Tätowierungen: Tattoos sicher entfernen

Tattoos zu entfernen kostet viel Geld und Geduld
Tattoos zu entfernen kostet viel Geld und Geduld

Tattoo stechen zu lassen, tut weh – es sich entfernen zu lassen, sogar noch viel mehr. Men’s Health erklärt Ihnen, wie Sie blöde Motive wieder loswerden

Tribal oder Totenkopf? Tätowierungen sind  ein Ausdruck von Individualität und Persönlichkeit. Als kleine Kunstwerke zieren sie den Körper — und das möglichst lebenslang. Einer Studie der Universität Bochum zufolge trug 2014 rund ein Viertel aller Deutschen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren ein Tattoo. Doch was tun, wenn das Tribal am Auge nicht zu dem neuen Arbeitgeber passt? Da hilft nur der Rat eines Spezialisten. „Glücklicherweise gibt es mittlerweile sehr gute Möglichkeiten, unerwünschte Tätowierungen zu entfernen“, sagt  Dr. Matthias Bonczkowitz, Dermatologe und Laser-Experte aus Kelkheim. Hier finden Sie die beste Methode, um verhassten Kunstwerken ein für alle Mal Lebewohl zu sagen.

Erst in den 1980er-Jahren wurden Tattoos gesellschaftsfähig. Auch dank des US-Künstlers Don Ed Hardy entwickelten sich die einstmals angsteinflößenden Körperbemalungen zur angesehenen Kunstform, Tattoo-Studios vermehrten sich so schnell wie heutzutage hippe Cafés in Szenevierteln. Zur selben Zeit revolutionierte das Aufkommen der Lasertechnik die Entfernung dieser Kunstwerke: Erstmals war’s möglich, unerwünschte Kreationen ohne Narbenbildung zu beseitigen. Der Bedarf ist hoch — wenn die anfängliche Euphorie für das Motiv schwindet oder sich die Lebensumstände ändern, kann sich eine Tätowierung rasch zum lästigen Stigma entwickeln. „Rund 10 Prozent aller Tätowierten in Deutschland spielen mit dem Gedanken, sich ein Motiv entfernen zu lassen“, berichtet  Experte Bonczkowitz. Der Altersdurchschnitt des Personenkreises liegt bei 30 bis 35 Jahren. 

Lasern ist die erfolgreichste Methode bei der Tattoo-Entfernung. „Besonders schonend ist die Behandlung mit dem extrem leistungsstarken Pikosekundenlaser“, so Bonczkowitz. Dabei handelt es sich um die derzeit empfehlenswerteste Methode, die Technik erzielt die mit Abstand besten Erfolge: Durch sehr kurze, hochenergetische Impulse werden dabei die Farbpigmente in der Haut zerstört. Die Überreste baut der Körper vollständig ab, und die Nebenwirkungen der Behandlung sind gering. „Im Gegensatz zu operativen Methoden, wie dem Abschälen und Abschleifen des Tattoos, oder der Anwendung von Milchsäure, erzielt die Behandlung per Laser zudem sehr gute kosmetische Resultate“, so der Dermatologe. Von der Behandlung mit Milchsäure rät der Experte dagegen unter allen Umständen ab: Das Ergebnis falle häufig inakzeptabel aus, unschöne Narben könnten zurückbleiben.

Wer mit einem misslungenen Motiv unzufrieden ist, grundsätzlich aber noch immer auf Tattoos steht, kann sich alternativ zu der Laserbehandlung auch erneut unter die Nadel legen und sich ein Tattoo-Cover-up verpassen lassen: Profi-Tätowierer schaffen dann aus ungeliebter Körperbemalung neue Kunstwerke. 

Tattoo-Entfernung erfordert Zeit — mit einem einzigen Besuch beim Dermatologen ist die Sache in keinem Fall abgehandelt. „Je nach Art und Farbe des gestochenen Motivs sind zwischen 6 und 10 Sitzungen nötig, bis das Tattoo komplett entfernt ist“, erklärt der Experte. Darüber hinaus sollten zwischen einzelnen Sitzungen durchschnittlich jeweils 6 Wochen liegen. In den ersten Tagen nach einer Behandlung ist es wichtig, den Bereich zu schonen und mit Wund- und Heilsalbe zu pflegen, ähnlich wie nach dem Stechen eines Motivs. „Sonst drohen Wundinfektionen und Narben“, warnt Dermatologe Bonczkowitz.

Tätowierungen, die mit schwarzer Farbe gestochen wurden, lassen sich am einfachsten und schnellsten entfernen. Auch Blau, Grün und Rot zählen zu den Farbtönen, die sich gut beseitigen lassen. Hartnäckige Vertreter sind Motive, die mit Weiß, Gelb oder Orange gestochen wurden. „Sie haben mehr Pigmente, die unter der Haut feiner verteilt sind“, erläutert der Dermatologe. Außerdem absorbieren sie das Laserlicht weniger gut, weil sie hell sind. Als äußerst zäh erweisen sich außerdem doppelt gestochene Tattoos.

Wer sich am Ende für die Laserbehandlung entscheidet, muss tief in die Tasche greifen. Bei 150 bis 250 Euro pro Behandlung sind Gesamtkosten im vierstelligen Bereich keine Seltenheit. Wie viel unter dem Strich für die Entfernung der einst heiß ersehnten Körperkunst tatsächlich anfällt, hängt natürlich von der Größe des Tattoo-Motivs und demzufolge von der Anzahl der benötigten Sitzungen ab.

Qualität hat ihren Preis. Bei den genannten Summen fällt es allerdings schwer, manchem  Dumpingangebot nicht zu verfallen. Die sind jedoch mit Vorsicht zu genießen — unter den Anbietern finden sich viele schwarze Schafe. Deren Behandlungen sind zwar unschlagbar günstig, dafür aber weit entfernt von einem professionellen Standard. Bonczkowitz: „Das Problem dabei ist, dass es keinerlei spezieller Zulassung bedarf, um Tattoos entfernen zu dürfen.“ Angelesenes Halbwissen und der Besitz des Equipments reichen dafür fast schon aus. „Aus diesem Grund empfehle ich allen, sich Tattoos ausschließlich von Dermatologen mit entsprechender Zusatzzertifizierung entfernen zu lassen.“ Adressen finden Sie im Netz auf der Seite der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (DDL) unter wwwddl.de.

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