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Staudienste im Praxistest: Endlich brauchbare Staumelder

31.08.2012 , Autor:Dirk Gulde
© MensHealth.de

Die Kollegen von auto motor und sport haben alte und neue Staudienste dem Feierabendverkehr-Härtetest unterzogen
Staudienste im Praxistest
1 / 6 | Beim Thema Stauumfahrung sahen die meisten Navigationssysteme bislang alt aus. Doch dank Online-Anbindung etablieren sich jetzt endlich brauchbare Staumelder. Wir machen den Praxis-Check. - © auto motor und sport

Staudienste im Praxistest Endlich brauchbare Staumelder

In Zusammenarbeit mit unserem Partner:


Beim Thema Stauumfahrung sahen die meisten Navigationssysteme bislang alt aus. Doch dank Online-Anbindung etablieren sich jetzt endlich brauchbare Staumelder. Wir machen den Praxis-Check.

Freitagnachmittag in Stuttgart: Auf den Durchgangsstraßen quält sich der Verkehr in Schrittgeschwindigkeit, vor Ampeln strapazieren lange Schlangen die Geduld der Autofahrer. Ausnahmsweise mal ein Grund zur Freude, denn einen besseren Zeitpunkt zum Test von Staudiensten gibt es gar nicht. Die Aufgabe für vier Navigationssysteme lautet dabei gleich: Es gilt, möglichst viele Verkehrsbehinderungen zu erkennen und exakt auf dem Navi-Monitor darzustellen. Denn was bringt der beste Routenführer, wenn er blind für das reale Verkehrsgeschehen ist und den Fahrer schnurstracks in den nächsten Stau schickt?

Staudienste im Praxistest
2 / 6 | Keine Erkennung des Stadt-Staus bei TMC, unvollständige Autobahn-Erfassung - © auto motor und sport

Staudienste im Praxistest TMC für sinnvolle Routenführung ungeeignet

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Den Auftakt macht das gute alte TMC (Traffic Message Channel), wie es häufig in portablen Navigationssystemen der unteren Preisklasse, aber auch noch in einigen Ab-Werk-Systemen vorkommt. Bei TMC werden Verkehrsmeldungen über UKW mitgesendet und von Navis empfangen. Da die Behinderungen umständlich von Polizei, ADAC und Verkehrsleitzentralen gemeldet werden müssen, haben sich Staus oft schon längst aufgelöst, bis sie auf dem Navi-Monitor erscheinen. Zudem werden überwiegend Autobahnen und Schnellstraßen erfasst, während TMC innerorts nahezu unbrauchbar ist.

Tatsächlich ignorierte unsere Saugnapf-Navi mit TMC den dicken Stau auf der durch Stuttgart führenden B 14. Selbst eine halbe Stunde nachdem die Behinderung von den schnellsten Systemen angezeigt wurde, meldete es noch freie Fahrt. Ein Irrtum. Auch die Staulage am Stuttgarter Autobahnkreuz erfasste TMC nur unvollständig - für eine sinnvolle Routenführung ist es daher ungeeignet.

Staudienste im Praxistest
3 / 6 | Den Stuttgart-Stau ignoriert TMC Pro lange, die Autobahnbehinderung wird aber gemeldet. - © auto motor und sport

Staudienste im Praxistest TMC Pro zu spät für sinnvolle Routenplanung

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Schon besser fährt man mit TMC Pro, auch Navteq Traffic genannt, das sich heute in vielen Infotainmentsystemen ab Werk befindet. Für TMC Pro wird zugunsten automatisch erfasster Verkehrsdaten weitgehend auf menschliche Staumelder verzichtet. Vielmehr erkennen Tausende in den Asphalt eingelassene Induktionsschleifen, an Brücken angebrachte Sensoren und in Flottenfahrzeugen installierte Messsysteme Behinderungen automatisch und schnell. Darüber hinaus werden innerstädtische Hauptstraßen erfasst.

Als Flaschenhals bleibt jedoch die Übertragung via UKW. Auch wenn TMC Pro mit einer etwas höheren Bandbreite sendet als das alte TMC, dauerte es bei unserem Test eine knappe halbe Stunde, bis die verstopfte Innenstadt verkündet wurde - zu spät für eine sinnvolle Routenplanung. Zügiger meldete es immerhin die Autobahn-Staus.

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4 / 6 | Auch für die Autobahn sind die Online-Systeme im Vorteil, da sie das aktuell gefahrene Tempo präzise in mehreren Farben anzeigen. - © auto motor und sport

Staudienste im Praxistest Eine andere Liga: Online-Systeme

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Wie gut Verkehrserfassung heute sein kann, wurde beim Umstieg auf die beiden Online-Geräte sichtbar. Nicht nur, dass Veränderungen des Fahrzeugaufkommens binnen weniger Minuten durchgereicht wurden; durch die hohe Datenrate mobiler Internet-Anschlüsse ist ein wesentlich feineres Streckenraster möglich: So unterteilt RTTI (Real Time Traffic Information) von BMW Straßen in 500 Meter kurze Abschnitte, deren Verkehrsdichte mehrfarbig von grün (frei) über gelb und orange bis rot (Stau) dargestellt wird.

Staudienste im Praxistest
5 / 6 | LIVE-DIENSTE: Moderne Echtzeit-Staumelder greifen neben den klassischen Quellen auch auf anonymisierte Bewegungsprofile von Millionen Handys zurück, die in Autos mitgeführt werden. Dank Online-Anbindung lässt sich eine hohe Datenmenge verarbeiten die sogar die Einbeziehung von Nebenstraßen erlaubt. - © auto motor und sport

Staudienste im Praxistest Echtzeit-Daten von Handy-Bewegungsprofilen

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Doch woher wissen die Geräte so genau, wo es gerade klemmt? Neben Sensordaten und Flottenfahrzeugen machen sich Online-Systeme, wie sie auch von Audi und Renault angeboten werden, anonymisierte Bewegungsprofile von Handys zunutze, die im Auto mitgeführt werden. Millionen Stausensoren zeichnen so unbemerkt und in Echtzeit ein exaktes Bild des Verkehrsgeschehens, das sogar innerörtliche Nebenstraßen enthält. Kein Wunder, dass das BMW-System bei unserem Test sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn nahezu verzögerungsfrei im Bilde war.

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6 / 6 | Google informiert präzise und detailreich über die Stausituation. - © auto motor und sport

Staudienste im Praxistest Keine zusätzlichen Gebühren

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Wer in den Genuss der cleveren Staumelder kommen möchte, muss nicht einmal ein neues Auto kaufen: Vielmehr wurde die Technik 2008 von TomTom (HD-Traffic) eingeführt und lässt sich inzwischen in ähnlicher Form von portablen Routenführern verschiedener Hersteller nutzen. Allerdings fallen meist zusätzliche Gebühren an. Doch es geht auch gratis: Wer im Besitz eines Smartphones mit Google-Maps-Funktion und Datenflatrate ist, kann sich via Google-Traffic ein präzises Bild der aktuellen Verkehrsströme auf sein Handy-Display laden.

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Apps, Auto , Neue Handys

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