Wie Frauen abnehmen: Frauen-Diäten im Check

Diät: So machen es die Frauen
Gemeinsam auf Traummaße

Die meisten Diäten, mit denen Frauen abnehmen, sind zum Scheitern verurteilt. Was können wir uns trotzdem abschauen?

Diäten sind besonders bei Frauen beliebt, aber warum sollten nicht auch Sie vor dem strengen Ernährungsplan des anderen Geschlehcts profitieren? Wir verraten Ihnen, was Sie sich aus Frauen-Diäten abgucken können

1. BRIGITTE-DIÄT – Der Klassiker

Ausgewogen, abwechslungsreich und lecker – was will man mehr? Die „Brigitte“-Diät wird heute durch mehrere Varianten ergänzt, etwa für Vegetarierinnen. Die klassische Version (www.brigitte.de/diaet) bietet Ernährungspläne für vier Wochen, dazu gibt’s eine Einkaufsliste. Man kann die Rezepte aber auch selbst kombinieren. Seit kurzem kann man fünf der Gerichte tiefgekühlt als Fertigware kaufen. Die Ernährungspläne basieren auf 1200 Kalorien täglich, verteilt auf maximal fünf Mahlzeiten.

Unsere Bewertung: Männerfeindlich

Starre Kalorienvorgaben sind der Haken vieler Diäten. Manche nehmen so kaum ab, weil es zu viele Kalorien sind. Für andere sind es so wenig, dass ihr Körper den Stoffwechsel stark herunterfährt. Für die meisten Männer sind 1200 Kalorien deutlich zu wenig.
Abgucken: Holen Sie sich bei den Rezepten der „Brigitte“-Diät Inspirationen für leckere, gesunde Gerichte und Snacks mit wenig Kalorien. Und lernen Sie selbst zu kochen – ansonsten sind Sie immer auf das angewiesen, was andere Menschen Ihnen vorsetzen.

2. FORMULA-DIÄTEN – fast wie fasten

Dahinter verbergen sich Pülverchen, die man mit Wasser oder Milch anrührt und an Stelle einer Mahlzeit einnimmt. Die bekanntesten Formula-Diäten sind von Slimfast, Herbalife und almased. Der Nährstoffgehalt ist überwiegend gesetzlich festgelegt, deswegen kann man beliebig viele Mahlzeiten durch die Shakes, Cremes oder Suppen ersetzen. Wer nichts anderes isst, nimmt täglich weniger als 1000 Kalorien zu sich. Ohne ärztliche Begleitung sollen diese Diäten nicht länger als 3 Wochen dauern.

Unsere Bewertung: keine Erfolgsformel

Der Misserfolg ist programmiert, denn künstliche Shakes machen oft Lust auf echtes Essen. Wenn Sie keine neue Ernährungsweise einüben, fallen Sie nach der Diät zurück in „dicke“ Gewohnheiten, aber mit größerer Gier. Da nach der künstlichen Hungersnot auch noch der Stoffwechsel lahmer ist (hält Monate an!), sind Sie bald dicker denn je.
Abgucken: Wenn fasten, dann richtig – am besten mit einer Strategie für ein gesünderes Leben danach. Der radikale Schnitt kann helfen, mit alten Gewohnheiten zu brechen.

3. KOHLSUPPE, KARTOFFELN & CO.– Allein gegen den Speck

Es gibt kaum ein Lebensmittel, dessen Name noch nicht an das Wort Diät gekoppelt wurde und das dann kurz Karriere machte. Die magische Kohlsuppen-Diät ist dagegen nicht totzukriegen. Sie hat angeblich keine Kalorien und verbrennt umso mehr Fett, je mehr man davon isst. Wie bei allen anderen XY-Diäten gibt es strenge Regeln, was zusätzlich erlaubt ist, und die Kalorienzufuhr ist stark eingeschränkt. Die Diäten dauern meistens fünf bis zehn Tage, pro Tag soll man mindestens ein Pfund Gewicht verlieren.

Unsere Bewertung: Alles, nur das nicht!

Je einseitiger eine Diät ist, desto kürzer hält man durch. Eine Wampe wird man aber nicht in zehn Tagen los. Außerdem bestehen nach radikalen Kurzdiäten fehlende Pfunde vor allem aus Wasser und Muskeln. Auch diese Diäten bremsen den Stoffwechsel.
Abgucken: Achten Sie auf Nahrungsmittel, die wie Kohlsuppe viel Wasser und Ballaststoffe enthalten. Das macht sie schwer und voluminös, und dadurch sättigen sie gut. Aus diesem Grund: zulangen bei Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten!

4. BLUTGRUPPENDIÄT – Die Folgen der Evolution

Nach der Idee des US-amerikanischen Naturheilkundlers Peter D’Adamo bestimmen die Blutgruppen, was für den Träger bekömmlich ist. Falsche Lebensmittel sollen zur Verklumpung der roten Blutkörperchen führen. Seine Ernährungsempfehlungen leitet D’Adamo her aus der Zeit, als sich die Blutgruppen angeblich entwickelt haben. Die Kernthese lautet: Wer sich an die für seine Blutgruppe erlaubten Nahrungsmittel hält, der wird abnehmen – und zwar ohne dass er auf die Kalorien achten muss.

Unsere Bewertung: Fantasie statt Fakten

Manche der Ideen, die D’Adamo aufgreift, werden zwar tatsächlich in der Forschung untersucht. Doch so, wie er sie zusammenrührt, entbehren sie jeder wissenschaftlichen Grundlage. Wer sich strikt an die erlaubten Lebensmittel seiner Blutgruppe hält – was kaum zu schaffen ist –, wird deswegen abnehmen, weil er kaum noch etwas essen kann.
Abgucken: Lassen Sie sich auch von seriösen Ratgebern nicht vorschreiben, etwas zu essen, was Sie nicht vertragen. Was für viele gut ist, kann anderen Probleme bereiten.

5. ATKINS & Co. – Nieder mit den Kohlenhydraten!

Vor allem leicht verdauliche Kohlenhydrate aus Kartoffeln und Getreideprodukten machen dick – darin sind sich die Low-Carb-Diäten (Atkins, Montignac, Scarsdale, Zucker-Knacker, Southbeach, Glyx, Logi) einig. Die Unterschiede liegen in der Radikalität der Maßnahmen, die ihre Verfechter jeweils daraus ableiten. Die Spanne reicht von strengen Vorschriften, die den Stoffwechsel zeitweilig umkrempeln sollen (Atkins), bis zu moderaten Regeln, deren Effekt sich nur langfristig zeigt (Logi).

Unsere Bewertung: Diät mit ein paar fette Lügen inklusive

Je radikaler die Vorschriften, desto geringer Ihre Erfolgschancen. Einfach nur Kohlenhydrate zu meiden, bedeutet noch nicht, dass Sie unter dem Strich weniger Kalorien essen – und nur dann nehmen Sie ab. Sie brauchen eine auf Dauer genießbare Kost.
Abgucken: Wählen Sie bei Getreideprodukten Vollkornvarianten. Aber nicht daran satt essen, sonst steigt der Blutzuckerspiegel (boykottiert das Abnehmen). Gilt auch für Kartoffeln, Kuchen und Knabberkram. Erlaubt: Gemüse, Obst, Nüsse, Hülsenfrüchte.

6. WEIGHT-WATCHER – schlank werden durch Gruppendynamik

Acht bis zehn Frauen (Männer sind rar) treffen sich wöchentlich mit einem medizinisch und psychologisch geschulten Gruppenleiter (www.weightwatchers.de). Dabei wird auf langsames Abnehmen gesetzt, und zwar mit Hilfe der so genannten Flex-Points: Alle Lebensmittel haben einen Punktwert, alle darf man essen, aber die Teilnehmer müssen mit ihren individuell vorgegebenen Punkten haushalten. Durch Bewegung verdient man sich Bonuspunkte. Die Gruppe überwacht die Erfolge der einzelnen Teilnehmer.

Unsere Bewertung: Willkommen in der Realität!

Mit Hilfe der Flex-Points lässt sich der Kaloriengehalt von Lebensmitteln recht gut veranschaulichen und ohne große Rechnereien im Griff behalten. Statt eine Diät zu machen und dann zu futtern wie früher, lernt man, im Alltag schlank zu werden und zu bleiben.
Abgucken: Finden Sie einen schlankeren Lebensstil, der zu Ihnen passt. Das geht auch im Alleingang, mit den Fernkursen der Weight-Watchers ohne Gruppensitzungen oder mit Hilfe einer Ernährungsberatung. Aber: Verbündete können ein guter Ansporn sein.

7. TRENNKOST – Scheidung des Traumpaares Steak und Kartoffel

Seit ein gewisser Dr. Howard Hay so angeblich seine Schrumpfniere heilen konnte, dürfen Proteine und Kohlenhydrate nicht mehr gemeinsam auf den Teller. Nach Hays Theorie behindert sich deren Verdauung gegenseitig, was den Organismus übersäuert, Krankheiten auslöst und dick macht. Also werden eiweißreiche Lebensmittel wie Fisch und Fleisch von kohlenhydratreichen wie Kartoffeln, Brot und Nudeln getrennt gegessen. Außerdem soll der Nahrungsanteil von Obst und Gemüse 80 Prozent betragen.

Unsere Bewertung: wieso einfach, wenn’s auch umständlich geht?

Die Theorie hinter der Trennkost ist längst widerlegt. Sie funktioniert trotzdem, weil man andere Dinge isst und sich nichts mehr unüberlegt in den Mund schieben kann.
Abgucken: Essen Sie so viel Obst und Gemüse, wie Sie können. Versuchen Sie, jede Mahlzeit dadurch zu ergänzen: Paprikaschnitze zum Käsebrot, Obstsalat zum Frühstück oder Knabbermöhren mit Dip statt Chips. So füllen Sie den Magen mit wenig Kalorien, und Sie futtern nicht mehr so viel von den gehaltvollen Sachen.

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