Bis an die Spitze: Beeindruckende Gipfelstürmer

Rekordverdächtige Bergbesteigungen
Diese 4 Bergbesteigungen sind alles andere als gewöhnlich

Premieren, Blitzbesteigungen und Rekorde: Wir zeigen Ihnen 4 packende Geschichten von Menschen, die einen außergewöhnlichen Trip auf den Gipfel hinter sich gebracht haben

Von Kalifornien auf 8.000 Meter in Tibet

Einen wahren Blitztrip haben Adrian Ballinger (40) und Emily Harrington (30) im Herbst 2016 hingelegt: Sie brauchten gerade mal 2 Wochen von Kalifornien auf den Cho Oyu (8.201 Meter) in Tibet.

Zu Hause trainierte das Kletterer-Paar bereits mit speziellen Geräten, die Belastung und Erholung mit verringertem Sauerstoff simulieren. Vor Ort in Tibet profitierten sie von einem stabilen Wetterfenster, nutzten Sherpa-Unterstützung und zusätzlichen Sauerstoff.

Normalerweise brauchen Expeditionen ungefähr zwei Monate für Akklimatisation und Besteigung. Harrington und Ballinger standen am neunten Tag ihres Trips nach einem 18-Stunden-Push vom Camp 2 auf 7200 Metern auf dem Gipfel.

Aller guten Dinge sind 3

Wenn eine Bergbesteigung nicht genügt: Am 19. Juni 2017 bestieg der Schweizer Nicolas Hojac von Stechelberg aus die 3 Gipfel von Jungfrau, Mönch und Eiger, er endete in Grindelwald. Diese Trilogie absolvierte er in nur 11 Stunden und 43 Minuten.

Diese Topzeit gelang ihm unter anderem, weil er einen Gleitschirm nutzte. So konnte er die Abstiegszeiten jeweils reduzieren. Die gesamte Distanz ist rund 31,5 Kilometer lang. Insgesamt musste er 4.300 Höhenmeter überwinden.





Frauenpower an der Felswand

Die Voie Petit am Grand Capucin (3.838 m) gehört zu den schwersten Linien der Alpen - und den schönsten! Eröffnet hatte sie der Franzose Arnaud Petit 1997, der hatte allerdings die Schlüssel-Seillänge bei der Erstbegehung nicht frei klettern können, das schaffte er erst später. Die erste freie Begehung gelang Alexander Huber 2005. Anfang Juli gelang es Caroline Ciavaldini als erster Frau, die Voie Petit am Mont Blanc zu wiederholen.

Die vormalige Wettkampfkletterin Caroline Ciavaldini (Lead-Weltcupsiegerin Chamonix 2011) hat die Kalkulierbarkeit des Sportkletterns eingetauscht gegen die Ungewissheit der Herausforderungen im Alpinen.

In diesem Clip zeigt sich diese Reise von der starken Wettkämpferin zur (Kopf-)starken Alpinkletterin. Interessant ihr Umgang mit Angst: „I decided that fear would be left aside. I had this box of fear, but I've closed the box and put it aside. So I could just climb and focus on it. That was it."




Speedrekord am Matterhorn

Die Schweizer unter sich: Am 22. April 2015 hat Dani Arnold, Speedspezialist aus Urn, die Schmid-Route in der Matterhorn Nordwand in 1 Stunde und 46 Minuten durchstiegen. Damit war er 10 Minuten schneller als Ueli Steck im Jahr 2009.

Die 1.100 Meter hohe Nordwand des Matterhorns ist eine der drei großen Nordwände der Alpen, neben Eiger und Grandes Jorasses. Gute Bergsteiger benötigen für die Wand aus Fels und Eis circa 8 bis 10 Stunden. Dani Arnold schaffte den Aufstieg in 1 Stunde 46 Minuten. Er kletterte solo und ohne Sicherung auf der Schmid-Route der Matterhorn Nordwand; Ueli Steck hatte 2009 im oberen Wandteil die Pitelka-Variante gewählt.

Der Urner Bergführer Dani Arnold ist bekannt für seine Geschwindigkeit beim Bergsteigen. Vom aktuellen Speedrekord sagt Dani: „Es war schon zäh dieses Mal. Einfach hochspazieren konnte ich nicht."




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