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JETZT MITMACHENTätowierungen Was beliebte Tattoos bedeuten
15.10.2010
, Autor:Sarah Hölting, Maika Pufahl
© MensHealth.de
Anker und schöne Frauen
Anker gehörten zu den ersten Tattoo-Trends in der westlichen Welt
Damals: Stechmalereien gibt es so lange wie es Mensch gibt. Im 18 Jahrhundert brachte der Seefahrer James Cook von einer poynesischen Südseeinsel einen Eingeborenen mit, der am ganzen Körper tätowiert war. Die Seefahrer waren beeindruckt von den "Tatauierungen", wie die Polynesier die Körperbilder nannten - und begannen mit der Nachahmung, die in den englisch Wortschatz als "Tattooing" Einzug fand. Zu den beliebtesten Motiven der Seeleute gehörten Anker, die ihre Zunft symbolisierten, und Südseeschönheiten, die sie an ihre Reisen erinneren sollten.
Und heute: Noch immer lassen sich Männer, die zur See fahren, gern Ankertattoos und exotische Mädchen stechen.
Herz
Herzen sind und waren immer beliebte Tattoo-Motive
Damals: Auch Herzen haben ihren Ursprung in der alten Seefahrer-Tradition. Sie drückten die Liebe zur zurückgelassenen Familie, zur See oder zu den neu entdeckten Orten aus.
Herz heute: Herzen gelten noch immer als Zeichen der Liebe. Mit Namen versehen wird das Tattoo individuell. Das gebrochene Herz symbolisiert den Verlust einer Liebe ebenso wie das durchstoßene Herz.
Schwalbe
Die Schwalbe ist eine Art Liebesbekenntnis, vergleichbar mit der Bedeutung eines Herzens
Damals: Schwalben sind eng mit der alten Seefahrertradition verbunden. Zum einen symbolisieren sie eine Art Liebesbekenntnis, denn häufig trug sie einen Liebesbrief im Schnabel, gerichtet an die zurückgelassene Frau. Schwalben galten darum als Überbringerinnen von Liebesbotschaften. Zum anderen dienten sie Seefahrern als Wetterfrösche: Fliegen sie hoch, bleibt das Wetter schön, fliegen sie tief, gibt es Regen.
Und heute: Die Bedeutung hat sich über die Jahre wenig verändert. Noch immer ist sie ein Zeichen für Liebe, aber auch ein Zeichen von Seemanns-Tradition.
Tribal
Tribal-Motive gehen auf die schwarzen, scherenschnittartigen und geometrischen Tatau-Ornamente der Polynesier zurück. Sie gehören heute im Westen zu den belietesten Tattoos. Die bevorzugten Stellen für Tribals sind die Oberarme, Schultern und der untere Rücken.
Damals: Ursprünglich symbolisierten Tribals unter anderem Schutz vor bösen Geistern oder die Stammeszugehörigkeit. Zudem sollen sie Geist und Körper verbinden. Damals benutzte man noch Knochen, Muscheln, Metallstücke oder Bambussplitter, um die "Tusche" in die Haut zu reiben. Die Tätowierung dauerte so mehrere Monate, war extrem schmerzhaft und brachte dem Tätowierten den Respekt der anderen Stammesmitglieder ein.
Und heute: Wiederentdeckt wurden die Tribals 1982 von dem Kunststudenten und späteren Modedesigner Don Ed Hardy. Der Tätowierer Leo Zulueta entwickelte die alten Stammestätowierungen zu den heute bekannten Tribals weiter. In den 90ern wurde es modern, das Steißbein damit zu verzieren (umgangssprachlich auch "Arschgeweih" genannt).
Stern
Das Stern-Tattoo ist seht für Orientierung und den göttlichen Funken
Damals: Auch Sterne haben ihren Ursprung in der alten Seefahrer-Tradition. Sie symbolisierten den Nordstern, der den Seemännern bei der Navigation half. Aus religiöser Sicht verkörpert der Stern den göttlichen Funken im Menschen.
Und heute: Sterne liegen mittlerweile voll im Trend – das behauptet zumindest die eine Hälfte der Tattoo-Verrückten. Die andere Hälfte spricht von einem vorübergehenden Hype. Der Stern bietet sich gut als Ersttattoo an, weil es einfach zu stechen und leicht erweiterbar ist.
Comics
Farbenfrohe Unterhaltung ohne tieferen Sinn
Damals: Die comiceske Stilrichtung hat ihren Ursprung möglicherweise in den Zeiten der Pin-up-Girls, die bei Seefahrern sehr beliebt waren.
Und heute: Comic-Tattoos haben selten eine tiefere Bedeutung. Ihre Aufgabe ist eher zu unterhalten. Bei den Comics handelt es sich nicht immer um Kinderhelden, die der Nostalgie des Tätowierten entspringen. Es können auch normale Motive sein, die mit dicken Outlines, farbenfroh und witzig gestaltet werden.
Blumen
Bei Frauen sind Rosen das beliebteste Blumen-Motiv - aber auch unter Männer werden Blumen immer beliebter
Damals: Bei den Seefahrern symbolisierten Blumen ein Leben voller Dornen. Eine wohl bekanntere Bedeutung ist außerdem die über den Tod hinausreichende Liebe.
Und heute: Blumen stehen vor allem für Weiblichkeit, deswegen ist sie ein beliebtes Ersttattoo-Motiv bei Frauen. Aber auch für Männer steht die Rose für Liebe und Sehnsucht, die Distel für ein langes Leben und die Kirschblüte für die Reinheit des Körpers und der Seele.
Fanatsy
Fantasy-Tattoos sind der Versuch der Tätowierten, sich in andere Welten zu flüchten
Damals: Die Hippies entdeckten in den 70iger Jahren die Romane von J.R.R. Tolkien für sich und zeigten ihre Begeisterung mit Tattoos. Sie ließen sich nicht nur einzelne Helden wie Trolle oder Hexen, sondern zum Teil sogar ganze Landschaften stechen.
Und heute: Heute erlebt die Fantasy-Literatur wieder eine Boom: Ob Elfen, Feen, Drachen, Zauberer und Kobolde - der Tätowierte kann so seine inneren Fantasien nach außen tragen. Die märchenhaften Fantasy-Motive werden dabei zunehmend mit Science- Fiction vermengt, wie Cyber- und Robotermotive, aber auch mit Tod- und Horrortattoos.
Religiöse Symbole
Kreuzritter hatten ein Kreuz-Tattoo auf ihrer Hand, um sich ein christliches Begräbnis zu sichern
Damals: Den Glauben mit religiösen Symbolen zu zeigen war schon bei den alten, vorchristlichen Kulturen von Bedeutung. Die Menschen glaubten, dass Tattoos sie nach dem Tod in das Universum einflochten. Vielen galten die religiösen Symbole vor allem als eine Absicherung für eine richtige Beerdigung.
Und heute: Heute werden religiöse Tattoos überwiegend wegen ihrer Ästhetik gestochen. Doch mit Kreuzen, Bilder von Jesus Christus oder Maria verbinden viele Menschen auch heute noch ihren tiefen Glauben.
Tiere
Bei Männern sind wilde Tiere als Motiv sehr beliebt
Damals: Ältere Kulturen trugen oft Tierbilder und Totems als Körperschmuck. Sie wollten damit die Kraft des tierischen Geistes heraufbeschwören, der sie bei der Jagd erfolgreich machte und ihnen Schutz verlieh.
Und heute: Heute variieren die Tiermotive – vom glücksbringenden Koi über Vögel, die die Sehnsucht nach Freiheit symbolisieren, bis hin zu Pfotenabdrücken eigener Haustiere.
Portraits
Portrait-Tattoos sind fotorealistische Wiedergaben und werden deshalb auch Realistic-Tattoos genannt
Damals: Die Portrait-Tätowierung wurde in den 80iger Jahren populär, als sich mexikanische Gefängnisinsassen ihre Familienmitglieder mit Nadeln in die Haut stachen. Das gefiel denen "da draußen" so gut, dass sie es nachahmten. Charlie Cartwright erfand die Single-Needle-Technik mit der es möglich wurde, Portraits wie mit einem dünnen Bleistift extrem genau in die Haut zu zeichnen. Besonders angesagt waren Memorial- oder Erinnerungs-Tattoos, die an einen Geliebten erinnern sollten.
Und heute: Heute müssen es nicht unbedingt geliebte Personen sein. Im Rennen sind Popstars, Idole, historische Figuren aus Mythen, Sagen und Heiligenbilder.
Japanische Stechmalerei
Japanische Tätowierung, "Tebori" genannt, sind eigentlich nur was für echte Tattoo-Fans. Denn jedes einzelne Tattoo soll mit der Zeit zum Bestandteil eines Ganzkörpertattoos werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Motive auf den unterschiedlichen Körperteilen insgesamt in einem sinnigen Zusammenhang stehen.
Damals: In Japan wurden Tattoos früher dazu benutzt, Kriminelle zu brandmarken. Die Gebrandmarkten vereinten sich zur heute immer noch existierenden Untergrundgruppenorganisation Yakuza. Als man das Brandmarken abschaffte, wurden Tatoos solange verboten, bis sie über die Seefahrt wieder populär wurden.
Und heute: Die jüngeren westlichen Generationen sehen die japanischen Tattoos als "exotische" Ausdrucksform an. Besonders beliebt sind japanische Schriftzeichen, Drachen in schillernden Farben, Kokai-Karpfen oder Kirschblüten.








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