Freispruch für Salz

Ein normaler Salzkonsum ist nicht gefährlich

Über kein anderes Nahrungsmittel wurde in den letzten Jahren wohl so heißblütig diskutiert, wie über das „weiße Gold“ – das Salz. Salz sei ungesund, fördere Bluthochdruck und damit das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Mittlerweile stehen viele Wissenschaftler diesem Zusammenhang wieder skeptisch gegenüber. Denn es gibt bis heute keine verlässliche Studie, die eindeutig nachweist, dass Salz wirklich Bluthochdruck begünstigt, denn Bluthochdruck kann viele Ursachen – wie zum Beispiel Übergewicht – haben. Außerdem ist eine gewisse Menge an Salz sogar lebenswichtig für uns, denn ohne Salz können die Körperzellen nicht reibungslos arbeiten. Salz spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle in der Reizleitung der Nervenzellen sowie bei der Regulierung des Wasser- und Nährstoffhaushalts. Allein 1,4 Gramm Salz braucht ein Erwachsener, um die normalen  Salzverluste täglich des Körpers auszugleichen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 6 Gramm – maximal 10 Gramm – Salz pro Tag aufzunehmen. Wer also nicht bereits an Bluthochdruck leidet, sollte sich beim Thema Salzkonsum nicht unnötig verrückt machen.

Nach einer Bewertung des Max-Rubner-Instituts (MRI), des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nehmen deutsche Männer im Durchschnitt 9 Gramm, Frauen 6,5 Gramm Salz täglich auf. Wenn Sie über dem Durchschnitt (oder sogar über 10 Gramm pro Tag) liegen, sollten Sie versuchen, Ihren Salzkonsum einzuschränken – aber natürlich ohne dass der Geschmack leidet.

Tipp: Das meiste Salz steckt in Fertigprodukten wie Pizza, Konserven sowie Käse und Wurst (z.B. Salami). Setzen Sie auf frische, möglichst unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse und Frischfleisch oder Fisch, bei denen Sie selbst die Salzmenge bestimmen können. So behalten Sie einen besseren Überblick.