Angeschmiert

Sportsalben halten nicht was sie versprechen

Hamburg – Mit Sportsalben ist man im wahrsten Sinn des Wortes angeschmiert. Mehr als Marketing der Hersteller steckt in den handelsüblichen Tuben meist nicht drin, berichtet das Männermagazin "Men’s Health".

"Die Verpackungen versprechen, was die Inhalte gar nicht halten können", kritisiert der Marburger Pharmazeut und Apotheker, Dr. Gregor Huesmann. Es gelte schon lange als wissenschaftlich gesichert, dass die Wirkstoffe in den gängigen Sportsalben die betroffenen Regionen überhaupt nicht erreichen können.

Bestätigt wird er von dem Orthopäden und Sportmediziner Dr. Thomas Möller aus Speyer. Seiner Ansicht nach sind die wissenschaftlichen Arbeiten zur Wirksamkeit von Sportsalben größtenteils fragwürdig.

Wirkungsvoller ist nach Ansicht von Möller ein altes Hausmittel: "Unmittelbar nach einer Verletzung ist Kühlung wichtig. Dafür sind Kältepacks oder ein Schwamm und Eiswasser gut geeignet." Außerdem: Den verletzten Körperteil ruhig stellen und hoch lagern. Und im übrigen seien bei Schmerzen Medikamente zum Einnehmen allemal sinnvoller als Salben, die als Kombipräparate sogar gefährlich sein können.

Zusammen mit Dr. Huesmann hat "Men’s Health" eine Sportsalbe entwickelt, die ebenso einfach wie preiswert ist, aber wirkt: Sie besteht aus 10 Gramm Senfmehl, 10 g Cayennepfeffer (alternativ: Tabasco), 70 g Wollwachsalkoholsalbe und
10 Milliliter Calendula”l.

Einzelbewertung der wichtigsten im Handel erhältlichen Sportsalben veröffentlicht "Men’s Health" in seiner am Mittwoch, 17. Juli, erscheinenden August-Ausgabe.

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