Langeweile

Langeweile: Unangenehmes Nichtstun

Langeweile ist ein unangenehmes Gefühl. Dabei ist gar nicht so klar, warum die Langeweile sich so unangenehm anfühlt. Sie ist ein unbestimmtes Unwohlsein, das ganz plötzlich und scheinbar grundlos auftreten kann. So kann Langeweile durch Nichtstun entstehen – Sie wissen nicht so recht, was Sie mit Ihrer Zeit anfangen sollen. Aber auch Dinge, die Ihnen sonst Spaß machen, können Sie langweilen. Das Pumpen im Studio kann öde werden, genauso kann der Sex mit der Liebsten Opfer der Langeweile werden. 

Grund genug, etwas gegen Langeweile tun, wäre schon das unangenehme Gefühl. Noch mehr Gründ liefern Wissenschaftler, die sich in den letzten Jahren verstärkt mit dem Phänomen der Langeweile beschäftigt haben. So fanden Forscher des University College London heraus, dass Langeweile offenbar die Lebenszeit verkürzen kann. Richtig gehört: Langeweile macht das Leben nicht nur öde, sondern auch kürzer. In der Studie starben die Befragten am frühsten, die sich häufig langweilten. Die Gründe dafür liegen zum Teil in dem Umgang, den die Probanden mit der Langweile zeigten: Wer seine langweile wegraucht und -trinkt ist natürlich anfälliger für Herz-Kreislauferkrankungen. Und auch wer versucht, die Langewile mit fettigen Snacks runterzuschlucken, wird nicht nur dick, sondern lebt womöglich kürzer.   

Aber jetzt mal halblang mit der Langeweile! Denn Langeweile ist nicht nur schlecht: Wissenschaftler der University of Central Lancashire langweilten einige Probanden mit dem Abschreiben von Telefonnummern, einer Kontrollgruppe blieb das erspart. Die gelangweilten Abschreiber starben nun aber nicht früher, sondern schnitten in einem Kreativitätstest deutlich besser ab. Was heißt das für Sie? Gelegentliches langweilen kann Ihren Geist fördern, chronisches kann krank machen. Wenn Sie mal wieder auf Bus oder Bahn warten, lassen Sie das Smartphone in der Tasche und langweilen sich – dabei lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf.