Laufen ohne Ende: Rolf Zehnpfennig (41) aus Köln

Rolf Zehnpfennig (41) aus Köln
Rolf Zehnpfennig läuft Marathon

Der Künstler-Agent lief 2003 im Paceteam von Men’s Health den ersten Marathon seines Lebens. Seitdem ist er nicht mehr zu stoppen

Nicht alle Wege lassen sich zu Fuß schaffen. Zum Beispiel die Strecke Köln-Malta-Paris. Die muss Rolf Zehnpfennig in letzter Zeit häufiger bewältigen. Die Arbeit für seine Künstler-Agentur treibt ihn in die unterschiedlichsten Städte, oft wacht er dreimal in der Woche in einem anderen Land auf. Das schränkt auch die Möglichkeit, Sport zu treiben, extrem ein.

„Mein Job beschäftigt mich 12 bis 16 Stunden am Tag. Da ist es schwierig, regelmäßig Sport in den Alltag zu integrieren“, erzählt er. Und doch sollte es irgendwann mehr sein als das Fitness-Studio sowie ab und an eine Partie Badminton. „Einer meiner Freunde macht Triathlon, der hat den Gedanken gesät. Ich wollte zunächst mit nur einer Disziplin anfangen.“ Als er dann Anfang 2003 in Men’s Health den Aufruf las, sich für das Paceteam und eine Teilnahme am Münchener Medien-Marathon zu bewerben, war für ihn der rich­tige Moment da.

„Der Gedanke, ins Münchner Olympiastadion einzulaufen, hatte etwas extrem Motivierendes. Ich wollte meine Premiere in München laufen.“ Beworben hatte sich Rolf für die Kategorie „Noch nie gelaufen, Hauptsache ankommen“. Als er dann die Zusage erhielt, fragte er doch seinen Kumpel, in welcher Zeit er seinen ersten Marathon gelaufen sei. „Der sagte etwas von knapp über 4 Stunden, und ich dachte: Puh, klasse!“

Rolf ließ eine Leistungsdiagnose stellen und begann mit dem Training, jedoch erst im August. Der Marathon war für den 12. Oktober angesetzt. Dann wurde er krank, konnte zwei Wochen lang nicht trainieren. Trotzdem trat er im Herbst mit einem klaren Ziel an: „Ich wollte nicht nur ankommen, ich wollte unter vier Stunden laufen.“ Er trainierte meist abends, nach 20 Uhr, 6-mal in der Woche. In München trug ihn die Welle der Begeisterung eine Zeit lang auf einem Kurs unter 3:30 Stunden. Am Ende kam eine 3:52:57 heraus.

„Ich ging eine Extra-Runde durchs Stadion, sagte danke für all diese Momente, die nur auf Grund eurer Entscheidung, mich ins Paceteam aufzunehmen, zu Stande gekommen waren.“ Mittlerweile läuft Rolf ohne Paceteam, das Buch „Die schönsten Marathonstrecken der Welt“ liegt auf seinem Tisch. Ziel: jedes Jahr ein großer Lauf. Nur die Strecke Köln-Malta muss er weiterhin fliegen.

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