Die ersten 4.000er: Diese 5 Alpengipfel eignen sich auch für Berg-Einsteiger

Vom Breithorn reicht das Panorama bis zum Mont Blanc und der Jungfrau
1 / 5 | Vom Breithorn reicht das Panorama bis zum Mont Blanc und der Jungfrau

Die 4.000-Meter-Gipfel der Alpen üben auf alle, die gerne im Gebirge unterwegs sind, eine große Faszination aus. Bergsteiger-Anfänger machen auf diesen 5 Bergen ihre ersten Alpin-Erfahrungen.

Kurz und schmerzlos?: Das Breithorn (4.164 Meter)

Kurz ist der Aufstieg zum Breithorn mit zwei Stunden auf jeden Fall. Schmerzfrei aber nur, wenn die Höhenanpassung stimmt. 

Charakter:

Lassen Sie sich von der Kürze der Tour nicht täuschen. Für das Breithorn sind Berg- und Gletschererfahrung unbedingt nötig. Zudem bedarf es der kompletten Ausrüstung (Seil, Steigeisen, Pickel Gurt usw).

Start und Ziel:

Die Bergstation Kleinmatterhorn. Die Station ist von Zermatt aus mit der Seilbahn zu erreichen.

Gehzeiten:

3 Stunden insgesamt (2 im Aufstieg, 1 im Abstieg) jeweils 350 Höhenmeter.

Route:

Von der Bergstation Klein Matterhorn führt ein Tunnel auf das Breithornplateau. Die Route quert dieses fast eben auf das Breithornmassiv. Die Spur leitet in der Südflanke bis zum Westgrat, dabei ist besonders auf Spalten zu achten. Zum Schluss geht es über den Grat zum Gipfel. Hier öffnet sich mit dem Mont Blanc im Westen und dem Gran Paradiso im Süden ein großartiges Panorama.

Gefahren:

Gletscherspalten, bei schlechtem Wetter die Orientierung auf dem Gletscherplateau.

Schwierigkeitsgrad:

Laut UIAA (International Climbing and Mountaineering Federation) fällt das Breithorn unter die Kategorie I. Einfache Firnhänge, kaum Spalten ermöglichen einfachste Felskletterei. Die Hände werden dennoch zur Unterstützung und zum Halten des Gleichgewichts benötigt. 

Karte und Führer:

Landeskarte der Schweiz LK 1348 Zermatt, SAC(Schweizer Alpen Club) Auswahlführer Hochtouren im Wallis

Mit ein wenig Bergbahnunterstützung lässt sich das Allalinhorn bequem an einem Tag besteigen.
2 / 5 | Mit ein wenig Bergbahnunterstützung lässt sich das Allalinhorn bequem an einem Tag besteigen.

Von der Skipiste auf den Gipfel: Das Allalinhorn (4.027 Meter)

Das Allalinhorn ist zwar ein unscheinbarer 4.000er über Saas Fee, dafür aber gut zu erreichen. 

Charakter:

Wie beim Breithorn führt auch hier der Anstieg nur über Firn. Trotzdem erfordert er sicheres Gehen mit Steigeisen und korrektes Anseilen auf dem Gletscher.

Start und Ziel:

Ausgangspunkt für die Besteigung ist die Seilbahnstation Mittelallalin.

Gehzeiten:

4 Stunden (2,5 im Aufstieg, 1,5 im Abstieg), jeweils 580 Höhenmeter.

Route:

Vom Mittelallalin über eine Skipiste zu der deutlich sichtbaren Spur am Beginn des Gletschers, Vorsicht Spalten! In der Spur weiter bis zum Feejoch. Von dort mit einem großen Schwenk nach rechts über den Gipfelhang. Zuletzt über ein kurzes Gratstück auf den Gipfel.

Gefahren:

Die Gletscherspalten zum Feejoch.

Schwierigkeitsgrad:

Am Allalinhorn finden sich vereinzelnte Spalten sowie Firn. Einige steile Hänge und kurze, steilere Passagen erfordern zumindest grundlegende Kletterfähigkeiten.

Karte und Führer:

Landeskarte der Schweiz LK 1328 Randa oder 1329 Saas, SAC(Schweizer Alpen Club) Auswahlführer Hochtouren im Wallis.

Auf dem Weg zum Weissmies-Gipfel
3 / 5 | Auf dem Weg zum Weissmies-Gipfel

Anstieg über beeindruckenden Gletscher: Der Weissmies (4.017 Meter)

Das Weissmies liegt oberhalb von Saas Fee. Es ist gemeinsam mit dem Lagginhorn einer von zwei 4000ern auf der östlichen Talseite von Saas Fee.

Für das Weissmies brauchen Sie zwei Tage. Die Bergstation Hohsaas und die Weissmieshütte bieten sich zum Übernachten an. Einsteiger finden auf Normalrouten meistens Gehgelände, auf dem hier und da erhöhte Trittsicherheit nötig ist. Kletterstellen sind übersichtlich und einfach zu bewältigen. Ideal für Bergwanderer mit etwas Know-how.

Charakter:

Reiner Gletscheranstieg, im oberen Bereich steil und ausgesetzt, erfordert sicheres Gehen mit Steigeisen und Erfahrung mit der Handhabung des Seils.

Start und Ziel:

Entweder die Hohsaas oder die Weismieshütte, beide erreichen Sie bequem mit der Bergbahn von Saas Grund aus.

Gehzeiten:

6 Stunden (4 im Aufstieg, 2 im Abstieg), jeweils 580 Höhenmeter.

Route:

Von der Weissmieshütte zunächst zur Hohsaas. Von dort zu einer breiten Rampe auf den Gletscher. Durch eine apere Spaltenzone in einen flacheren Bereich, vor den großen Spalten nach rechts in die Flanke und dort bis zum Sattel im Westgrat hinauf. Achtung: ausreichend Abstand von den Wechten. Entlang des überwechteten Grates zum Gipfel.

Gefahren:

Die großen Spalten auf dem Gletscher. Durch die vielen Besteigungen ist aber fast immer eine gute Spur vorhanden. Auf dem Weg zum Gipfel erwarten Kletterpassagen

Schwierigkeitsgrad:

Mäßige Schwierigkeit, laut UIAA. Wenig steile Hänge sind die Regel, dazu gesellen sich einige steilere Passagen. Die Beherrschung der Drei-Punkt-Haltung (jederzeit haben 3 Gliedmaßen Kontakt zum Fels) ist Voraussetzung.

Karte und Führer:

Landeskarte der Schweiz LK 1309 Simplon oder 1329 Saas, SAC(Schweizer Alpen Club) Auswahlführer Hochtouren im Wallis.

4 / 5 | Das Bishorn (links) neben seinem großen Bruder, dem Weisshorn

Der Gipfel für Individualisten: Das Bishorn (4.153 Meter)

Das Bishorn fordert von den hier vorgestellten 4.000ern am meisten Engagement. Keine Bergbahn zerstört die Ursprünglichkeit des Gebiets – der Tipp für Individualisten.

Von Zinal müssen Sie den gesamten Aufstieg über die Cabane de Tracuit (3256 Meter) bis zum Gipfel des Bishorns auf 4153 Metern zu Fuß bewältigen. Daher wir das Bishorn von weit weniger Bergsteigern in Angriff genommen als seine Nachbarn.

Charakter:

Leichter Anstieg über Gletscher, trotzdem müssen Sie den Umgang mit Steigeisen, Pickel und Seil beherrschen. Am Gipfelgrat wartet leichte Kletterei im ersten Grad. Die Herausforderung am Bishorn besteht darin, den Weg möglicherweise auch ohne Spur zu finden.

Start und Ziel:

Talort für die Besteigung ist Zinal. Die Cabane de Tracuit ist die Zwischenstation und der Ausgangspunkt für die Gipfelbesteigung.

Gehzeiten:

Der Hüttenaufstieg dauert ca. 5 Stunden. 6 Stunden von der Hütte zum Gipfel und zurück (3,5 im Aufstieg, 1,5 im Abstieg), jeweils 900 Höhenmeter.

Route:

Von der Cabane de Tracuit in Richtung Osten über den den Trutmanngletscher ansteigen. Mit genügend Sicherheitsabstand zu den Spalten über den Gletscher bis in die Scharte zwischen den Gipfeln. Von hier führt leichte Kletterei über den Grat auf das Bishorn.

Gefahren:

Am Gipfelgrat bilden sich Wechten, von diesen sollten Sie Abstand halten.

Schwierigkeitsgrad:

Die Normalroute des Bishorns ist laut UIAA mäßig schwierig. Wenig steile Hänge, dazu einige steilere Passagen. Auch hier muss die Drei-Punkt-Haltung (jederzeit haben 3 Gliedmaßen Kontakt zum Fels) beherrscht werden.

Karte und Führer:

Landeskarte der Schweiz LK 1308 St. Niklaus, 1327 Evolene oder 1328 Randa, SAC(Schweizer Alpen Club) Auswahlführer Hochtouren im Wallis.

5 / 5 | Am Fuße des Berges liegt der malerische Gran Paradiso Nationalpark

Der Anspruchsvollste: Gran Paradiso (4.061 Meter)

Gran Paradiso – bei diesem Namen muss der Gipfel einfach in die Liste. Ob der Berg paradiesisch ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.

Der Gran Paradiso liegt im Val Savaranche, einem Seitental des Aostatals. Er ist in unserer Liste der anspruchvollste Gipfel, bietet aber auch die meisten Variationsmöglichkeiten. Bis Pfingsten lohnt sich für den guten Skifahrer ein Aufstieg mit den Brettern. Der Aufstieg muss in jedem Fall zu Fuß bewältigt werden. Sie übnernachten im Rifugio Vittorio Emanuele II., einer Hütte auf 2.732 Metern, bevor am nächsten Tag die restlichen 133 Höhenmeter anstehen.

Charakter:

Bis auf den Gipfelgrat reiner Gletscheranstieg ohne steile Passagen. Der Gletscher weist zudem kaum Spalten auf. Am Grat ist auf 30 Metern Länge der zweite UIAA Grad im Klettern gefordert. Die Passage lässt sich aber gut absichern. Trotzdem sind Grundkenntnisse im Klettern und Sichern nötig.

Start und Ziel:

Pont im Val Savaranche ist der Startpunkt für den Hüttenzustieg zum Rifugio Vittorio Emanuele II. Von dort geht es am nächsten Morgen weiter zum Gipfel.

Gehzeiten:

Zur Hütte: 3 Stunden, zum Gipfel: 6,5 Stunden (4,5 im Aufstieg, 2 im Abstieg), jeweils 1.350 Höhenmeter.

Route:

Vom Rifugio nach Norden durch Blockfelder zum Beginn der Moränen, diese aufwärts bis zur Gletscherzunge verfolgen. Auf dem Gletscher immer rechtshaltend hinauf. Kurz vor dem Gipfel über einen letzten etwas steileren Eishang empor, dabei hält man sich etwas links unterhalb des Grates zur Rechten. Von einem Joch zieht der felsige Grat fast eben zum Gipfel, seine Querung verlangt den zweiten UIAA Grad.

Gefahren:

Bei schlechter Sicht ist die Orientierung ein großes Problem, dann helfen nur noch Karte und Kompass weiter.

Schwierigkeitsgrad:

Auch der Gran Paradiso fällt in die Schwierigkeitsstufe II der UIAA. Einige Kletterstellen machen das Erklimmen für „Normalwanderer" zum anspruchsvollsten Vorhaben der 5 Gipfel.

Karte und Führer:

Gran Paradiso / La Grivola / Cogne vom Istituto Geografico Centrale (Turin), Blatt Nr. 101, 1:25.000.

Diese Beschreibung soll nur einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzt keinen Führer.

Seite 7 von 12