Als Razer 1999 die erste Gaming-Maus namens "Boomslang" auf den Markt warf, galt das fast schon als kleine Revolution. Aber kann ein Unternehmen, das sich ausschließlich auf Gamer-Peripherie spezialisiert hat, auch erfolgreich sein? Natürlich! Denn mittlerweile steht Razer in der Gunst der Spieler ganz weit oben. Das aktuelle Maus-Flagschiff ist die "Lachesis" mit 4000 dpi-Lasersensor zum Preis von 55 Euro. Passend dazu das "Lycosa"-Keyboard für knapp 80 Euro.
Lycosa
Razers Lycosa könnte man als den Porsche unter den Gaming-Tastaturen bezeichnen. Edles Design, hochwertige Verarbeitung und tiefergelegte Tasten, die für mehr Grip mit einer Gummilegierung beschichtet wurden. An der Oberseite der Tastatur befinden sich Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon (bzw. ein Headset). Dieses Feature beansprucht jedoch einen zweiten USB-Anschluss am PC. Ein kompliziertes Zusatztasten-Wirrwarr gibt es übrigens nicht, dafür lassen sich Makros über die mitgelieferte Software einzelnen Tasten zuweisen.
Bei all dem Verzicht auf zusätzliche Tasten und Regler fällt das Touch-Panel am rechten oberen Rand fast schon aus der Rolle. Hier sind die Medientasten und die Steuerung der blauen Hintergrundbeleuchtung untergebracht. Auch lässt sich mit einem Fingertipp auf das Razer-Logo ein Gamer-Modus aktivieren, der die Windows-Taste deaktiviert. Hört sich alles prima an, doch in der Praxis kann das Touch-Panel nicht ganz überzeugen: Gerade wenn es schnell gehen muss, werden Berührungen gelegentlich falsch erkannt oder gar nicht erst angenommen. Das passt so gar nicht zu Razers Prinzip, Geschwindigkeit und Präzision als das Maß der Dinge anzusehen. Hier wären kleine Knöpfe und Regler schlichtweg die bessere Wahl gewesen.
Bei den Tasten hat Razer hingegen alles richtig gemacht. Fast lautlos schnurrt die Lycosa beim Schreiben Buchstaben und Zahlen in das System. Die Tastenverzögerung wurde auf ein Minimum reduziert. Eine solch hohe Sensibilität hat jedoch auch ihren Preis, denn je sensibler ein Gerät ist, desto anfälliger ist es in der Regel auch bei zu schroffem Umgang. Wenn Sie also zu der Sorte von Menschen gehören, die Misserfolge im Spiel auch gerne mal an der Tastatur auslassen, dann müssen Sie bei der Lycosa vorsichtig sein.
Razers Lachesis hat einen integrierten 32 KB-Speicher für bis zu fünf Benutzerprofile und leuchtet in blau oder weiß (je nach Kaufversion)
© RazerLachesis
Die Lachesis hat sich in der Fachpresse schon einiges an Ruhm eingefahren – zu Recht! Während andere Gamer-Mäuse mit allerlei Schnickschnack um die Gunst der Spieler buhlen, konzentriert sich Razers Vorzeigemaus auf das Wesentliche: Präzision und Geschwindigkeit. Keine Zusatzgewichte, keine austauschbaren Füße, keine pompöse Aufmachung: Die Lachesis zeigt sich schlicht, wirkt dadurch aber auch etwas minderwertig. Davon kann jedoch nicht die Rede sein, denn im Inneren der Maus werkelt ein 4000 dpi-Lasersensor in Perfektion. Jede noch so kleine Bewegung wird sofort übertragen. Problem ist nur, dass das zu schmale Loch zum Sensor auch gerne als Staubänger fungiert – und dann geht erstmal nichts mehr.
Auf der Lachesis, die übrigens auch für Linkshänder geeignet ist, sitzen insgesamt neun Tasten, die per Software frei definiert werden können. Die beiden Sondertasten an der rechten Seite (für Rechtshänder) werden Sie jedoch schnell wieder deaktivieren wollen, sofern Sie Ihre Maus am liebsten mit nur drei Fingern bewegen statt mit der ganzen Handfläche. Denn wenn Sie beim 3-Finger-System eine der beiden Daumentasten drücken, müssen Sie auf der anderen Seite mit dem Ring- oder kleinen Finger für Gegendruck sorgen – was dazu führen kann, dass Sie eine der dort sitzenden Sondertasten miterwischen.
Über die mitgelieferte Software lassen sich Tasten, Präzision und Funktionen individuell und komfortabel einstellen. Profis können den Zugriff auf eine Vielzahl weiterer Einstellungsmöglichkeiten freischalten, um etwa die Sensibilität der X- und Y-Achse in vielen Punkten neu zu bestimmen. Damit die Lachesis auch die optimale Bodenhaftung hat, bietet Razer passende Mauspads an. Darunter das "Destructor" für etwa 30 Euro, mit dem sich auch die Abtastung von Lasermäusen um bis zu 37 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Mauspads verbessern soll.
Fazit
Razer hat mit der Lycosa eine sehr gute Tastatur für Gamer im Angebot, die nicht nur optisch ein Genuss ist, sondern auch in Sachen Technik und Präzision überzeugt. Die Lachesis-Maus steht dem in nichts nach. Beide Eingabegeräte sind extrem präzise und gut verarbeitet, reduzieren sich jedoch auf ein Minimum an Zusatzfeatures. Wer also viel Wert auf eine möglichst prunkvolle Ausstattung legt, findet bei anderen Herstellern passendere Modelle.











































0 Kommentare
Kommentar schreiben