. Folge ist nicht selten eine Affäre – das aufregende Leben eines Fremdgängers reizt ihn.

Und wie wird ein Mann zu einem Muttersöhnchen?
Betroffenen Männern haben als Kinder oft männliche Vorbilder gefehlt, durch die sie erkennen, dass Männer sich ganz anders
verhalten als Frauen. Ein Vater sollte physisch und emotional für seinen Sohn da sein. Hinzu kommt, dass Jungen schon im Kindergarten, aber auch später in der Schule oft vor allem von Frauen umgeben sind. Da gibt’s zu wenig männliche Vorbilder.

Inwieweit liegt es auch an der Mutter, wenn sie ein unselbstständiges Kind hat?
Ich finde, eine Mutter tut ihrem Kind nichts Gutes, wenn sie es übermäßig verwöhnt, beschützt und von der männlichen Welt fernzuhalten versucht, wenn sie ihren Sohn, etwa im Fall einer Trennung, nicht zum Vater lässt.

Woran merkt ein Mann, dass ihn dieses Problem betrifft?
Die Betroffenen spüren oft kein Problem, aber die Umgebung merkt es schnell. Vor allem die Partnerin beklagt einen Mangel an Echtheit, Männlichkeit, Nähe.

Beziehungsprobleme sind also die logische Folge?

Ja. Muttersöhnchen halten oft einen auffallend engen Kontakt zu ihrer Mutter – und sie finden das auch normal. Diese Männer stehen so zwischen zwei Frauen: Bei Konflikten werden sie sich meistens heraushalten oder im Zweifel für ihre Mutter Partei ergreifen. Das führt über kurz oder lang zu Beziehungskrisen.

Muss der Mann sich von der Mutter lösen, wenn er seine Beziehung retten will?
Unbedingt! Die Ablösung muss vor allem innerlich stattfinden, die äußere Ablösung ist dann die Folge. Es geht ja oft mehr um das verinnerlichte Bild der Mutter, das der Mann in sich trägt. So kann man auch dann noch ein Muttersöhnchen sein, wenn die Mutter längst tot ist.

Wie schaffen es betroffene Männer, sich endgültig von ihrer Mutter zu lösen?
Lässt die Mutter den Sohn nicht los, bekommt dies auch die Schwiegertochter zu spüren: Die Frau an der Seite des Sohnes wird als Rivalin wahrgenommen und bekämpft oder ignoriert. Hier muss der Mann eindeutig Stellung beziehen – für seine Partnerin und gegen die Mutter. Das wird dieser nicht gefallen, aber eine Ablösung geht notwendigerweise immer mit Konflikten und Verletzungen einher.

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Alte Schachtel: Typisch, voller oller Erinnerungen

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Muss Mama in die Andenkenkiste gucken, um was von Ihnen zu haben, läuft etwas falsch. So bleiben Sie präsent – und ein braver Junge

Einzelkind: "Wenn Sie und Ihre Mutter sich emotional nahe stehen, geben Sie ihr ruhig regelmäßig Updates von Ihrem Leben", rät Familientherapeutin Thorn. Vor allem dann, wenn Sie nicht mehr in derselben Stadt wohnen. Und erst recht, wenn Sie inzwischen eine eigene Familie gegründet haben. Und noch viel mehr, wenn Sie ihr einziger Spross sind.

Sorgenkind: Kratzen Sie bei Gesprächen nicht nur an der Oberfläche. Sofern Ihr Verhältnis gut genug ist, sollten Sie Ihre Mutter wissen lassen, wenn Sie etwas auf dem Herzen haben. Normalerweise merkt sie sowieso, wenn mit Ihnen was nicht stimmt. Dann liegt sie Ihnen entweder unentwegt mit Nachfragen in den Ohren. Oder sie hat, wie das bei Müttern oft so ist, einen überraschend guten Rat parat.

Christkind: Es gibt bestimmte Tage, an denen Mütter einfach erwarten dürfen, dass ihr Sohn an sie denkt. Und dies zeigen sie meist auch ganz deutlich. Wenn Sie nun beispielsweise der Meinung sind, dass der Muttertag nur eine kommerzielle Erfindung der Blumenhändler ist, dann boykottieren Sie von uns aus eben die Blumen, aber bitte nicht Ihre Frau Mama!
Ebenso wichtig: Weihnachten zusammen verbringen und Geburtstage gemeinsam feiern, den Ihrer Mama und, falls möglich, auch Ihren eigenen. Denn Ihre Geburt war mit ziemlicher Sicherheit der emotionalste Tag im Leben Ihrer Mutter. Na klar, wir wissen, dass es mit Mama auch mal anstrengend werden kann. Aber hier geht es um 4 von 365 Tagen im Jahr. Und das bekommen wir doch alle hin, oder?

Männer mögen Muttis Küche
67 Prozent der Männer lassen sich gerne von Mama bekochen

Nachgefragt: Wie ist eigentlich Ihr Verhältnis zu Mama?

Eine aktuelle Online-Umfrage auf MensHealth.de verrät, wie Männer zu ihrer Mutter stehen

67% lassen sich noch immer gern ab und zu von Mama bekochen, und bei 51% erledigt sie das Bügeln

45% freuen sich auf die gemeinsame Zeit bei Besuchen

43% der Männer streiten öfter mit ihrer Mutter, 27% zoffen sich dagegen eher mit dem Vater

46% würden zusammen mit ihrer Mutter in den Urlaub fahren

41% der Befragten haben das Gefühl, dass ihre Mutter klammert

42% nervt es, dass Mama wegen Unordnung nörgelt, 16% gehen ihre Anrufe auf den Zeiger

17% der Männer geben an, dass ihre Mutter Tränen vergießt, wenn sie beim Streit keine Argumente mehr hat

45% vertrauen Sorgen lieber ihrer Mama an, zum Papa gehen nur 9%

45% fühlen sich ab und zu von ihrer Mutter bevormundet

50%telefonieren pro Woche 2- bis 3-mal mit ihren Eltern

57% haben das Gefühl, ihrer Mutter was zu schulden

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Miesepetra: Schnell in Deckung – gleich kommt die Standpauke

Generationen: "Sieht ja aus wie Oma!"

Sie werden Papa, und Ihre Mama kriegt einen Enkel. So kommt es nicht zu Generationenkonflikten

1. Regel: Die Eltern stellen die Regeln auf
"Nicht die Großeltern bestimmen, wo es langgeht", sagt Familientherapeutin Thorn. Wenn Oma meint, bei der Erziehung laufe was falsch, hat sie aber das Recht, etwas zu sagen. Immerhin hat sie viel Erfahrung. Seien Sie offen für Vorschläge. Wenn Ihnen was gegen den Strich geht, sprechen Sie es an. Wichtig: "Verfallen Sie beim Diskutieren nicht in ein Eltern-Kind-Schema, begegnen Sie sich auf Augenhöhe."

2. Regel: Die Großmutter darf mitspielen
Kinder erfahren von ihr viel über die Familie. Jeder Enkel hört gern, dass Papa früher auch nicht immer lieb war. Und Studien zufolge haben Kinder, die regelmäßig von Großeltern betreut werden, einen größeren Wortschatz, bessere Noten und ein gutes Sozialverhalten.

3. Regel:Oma ist kein Gratis-Babysitter
Okay, irgendwie ist sie es doch. Genau deshalb darf sie nicht das Gefühl bekommen, dass sie ausgenutzt wird. Gewöhnen Sie sich an den Gedanken, dass Oma auch mal keine Zeit hat.

4. Regel: Geschenke werden abgesprochen
Zum einen, damit das Kind nichts doppelt bekommt. Zum anderen, damit es keine Dinge bekommt, die Ihnen den letzten Nerv rauben. Diese Regel hat aber nicht nur für Sie Vorteile. Thorn: "Oma möchte sicher nicht, dass sie nur gemocht wird, weil sie Geschenke bringt."

5. Regel: Küsschen nur, wenn sie gewollt sind
Und: Oma darf auch nicht ihr Taschentuch mit Spucke anfeuchten, um dem Enkelkind damit die Mundwinkel sauber zu wischen. Basta!

Die Extremform von Mutter: Schwiegermutter
Zähmen Sie den Schwiegerdrachen!

Schwägerschaft: Die Extremform von Mutter: Schwiegermutter

 

"Du bist einfach nicht gut genug für meine Tochter!"
Heißt eigentlich: Du bist nicht gut genug für mich. Tja, wer
ist das schon? Gehen Sie davon aus, dass sie gar nicht Sie persönlich meint. Vermutlich liegt das Problem in der Beziehung zu ihrer Tochter. Es ist wichtig, dass Sie sich nicht verbiegen. Was bringt es Ihnen, wenn Sie am Ende dem Drachen gefallen, aber der Prinzessin nicht mehr?

"Wann werde ich denn nun endlich Großmutter?"
Heißt eigentlich: Steht nicht rum, ab ins Bett, macht mich glücklich! Wenn Sie sich unter Druck setzen lassen, haben Sie bald nicht mal mehr Sex. Bloß keine Kondome liegen lassen!

"Ich will doch wirklich nur das Beste für euch beide!"

Heißt eigentlich: Ohne mich kommt ihr gar nicht klar. Diese Frau gibt ständig ungefragt ihre Meinung ab, mischt sich in alles ein? Vorsicht, denn das ist die Vorstufe zur Bevormundung! Im Extremfall folgen Überwachung und Kontrolle. Passen Sie auch auf, wenn sie Ihnen ihre Hilfe anbietet – dann nämlich stehen Sie schon bald in ihrer Schuld.

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