Heft 06/2012
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Filmtipp "J. Edgar" DiCaprio als fieser FBI-Chef

18.01.2012 , Autor:Marco Demuth
© MensHealth.de

Clint Eastwood hat mit Leonardo DiCaprio das Leben des FBI-Gründers J. Edgar Hoover verfilmt. Wir haben ermittelt, ob das auch was für Sie ist

Trailer zum Film "J. Edgar" © Warner Bros. Pictures
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Kinofilme

Er ist der Vater von Fox Mulder und  Jerry Cotton – zumindest indirekt. Denn ohne ihn hätten die beiden berühmten fiktiven FBI-Agenten niemals mit ihren Dienstmarken wedeln dürfen. J. Edgar Hoover hat das Federal Bureau of Investigation (FBI) aufgebaut und war 48 Jahre Chef der amerikanischen Polizeibehörde. Sein Ruf ist legendär und kontrovers zugleich. Hoover war Kommunistenhasser, Rassist, Befürworter des Abhörstaats. Zugleich gilt der machtbesessene Kontrollfreak als Erfinder der modernen Kriminalistik, mit einer Zentraldatei von Fingerabdrücken und dem kriminologischen Labor, beides Meilensteine in der Polizeiarbeit. Regisseur Clint Eastwood hat dem obersten Wachhund der USA in seinem Film J. Edgar noch einige Charaktereigenschaften hinzugefügt. Ergebnis: Ein spannendes und sensibles Porträt eines umstrittenen Mannes, das mit Leonardo DiCaprio in der Titelrolle sensationell gut besetzt ist.

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Hoover (Leonardo DiCaprio) baut 50 Jahre lang das heutige FBI auf
J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) widmet sein ganzes Leben dem FBI © Warner Bros. Pictures

Darum geht’s: Hoover (DiCaprio) blickt am Ende auf seine knapp 50-jährige FBI-Karriere zurück und diktiert seine Lebensgeschichte, eine Mischung aus Fakten und fiktiven Selbstdarstellungen. In den 20er-Jahren wird der junge Hoover Ermittlungsleiter des Bureau of Investigation, einer Abteilung des Justizministeriums, das anfangs niemand ernst nimmt. Diese Abteilung baut er 50 Jahre lang zum heutigen FBI auf, unterstützt von seiner treuen Sekretärin Helen Gandy (Naomi Watts) und getrieben von seiner Mutter (Judi Dench). Er widmet sein ganzes Leben dem FBI, der Klärung der Entführung des Lindbergh-Babys, der Verhaftung des Bankräubers John Dillinger bis hin zu intimen Abhörbändern über die Präsidenten Kennedy und Roosevelt, mit denen er seine Machtposition zementiert.

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Kernstück von J. Edgar: Hoovers Beziehung zu seinem engsten Mitarbeiter Clyde Tolson (Armie Hammer, rechts)
Kernstück des Films: eine angedeutete Liebesgeschichte zwischen Hoover und seinem engsten Mitarbeiter Clyde Tolson (Armie Hammer, rechts) © Warner Bros. Pictures

Muttersöhnchen und Meister der Geheimhaltung
Kernstück von J. Edgar ist allerdings eine angedeutete Liebesgeschichte mit Hoovers engstem Mitarbeiter Clyde Tolson (Armie Hammer). Eastwood präsentiert den harten Hund Hoover nicht nur als Muttersöhnchen, sondern auch als verkappten Homosexuellen, der sich nie zu seiner Liebe bekennt. Geschickt und mit Fingerspitzengefühl vermischt J. Edgar Privates und Öffentliches. Pluspunkt: Eastwood bringt immer wieder wichtige Kriminalfälle unter, so ist der Film bis zum Ende spannend. Allerdings bleiben viele Fragen bestenfalls vage beantwortet. Was trieb Hoover an? Was wusste er wirklich über diverse Präsidenten (schließlich überstand er 8 davon)? Der FBI-Direktor war ein Meister der Geheimhaltung, der die meisten Antworten mit ins Grab nahm. Folge: Eastwood kann nur vermuten oder andeuten. Hoover, der sein Ansehen und das des FBI bereits zu Lebzeiten durch perfekte PR, etwa mit selbstverherrlichenden Comicbüchern, steuert, bleibt ein Rätsel – auch nach J. Edgar.

Fazit: spannende und vor allem durchweg perfekt besetzte Filmbiographie, die den fiesen FBI-Chef auch von der menschlichen Seite zeigt.

J. Edgar (USA 2011)
Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: Dustin Lance Black
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Armie Hammer, Naomi Watts, Judi Dench
Länge: 137 Minuten
Start: 19. Januar

DiCaprio als fieser FBI-Chef

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