Volkskrankheit : So schützen Sie sich vor einer Fettleber

Die Fettleber gilt als Vorstufe von Krankheiten wie Hepatitis oder Leberzirrhose.
Mehr als ein Viertel aller Deutschen hat eine (nicht-alkoholische-) Fettleber. Sie gilt als Vorstufe von Krankheiten wie Hepatitis oder Leberzirrhose.

Immer mehr Männer leiden unter einer Fettleber – und sogar Schlanke kann es treffen. Hier erfahren Sie alles über die Volkskrankheit Fettleber: So entsteht sie, so gefährlich ist sie – und so wehren Sie sich

In diesem Artikel:

Die Deutschen sind kein Volk von Säufern, auch wenn sie gern Bier trinken. Leberverfettung ist dennoch ein Thema: „In Deutschland sind geschätzt 30 bis 40 Prozent der Erwachsenen betroffen“, so der Münchener Ernährungswissenschaftler Dr. Nicolai Worm, Autor des Buches „Volkskrankheit Fettleber“ (Systemed, um 17 Euro). Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch Sie sich eine Fettleber heranzüchten, nicht klein. Höchste Zeit, sich zu informieren – sonst ist Ihr Leben in Gefahr!

Was ist eine Fettleber genau?

Wie der Name bereits sagt, handelt es sich bei dieser Erkrankung um eine Verfettung des Organs. Die Fettleber – medizinisch "Steatosis hepatis" genannt – entsteht demnach durch die Einlagerung von Fett in der Leber. Dieses Fett setzt sich in Form von Fettvakuolen in der Leber ab. Auch wenn sich eine Fettleber zurückbilden kann, sollten Sie die Erkrankung nicht unterschätzen. Denn die Fettleber gilt als die Vorstufe von Krankheiten wie Hepatitis oder Leberzirrhose.

Wir klären Sie hier über die Volkskrankheit, dessen Ursachen und Symptome auf und sagen Ihnen, wie Sie sich schützen können: Angefangen von einer gesunden Ernährung, bis hin zum Abnehmen, denn auch Übergewicht zählt zu den Gründen einer Fettleber.

Falsches Food: Nicht das Trinken ist Schuld, eher das viele Essen
Die Ursachen einer Fettleber liegen häufig nicht nur im zu starken Alkoholkonsum

Junk-Food vs. Alkohol: Die Ursachen einer Fettleber

Lange wurde die Verfettung der Leber praktisch nur bei den Menschen diagnostiziert, die zu viel Alkohol trinken. Die Fettleber-Ursachen liegen aber auch in der falschen Ernährung.

Hier geht es um die so genannte nicht-alkoholische Fettleber (nach dem englischen Begriff non-alcoholic fatty liver disease, abgekürzt NAFLD), deren Ursache in der Entgleisung des Stoffwechsels liegt, zumeist ausgelöst durch falsche Ernährung. Zu den Aufgaben der Leber gehört nämlich nicht nur die Entgiftung des Blutes. Sie stellt außerdem sicher, dass für die Zellen stets alle gerade benötigen Nährstoffe bereitstehen. Deshalb hat auch eine gesunde Leber immer eine kleine Menge Fett vorrätig. Wenn Sie jedoch zu lange zu schnell zu viel essen, kommt eine Kettenreaktion in Gang, die dazu führt, dass der Körper mehr als die natürlich vorgesehene Menge Fett einlagert. Von einer Verfettung des Organs sprechen die Mediziner dann, wenn mehr als 5 Prozent der Leberzellen sichtbar Fett eingelagert haben. Bei einer ausgewachsenen Fettleber sind es sogar 50 Prozent aller Zellen oder noch mehr. Lange wurde die Verfettung der Leber praktisch nur bei den Menschen diagnostiziert, die zu viel Alkohol trinken. Die Ursachen einer Fettleber liegen aber auch in der falschen Ernährung.

Mögliche Fettleber-Ursachen auf einen Blick:
  • Zu viel Alkohol
  • Zu viel Junk-Food (schlechte Ernährung)
  • Längere Hungerperioden
  • Zu starker Gewichtsverlust
  • Langfristige Zuckerinfusionen (z.B. bei Bauchspeicheldrüsen-Defekten)
  • Bestimmte Medikamenten (u.a. Steroide)
Drama Diagnose: Eine Fettleber verursacht fast keine Symptome
Druckgefühle im Oberbauch können erste Symptome einer Fettleber sein

Drama Diagnose: Die Symptome einer Fettleber

Ihre Leber kann geradezu im Fett ersticken, aber Sie merken nichts – das Organ empfindet nämlich keinen Schmerz. Erst eine bereits stark vergrößerte Leber macht sich manchmal durch Druckgefühle im Oberbauch bemerkbar. (Tut es in diesem Bereich heftig weh, sind es meist wandernde Gallensteine – völlig andere Baustelle.) Eine belastete Leber kann sich zwar auch durch Müdigkeit bemerkbar machen – aber wer führt schon ein derart entspanntes Leben, dass für die Mattheit nicht zig andere Gründe in Frage kommen könnten? Bevor die Leber nicht irreversibel geschädigt ist, treten praktisch keine Symptome auf. Eine rechtzeitige Diagnose fällt deshalb schwer.

Die Fettleber ist zwar auf dem Ultraschallbild erkennbar, aber sehr spät: „Erst wenn deutlich mehr als 10 Prozent der Zellen Fett eingelagert haben“, ergänzt Worm. Exaktere bildgebende Verfahren sind derart aufwendig und teuer, dass sie nur in Studien zum Einsatz kommen. Sehr genau wäre auch eine Biopsie, also eine Gewebeentnahme. Solche einschneidenden Eingriffe nimmt allerdings niemand ohne begründeten Verdacht vor – häufig müde zu sein, ist allein kein ausreichendes Indiz. Zum Glück zeigt inzwischen eine Fülle von Studien, dass der Arzt der Verfettung auch durch Kombina­tion verschiedener Blutwerte auf die Schliche kommen kann.

Fette Falle: Aus krank kann bald schon lebensbedrohlich werden
Eine verfettete Leber leidet auf vielerlei Weise. Häufig kommt es zu einer Entzündung. Deren mögliche Folgen sind immer die gleichen, ob nun Fett, Viren, Alkohol oder andere Gifte dahinterstecken: Kann sie nicht eingedämmt werden, verliert immer mehr Lebergewebe seine Funktion und vernarbt – man nennt das Fibrose und später Zirrhose. Aus dem fibrinösen Gewebe kann sich dann ein Tumor entwickeln. Aber selbst wenn das nicht geschieht: Eine zirrhotische Leber kann ihre Aufgaben irgendwann nicht mehr wahrnehmen, und ohne Transplantation war’s das dann. Doch so bestürzend diese Aussichten auch sein mögen: Die Verfettung Ihrer Leber bringt Ihr Leben schon lange vorher ernsthaft in Gefahr, denn sie erhöht drastisch das Risiko von Diabetes, Infarkten und Schlaganfällen.

Die Verfettung der Leber hat nicht nur mit der Wampe zutun
Auch schlanke Menschen kann es treffen, denn die Verfettung der Leber hat nicht nur mit einer Wampe zutun

Secret Speck: Gefahr durch Fettablagerungen im Körper

Nicht nur dicke Menschen haben Fettlebern. Auch rund 15 Prozent der Schlanken leiden darunter. Grund dafür sind Fettablagerungen im Körper und genetisch bedingte Ursachen.

Forscher nennen Betroffene Tofis (von thin outside, fat inside – also außen dünn, innen fett). Deren oft schlechte Blutfettwerte stellten die Ärzte bislang vor Rätsel – erst jetzt klären sich die Zusammenhänge langsam auf. Die Wurzel der Leberverfettung liegt in der Frage, wie der Körper mit den überschüssigen Kalorien umgeht. Manche Menschen können viel Fett genau dort parken, wo es hingehört, nämlich unter der Haut. Auch wenn die auf diese Art entstehenden Speckrollen Ihre Flirtchancen am Strand nicht gerade verbessern: Für Ihre Leber ist das vermutlich ein Vorteil. Bei diesen Menschen sind trotz des deutlichen Übergewichts die Blutwerte häufig okay, ihre Risiken, an Diabetes zu erkranken oder einen Infarkt zu erleiden, sind nicht erhöht. Doch bei Menschen, deren Körper das Fett nicht in der Unterhaut speichern kann, landet es häufig in Geweben, die damit nicht umgehen können. Man spricht von ektopem (verirrtem) Fett. Am Anfang ist nur die Leber betroffen, später aber fast alle anderen Organe des Körpers, Gehirn und Knochen inbegriffen. Das verirrte Fett legt die Zellen lahm und kann sie sogar abtöten. 

Gestörte Gefässe: Das Fett irrt im Körper gefährlich herum
Das Fett wird zur Gefahr, wenn der Körper nicht weiß, wohin damit. Eine Speckschicht wäre ein prima Ort – doch diese ist ein höchst aktives Gewebe und muss deshalb gut durchblutet sein. Wer aber über längere Zeit richtig üppig futtert, zwingt die Fettzellen dazu, sehr schnell zu wachsen und sich zu vermehren – unter Umständen kommen da die Blutgefäße nicht mit. Dann werden die Zellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, senden Alarmbotschaften aus, die eine Entzündung anfachen und damit das Gefäßwachstum anregen. „Durch die Entzündung verringert sich zudem die Empfindlichkeit der Zellen für das Hormon Insulin“, erklärt Experte Worm. Das funktioniert wie ein Schlüssel, ohne den dann kein neues Fett in die dafür vorgesehenen Zellen gelangen kann. So vagabundiert es im Körper herum und lagert sich woanders ab – vor allem in der Leber.

Wann es dazu kommt, ist individuell verschieden und auch genetisch bedingt. Fakt ist: Bei Männern geht das Fett schneller auf Abwege. Wie immer Ihre Figur ansonsten aussieht: Ein nach vorn gewölbter Bauch ist ein Alarmsignal! Die Kugel deutet darauf hin, dass sich Fett in der Bauchhöhle angesammelt hat – dann ist praktisch immer auch die Leber verfettet. Und versuchen Sie nicht, alles nur auf die Gene zu schieben – eine entscheidende Rolle spielt auch der Lebensstil. So beeinflussen zahlreiche Faktoren, ob eine Entzündung lediglich aufflackert oder gleich hochlodert – beispielsweise, ob Sie mit Nährstoffen wie Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren gut versorgt sind. Aber auch Stress und schlechter Schlaf fachen den Prozess an. Entscheidend sind letztlich zwei Fragen: Wie viel Bewegung bekommen Ihre Muskeln und woher stammen die Kalorien, die Sie futtern?

Killer Kohlenhydrate: In erster Linie ist Glucose das Problem
Über zu viele Kohlenhydrate, die unter anderem in Brot stecken, freut sich Ihre Leber nicht.

Killer Glucose: Kohlenhydrate bedingen Fettleber

Verantwortlich für die Fettleber sind letztlich vor allem Kohlenhydrate, von denen die meisten heutzutage (zu)viele zu sich nehmen.

Es wirkt zwar wie ein Widerspruch, doch klar wird der Zusammenhang, wenn Sie sich die Rolle des Insulins anschauen: Wenn Sie essen, landen erst mal alle verwertbaren Kohlenhydrate als einzelne Glucose-Moleküle im Blut. Mit Hilfe des Insulins werden sie in Zellen geschleust. Das muss schnell gehen, sonst schädigt der Zucker die Gefäße. Damit die Glucose Vorfahrt hat, bremst das Insulin die Fettverwertung. In den Zellen wird die Glucose dann entweder gleich für die Energiegewinnung genutzt oder in den Leber- und Muskelzellen gelagert. Diese Speicher sind allerdings begrenzt, denn Glucose ist nur ein Joker für intensive Anstrengungen. Wenn es diese nicht gibt, Sie also ein bequemes Leben führen, aber trotzdem reichlich Kohlenhydrate essen, sind die Speicher voll. Dadurch werden zunächst Ihre Muskelzellen unempfindlicher für Insulin – sie halten sozusagen die Tür geschlossen. Um den überschüssigen Zucker trotzdem los-zuwerden, wird mehr Insulin ausgeschüttet. Und in der Tat verschwindet die Glucose aus dem Blut – aber wohin?

Eine Studie der Yale University zeigt: In dieser Stoffwechsellage, der Insulinresistenz, wird die Glucose in der Leber zu Fett umgebaut. Häufig sind in dieser Situa­tion aber auch die Türen der Fettzellen dicht. Was dann passiert, kennen Sie bereits: Das Fett muss in der Leber gelagert werden oder landet über den Blutkreislauf in anderen Geweben. Dabei löst es dann an den Gefäßen Entzündungen aus, die an der Innenseite der Adern Arte­rio­skle­rose fördern können. Sind’s Herzkranzgefäße, die dicht machen, kommt es zu einem Infarkt, sind Arterien im Gehirn betroffen, erleiden Sie einen Schlaganfall. Die Diabetes-Gefahr nimmt ebenfalls zu: Mit fortschreitender Verfettung werden auch Bauchspeicheldrüse und Leber insulinresistent, sie sind dann kaum mehr zu regulieren – und der Zuckerstoffwechsel entgleist so immer mehr. Wenn dann selbst ungeheure Insulinmengen nicht mehr reichen, um Glucose aus dem Blut zu schaffen, ist der Diabetes offenkundig.

Sagen Sie der Fettleber den Kampf an: Abnehmen, Bewegung und eine gesunde Ernährung bringen Sie ans Ziel
Sagen Sie der Fettleber den Kampf an: Abnehmen, Bewegung und eine gesunde Ernährung bringen Sie ans Ziel

Abnehmen, Bewegung & Co.: So beugen Sie der Fettleber vor

Vor allem durchs Abnehmen können Sie eine Fettleber vorbeugen. Aber auch ein leichter Lebensstil, das heißt mehr Sport und weniger Zucker, gelten als Vorsorge.

Die Leber kann wieder genesen, wenn Sie abnehmen. Sie müssen gar nicht warten, bis Ihre Figur wieder strandtauglich ist. Untersuchungen der University of Newcastle haben gezeigt, dass man auch ohne großen Gewichtsverlust die Leber schnell und effektiv entfetten kann: durch Fasten. Die Probanden (alles Diabetiker) nahmen täglich 600 Kalorien in Form von Pulver-Shakes ein, zusätzlich 200 Kalorien über Gemüse mit etwas Dip – und verloren auf die Weise schon in der ersten Woche 30 Prozent des Leberfettes. Sofort besserten sich sowohl die Blutfett- als auch die Blutzuckerwerte. Im weiteren Verlauf regenerierten sich sogar tot geglaubte Bauchspeicheldrüsenzellen wieder.

„Der Schlüssel zu dieser  Entwicklung, die zuerst nach Magenopera­tio­nen beobachtet wurde, ist die drastisch gesenkte Energiezufuhr“, sagt Experte Worm. Noch besser ist es, wenn die täglich erlaubten 800 Kalorien möglichst wenig Kohlenhydrate, dafür aber ausreichend Protein enthalten: „Sonst wird zu viel Muskel- masse abgebaut." Wenn Sie viel Übergewicht mit sich herumschleppen, reichen 2 Wochen Fasten allerdings meistens nicht, um Muskeln und Fettgewebe für Insulin wieder empfindlich zu machen. Das bedeutet: Wenn Sie Ihren Stoffwechsel nicht wieder auf die schiefe Bahn bringen wollen, müssen Sie entweder öfter fasten, deutlich abnehmen oder Ihr Leben ein bisschen anders gestalten – vor allem aktiver.

Mehr Sport und weniger Zucker als Vorsorge

Um zu verhindern, dass Ihre Leber nach einer solchen Fastenkur wieder verfettet, versuchen Sie es am besten mit einer Doppelstrategie:

  1. Bewegung steigern.
    Mehr Ausdauertraining ist gut, mehr Krafttraining noch besser. Denn je mehr Muskelmasse Sie haben, desto mehr Blutzucker können Sie speichern. Zudem verbrauchen dickere Muckis bei jeder Bewegung mehr Energie. Studien zeigen: Selbst bei bereits insulinresistenten Menschen verbessert jeder  Ausbruch an Aktivität die aktuelle Lage, und der Effekt hält für den Rest des Tages an. 
  2. Insulinbedarf senken.
    Essen Sie so, dass der Körper mit geringeren Mengen des Hormons auskommt. Fahren Sie die Kohlenhydratzufuhr runter und verschaffen Sie dem Stoffwechsel in der Nacht so viel Entlastung wie möglich. Nach dem Abendessen nichts mehr zuführen, vor allem keine Kohlenhydrate (also auch kein Bier, keine Apfelschnitze). Etwa 4 Stunden nach dem letzten Happen (die Sie selig verschlafen) beginnt das heilsame Minifasten bis zur ersten Mahlzeit des neuen Tages. Steigern Sie den  Effekt, indem Sie kohlenhydratarm zu Abend essen oder (falls frühstücken nicht Ihr Ding ist) die Insulinpause bis zum Morgen ausdehnen. Auch Kaffee ohne Milch und Zucker macht den Effekt nicht zunichte. So halten Sie Ihren Stoffwechsel in der Spur – und die Leber fit.
Regel Nr. 1: Verzichten Sie auf Alkohol!
Regel Nr. 1: Verzichten Sie auf Alkohol!

Die richtige Ernährung bei einer Fettleber

Nun wissen Sie, wie Sie einer Fettleber vorbeugen können. Aber was ist zutun, wenn Sie bereits an einer Fettleber erkrankt sind? Zunächst gilt: Kein Grund zur Panik! Die Fettleber ist im Prinzip eine gutartige Krankheit. Erst wenn die Ursachen, die zur Leberschädigung geführt haben, nicht rechtzeitig beseitigt werden, kann sie zu einer ernsten Gefahr werden und im schlimmsten Falle zu einer Leberzirrhose oder Hepatits führen. Andernfalls kann sich eine Leberverfettung in der Regel sogar komplett zurück bilden. Hier ein paar Tipps, welche Ernährung zur Rückbildung einer Fettleber beitragen kann:

  1. Alkohol adé!  
    Falls Sie an einer Fettleber leiden, sollten Sie auf Alkohol komplett verzichten.  
  2. Trinken Sie viel Wasser!
    Die Grundvoraussetzung für eine ausgewogene und gesunde Ernährung liegt darin, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen: Mindestens zwei Liter am Tag. Zu empfehlen ist herkömmliches Mineralwasser oder Tee. Obst- oder Gemüsesäfte sollten nur verdünnt getrunken werden.
  3. Setzen Sie auf Vollkornprodukte
    Wenn Sie die Wahl zwischen Vollkornbrot oder Weißbrot haben, dann entscheiden Sie sich am besten für Ersteres und verzichten Sie auf schnell verdauliche Zucker, die zum Beispiel in Weißbrot, Kuchen oder Süßigkeiten stecken.
  4. Obst und Gemüse: Die Vitamin-Bombe
    Ganz nach dem Motto: "One apple a day, keeps the doctor away", sollten Sie bei Obst und Gemüse zugreifen, denn diese enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Schon gewusst? Um solche wertvollen Stoffe beim Kochen nicht zu verlieren, empfiehlt es sich, das Gemüse nur kurz zu garen oder dünsten. 
  5. Eiweiß, Eiweiß, Eiweiß!
    Eiweißhaltige Nahrungsmittel sind besonders hilfreich, um die Fettleber zu bekämpfen. Hart gekochte Eier, (Mager-)Quark, Joghurt oder Käse sind die idealen Eiweißlieferanten. Aber vorsicht: Greifen Sie lieber nicht zu sehr fetthaltigen Käsesorten und verzichten Sie auf das meist fettige Spiegelei oder Rührei mit Speck. 

Generell gilt: Verzichten Sie auf eine (zu) fettreiche Ernährung. Auch sollten Sie darauf achten nicht zu viele Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, sondern eher einer eiweiß-basierten Ernährung – mit viel frischem Obst und Gemüse – nachzugehen. 

Die Kombination macht's: Blut-, Blutzucker, und Leberwerte, sowie der Fatty-Liver-Index können eine Fettleber diagnostizieren.
Erst ausgeprägt ist mit Ultraschall Leberverfettung erkennbar – genauere Verfahren sind meist zu aufwendig.

Medizinischer Check-Up: So erkennen Sie eine Fettleber

Vielleicht reicht es bald, einen einzigen Blutwert zu messen, um eine Fettleber zu erkennen. Bis dahin muss Ihr Arzt noch mehrere Werte erheben und richtig kombinieren. Ein Check-Überblick.

1. Klassische Blutwerte erheben
Für einen aussagekräftigen Hinweis auf den Zustand des Stoffwechsels brauchen Sie zwei Blutwerte, die Ihr Arzt womöglich sogar schon bei einem Check-up erhoben hat: die Triglyceride (freie Fette) und das „gute“ HDL-Cholesterin. Dann rechnen Sie: Triglyceridwert geteilt durch den HDL-Wert. Das Ergebnis sollte kleiner als 2 sein. Deutlich höhere Werte (bei Männern ab 3,5, bei Frauen ab 2,5) sind typisch für eine Insulinresistenz – damit auch für eine Fettleber und ein erhöhtes Risiko von Diabetes und Herzinfarkt.

2. Blutzuckerwerte messen
Meist wird der Nüchternwert gemessen, der jedoch reagiert als Letzter auffällig. Das Ergebnis – zumeist angegeben in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) – wird aussagekräftiger, wenn Sie zugleich den Insulingehalt im Blut erheben lassen. Dieser wird als Tausendstel einer Standardeinheit (mU für Milli-Unit) pro Milliliter angegeben. Sie multiplizieren den Glucose- mit dem Insulinwert und teilen das Ergebnis durch 405. Werte größer als 2 deuten dabei  auf eine Insulinresistenz hin. Diabetiker liegen bei 5.

3. Typische Leberwerte analysieren
Es gibt 3 Blutwerte, die auf eine Schädigung der Leberzellen hindeuten. Auf dem Laborzettel finden Sie dafür die Abkürzungen GPT, GOT und GGT. Doch diese Werte sind nicht immer verlässlich: Auch wenn sie unauffällig erscheinen, kann die Leber verfettet oder sogar schon entzündet sein. Erhöhte Werte sind aber auf jeden Falle ein Anlass zu prüfen, ob eine Fettleber vorliegt. Zudem ist der GGT-Wertim Rahmen einer Rechenformel aussagekräftig, dem so genannten Fatty-Liver-Index (siehe 4.).

4. Fatty-Liver-Index (FLI) errechnen
Für den FLI gibt es auf der Internet-Seite des Instituts, das ihn entwickelt hat, eine Berechnungsmöglichkeit. Unter www.fegato.it klicken Sie das orangefarbene Feld (fatty liver index calculator) an und öffnen die Tabelle. Sie benötigen diese Werte, die maximal 6 Monate alt sein dürfen: Bauchumfang, BMI, Triglyceride und GGT. Geben Sie die in die gelben Felder ein. Nach dem dann folgenden Klick wird Ihr FLI angezeigt. Ab dem Wert 30 könnte bei Ihnen eine Fett­leber vorliegen, ab 60 ist die Wahrscheinlichkeit hoch.

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