Verhütung durch Sterilisation

Bei einer Sterelisation wird der Samenleiter durchtrennt, sodass die Spermien nicht zur Eizelle gelangen

Die Sterilisation für Männer – auch Vasektomie genannt – ist eine Methode der Verhütung. Bei einer kurzen Operation, die meist etwa eine Stunde dauert, werden die Samenleiter des Mannes durchtrennt. Die Produktion der Spermien gehen im Hoden weiter, jedoch gelangen keine Spermien in das Ejakulat – also in die Samenflüssigkeit. Somit kann eine Schwangerschaft vermieden werden. Im Vergleich zur Sterilisation bei Frauen – der sogenannten Tubenligatur – wo der Eileiter abgeschnitten beziehungsweise abgebunden wird, ist die Sterilisation bei Männern weitaus unkomplizierter, da die Samenleiter in einer ambulanten Operation durchtrennt werden. Bei Frauen wird der Eingriff hingegen mit einer Vollnarkose durchgeführt und erfordert eine komplexe Bauch-Operation. Falls Sie sich für die Vasektomie entscheiden, sollten Sie sich allerdings wirklich sicher sein: Man kann eine Vasektomie zwar rückgängig machen, jedoch erfordert dies einen weiteren chirurgischen Eingriff, der weitaus teurer ist als die Sterilisation an sich.

Risiken und Gefahren einer Sterilisation

Generell kann gesagt werden, dass die Sterilisation des Mannes zu einem risiko- und komplikationsarmen Eingriff gehört. Dennoch kann es, wie bei jeder Operation, auch zu Komplikationen kommen. Auch wenn diese Komplikationen meist gering sind und nur selten auftreten, kann es zum Beispiel zu Blutergüssen, Schwellungen der Hoden oder Wundinfektionen kommen. Auch kann es passieren, dass sich die Samenleiter wieder verbinden – also dass eine Rekanalisierung stattfindet – dies geschieht allerdings nur in 0,4 Prozent aller Fälle. In seltenen Fällen kann es neben seelischen Problemen auch zu chronischen Schmerzen im Bereich der Hoden kommen. Diese Spätfolgen treten bei 2,2 bis etwa 5 Prozent aller Männer auf.

Sterilisation – sichere Methode der Verhütung?

Die Sterilisation zählt zur sichersten Verhütungsmethode für den Mann. Sie hat einen Pearl Index von 0,1 – das bedeutet, dass nach einer Sterilisation des Mannes nur eine von 100 Frauen ungewollt schwanger wird. Somit ist die Vasektomie sogar eine sicherere Methode zur Verhütung als die Pille. Denn die Pille weist einen Pearl Index von 0,1 bis 0,9 auf. Nach der Operation kann es allerdings noch mehrere Monate dauern, bis der Mann wirklich unfruchtbar ist, denn nach einer Vasektomie befinden sich noch viele Spermien im den oberen Abschnitten des Samenleiters. In jedem Fall sollte eine Nachkontrolle beim Arzt durchgeführt werden. Der Arzt kann dann ermitteln, ob alle Spermien ausgeschieden wurden beziehungsweise ob eine Rekanalisierung stattgefunden hat. Tipp: Verhüten Sie in jedem Fall mindestens drei Monate nach der Operation mit einem Kondom, um eine mögliche Schwangerschaft auszuschließen und warten Sie, was die Nachkontrolle ergibt.

Kosten und Umkehr einer Sterilisation

Da die Sterilisation meistens einen nicht-medizinischen Grund hat und es eine persönliche Entscheidung des Patienten ist, sind die Kosten selbst zu tragen. Diese Kosten belaufen sich zumeist zwischen 400 und 500 Euro. Die Beratung, Nachkontrolle, sowie Spermiogramm-Kontrollen sind im Preis mit enthalten. Auch die Umkehr einer Sterilisation ist möglich – dieser Eingriff wird auch Vasovasostomie oder Refertilisierung genannt. Der chirurgische Eingriff einer Refertilisierung erfolgt immer nur unter Vollnarkose, dauert zwischen zwei bis vier Stunden und kostet zwischen 2000 und 5000 Euro, da dieser Eingriff wesentlich aufwendiger ist. Die durchtrennten Samenleiter werden hierbei mikrochirurgisch wieder zusammengeführt. Dennoch ist es nicht 100 Prozent sicher, dass Männer, die sterilisiert wurden und dann eine Refertilisierung durchführen, wieder fruchtbar werden. Hier sagen wir Ihnen, was Sie noch alles über die Sterilisation wissen müssen.

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