Heft 06/2012
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DER VITAMIN-GUIDE

DAS NÄHRSTOFF-LEXIKON FüR IHREN KÖRPER

Vitamin-Limit Vorsicht vor dem ACE-Wahn

30.01.2006 , Autor: Elke Michel, Kirsten Segler & Marco Demuth
© MensHealth.de

Vitamin-Brausetabletten und Säfte gibt es überall zu kaufen. Doch wie viel sollte man von den Ergänzungsmitteln schlucken?
Vitamin: Man kann nicht alles gefahrlos schlucken
Vitaminpräparate: Nützlich oder überflüssig? © iStockphoto
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Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B12

Über mögliche negative Wirkungen von zu viel Vitaminen und Mineralien macht sich auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Gedanken und schlägt die Einstufung in drei Risikokategorien vor:

Hohes Risiko: Vitamin A, Betacarotin, Nicotinsäure, Kalzium, Kupfer, Fluorid, Jod, Eisen Zink, Mangan
Diese Stoffe sollten gar nicht oder nur in geringen Mengen in Pillen vorhanden sein.

Mittleres Risiko: Vitamin B6, C, D, E, K, Folsäure, Nicotinamid, Phosphor, Magnesium, Molybdän, Selen
Das BfR hält hier das Ein- bis Dreifache der empfohlenen Tagesdosis für unbedenklich.

Geringes Risiko: Vitamin B1, B2, B12, Biotin, Pantothensäure, Chrom
Auch bei einer 100fachen Tagesdosis wurden kaum negative Wirkungen bekannt.

Unabhängig von Empfehlungen, sind sich Industrie-Lobbyisten und Forschungsinstitute uneinig darüber, wie viel ein Durchschnittseuropäer täglich an Vitaminpillen und Mineralbrausen schlucken sollte. Für Vitamin B12 beispielsweise sieht das BfR die dreifache Tagesdosis als angemessenen Grenzwert für Pillen, die Industrie hingegen wünscht sich mehr Spielraum, da es offenbar (noch) keine Daten gibt, die beweisen, dass höhere Mengen schädlich sind.

Produkte wie ACE-Säfte und Multivitamin-Brausetabletten haben in Deutschland Konjunktur. Provitamin A (Betacarotin), Vitamin C und E gelten in Fachkreisen als so genannte Radikalen-Fänger, die gegen Krebs und für Herz und Kreislauf wirken. Jedoch ist womöglich das Gegenteil der Fall: Zusätzliche ACE-Vitamine erhöhen das Krebsrisiko leicht, zeigten Studien der letzten Jahre. Besonders auffällig ist der Effekt anscheinend bei Rauchern: Hier stieg nach Angaben der Wissenschaftler nach der Einnahme großen Mengen Betacarotins die Krebsrate um knapp 20 Prozent.

Grundsätzlich fehlen für viele Nährstoffe noch eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehungen. Sollte der Normierungsplan der EFSA jedoch Erfolg haben und weiter fortschreiten, wird es wohl bald in ganz Europa nur Pillen, Brausetabletten und Cornflakes geben, deren Vitamin- und Mineralienzusätze keine negativen Wirkungen haben.

Vitamin: Vorsicht vor dem ACE-Wahn

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