Elternzeit für Väter: "Es geht immer nur um die Babyphase"

Väterforscher Gesterkamp: "Es geht immer nur um die Babyphase"

Väterforscher Gesterkamp kritisiert "Elterngeld-Hype" als kurzsichtig

Hamburg – Immer mehr Väter in Deutschland nehmen nach der Geburt eines Babys Elternzeit in Anspruch – und ernten dafür Lob und Anerkennung von Politik und Medien. Anschließend sind sie aber in der Regel wieder in ihren Jobs verschwunden und stehen für die Kinder nur noch viel zu selten zur Verfügung.

Der renommierte Kölner Politologe und Väterforscher Thomas Gesterkamp hält den "Elterngeld-Hype" darum für kurzsichtig, ungenügend und nicht kindgerecht. "Es geht immer nur um die Babyphase. Aber es gibt viele Phasen, in denen die Anwesenheit des Vaters mindestens genauso wichtig ist wie beim Kleinkind und die gar nicht thematisiert werden", kritisiert Gesterkamp in der Maiausgabe von Men’s Health (ab dem 15. April 2009 am Kiosk). Die bei den Vätern erwünschte soziale Funktion in der Familie besteht nach Ansicht des Experten auch und gerade darin, dem Kind Werte und Fähigkeiten wie Schwimmen, Radfahren oder auch die Abseitsregel zu vermitteln. Gerade das ist in den ersten 14 Monaten nach der Geburt quasi unmöglich.

Nach Angaben von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) nimmt mittlerweile fast jeder fünfte Vater Elternzeit in Anspruch – die große Mehrheit innerhalb der ersten zwölf Monate nach der Geburt des Babys. Dabei könne der Mann gerade in diesem Lebensabschnitt "kaum mit der Mutter konkurrieren", stellt Gesterkamp fest. "Da ist er ein Assistent, der später zum Teilhaber aufsteigt. In späteren Phasen ist der Vater wichtiger, etwa in der Schulzeit und Pubertät." Damit will der Experte allerdings nicht sagen, "dass sich die Väter nicht um ihre Babys kümmern sollen – aber sie müssen eben auch später da sein", betont der Wissenschaftler.

Men's Health / 14. April 2009

Pressekontakt:
Marco Krahl
Textchef/Men's Health
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