SCHWEISSFÜSSE
Stimmt es, dass man bei stark schwitzenden Füßen möglichst nur Strümpfe aus Naturmaterialien tragen sollte? Und was hilft außerdem?
Strenger Sockengeruch beruht zwar auf erblicher Veranlagung, aber – und das ist die gute Nachricht – Abhilfe ist grundsätzlich möglich. Erster Schritt in eine duftneutrale Richtung: Lassen Sie sich den Wind nicht nur um die Nase, sondern auch mal um die Zehen wehen. Eine optimale Frischluftzufuhr ist unbedingt nötig, um der Schweißbildung entgegenzuwirken. Ob Sie Sandalen tragen oder in geflochtenes Schuhwerk schlüpfen, ist dabei reine Geschmackssache.
Hauptsache, die Luft kann irgendwie zirkulieren und es entsteht kein Hitzestau. "Wichtig ist außerdem, dass die Schuhe unbedingt aus Leder sind. Das ist atmungsaktiv und deswegen dem schweißtreibendem Kunststoffmaterial vorzuziehen", erklärt Professor Erhard Hölzle vom Dermatologischen Institut in Oldenburg.
Im Klartext: Wenn man nicht gerade Sport treibt, Füße lieber raus aus Turnschuhen. Die sind zwar trendig, dauernd getragen aber ungesund und geruchsfördernd. Natur pur gilt ebenso für den Sockenkauf: "Reine Wolle, Baumwolle oder auch ein Gemisch aus diesen Fasern ist am besten", erklärt der Experte. Von Synthetikstrümpfen rät der Dermatologe prinzipiell ab: Diese seien deutlich weniger saugfähig als Naturfasersocken, wodurch die Schweißbildung zusätzlich begünstigt werde. Und wichtig ist natürlich auch eine gewissenhafte Pflege: Zweimal täglich Füße waschen, vor allem nach schweißtreibenden Tätigkeiten, ist Pflicht.
Zusätzlich kann man zu Fußdeos, Pudern oder speziellen Cremes greifen. Die lindern allerdings nur die Symptome. Wer die Ursache beseitigen will, benötigt schon härtere Geschütze. "Bei sehr starkem Schwitzen kann die Leitungswasser-Iontophorese Abhilfe schaffen", erklärt Hölzle. Bei dieser Methode, die in der dermatologischen Abteilung einer Klinik oder in Praxen durchgeführt wird, badet der Patient die Füße in einer Art Wanne mit stromdurchflossenem Wasser. Keine Angst - das tut nicht weh. Dafür wird die Schweißproduktion durch den Stromfluss auf ein normales Maß reduziert.
Zu Beginn der Behandlung muss man jeden Tag baden, später nur noch wöchentlich und bei Bedarf. Falls Sie so ein Gerät für zu Hause kaufen wollen: 1000 bis 2000 Mark. Da sich der Erfolg dieser Behandlung geradezu riechen lässt, übernimmt die Kasse jedoch in vielen Fällen die Kosten.









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