Mit Pauke ohne Trompete: Nikolas Mareske (38) aus Gelsenkirchen

Nikolas Mareske (38) aus Gelsenkirchen
Nikolas Mareske nahm 50 Kilo ab

Vor 5 Jahren nahm der Orchestermusiker satte 50 Kilo ab. Brauchte er in dieser Zeit mal einen Motivationsschub, warf er einfach einen Blick auf die Men’s-Health-Models

Wellenreiten ist nichts für Läufer. Geht zu sehr auf die Schilddrüse. Verstehen Sie nicht? Dann passen Sie auf. Vor fünf Jahren präsentierte Nikolas Mareske den Men’s-Health-Redakteuren seine viel zu weiten Hosen. Durch Ernäh­rungsumstellung und Sport, vor allem Laufen, hatte er 50 Kilo abgenommen – von 120 auf 70.

Das Schwerste am Abnehmen aber ist das Schlankbleiben. Das schafft nicht jeder. Niko schaffte es. Von dem bulligen Würfel, der er im Jahr 2000 war, ist er weit entfernt. Und das ist nach seiner Tour de Force ein Wunder. Andere hätten womöglich den Sport aufgegeben, sich mit dem Übergewicht arrangiert. Nicht Niko. Aber von Anfang an: Das Ganze begann im Sommer 2001 in Südfrankreich, kurz nach dem Artikel in Men’s Health („Das Fett ist weg“ – April-Heft 2001). Bei einem Surfkurs holte er sich Blasen an beiden Füßen, surfte aber weiter. Leider war das Wasser dort mit Streptokokken verseucht. Bald schwollen seine Füße auf das Doppelte an – Blutvergiftung! Niko musste operiert werden.

Den Berlin-Marathon im Herbst 2001 lief er trotzdem. „Ganz langsam und mit Lö­chern in den Fü­ßen.“ Beim Hamburg-Marathon im Jahr darauf trat er wieder an. Bei Kilometer 18 bekam er heftige Halsschmerzen. Er beendete den Lauf in respektablen 3:40 Stunden, war aber nicht mehr der Alte. Fortan schleppte er sich krank durchs Leben. Die Streptokokken hatten nur auf ihre Zeit gewartet. Sie befielen nach und nach die Schwachstellen in seinem Körper – zerstörten fast die Schilddrüse, setzten sich in einer Verletzung im Knie fest. Ein Jahr war Niko ständig müde, hatte Entzündungen im Körper. Aber er kämpfte sich mit Hilfe einer Heilpraktikerin zurück an Deck. Seit einiger Zeit läuft er wieder Halbmarathons und peilt nun die 42,195 Kilometer an.

„Mein Traum ist New York. Ich bin da schon einmal gelaufen, aber nur durch den Central Park. Als wir mit dem Orchester dort gespielt haben, hatte ich die Laufschuhe natürlich dabei.“ Die nimmt der Berufspauker immer mit, wenn er auf Rei­sen geht. Dort, wo andere wandern oder mit Tourenbussen herumfahren, schnürt er seine Laufschuhe. Hält sein Gewicht, zeigt sich der Welt – und bleibt auf Abstand zu Surfbrettern.

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