Besserer Sex: Das bringt mehr Spaß ins Bett und in die Beziehung

Sex-Verzicht ist keine Tugend
Bei den meisten Menschen sinkt die Sex-Frequenz mit der Dauer der Partnerschaft

Aufpassen: Wenn es im Bett nicht mehr knistert, ist das Ende der Beziehung vielleicht nicht mehr weit. Wie Sie durch besseren Sex in Ihrer Beziehung wieder neues Feuer entfachen können

Am Anfang fielen Sie alle paar Stunden über Ihre Freundin her. Einige Monate später immerhin noch jede Nacht. Dann ergaben sich die Gelegenheiten nur noch am Wochenende. Und jetzt müssen Sie sich anstrengen, um sich an das letzte Mal zu erinnern? Das geht nicht nur Ihnen so. Das kann hormonell bedingt sein. Sie schütten einfach weniger vom Lusthormon Neutrophin und um so mehr Oxytocin aus, von den Forschern auch "Bindungshormon" genannt. Kaum stellt sich emotionale Zufriedenheit ein, schon geht die körperliche Lust in die Knie. Dabei heißt es doch, guter Sex sei für eine glückliche Beziehung unabdingbar. Studien besagen, je öfter Sex, desto besser wird er. Ist jetzt das große Glück in Gefahr? Und was können Sie tun? Vor allem: ruhig bleiben! So schlimm ist das alles gar nicht – und vor allem ist es normal. Bei den meisten Menschen sinkt offenbar die Sex-Frequenz mit der Dauer der Partnerschaft.

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Was ist wenn der eine will, der andere aber nicht?

Oft ist die Sex-Flaute zunächst kein Problem. Der Psychologe Professor Ulrich Clement von der Universität Heidelberg, dessen Bestseller Guter Sex trotz Liebe (Ullstein, um 9 Euro über amazon.de) das Problem aufgreift, beschreibt zwei mögliche Szenarien, von denen jedoch nur eines problematisch ist: "Wenn das Ganze friedlich und einvernehmlich passiert, gibt’s auch kein Problem." Wenn Sie also beide zufrieden dabei zusehen, wie Ihr Sexleben abstirbt und niemand darunter leidet, besteht auch kein Grund, sich verrückt zu machen – mal ganz abgesehen davon, dass Sex in vielerlei Hinsicht gesund ist und das Selbstwertgefühl steigert, Kalorien verbrennt und sich gut anfühlt.

"Schwierig wird’s im anderen Fall", so der Sexualtherapeut. "Wenn einer will und der andere nicht – oder anders will. Sobald sich die Erwartungshaltungen unterscheiden, gibt es Konflikte." Ein bekanntes Bild: Der Mann will Sex, die Frau hat Kopfschmerzen. Er bettelt, er fleht, irgendwann übt er Druck aus – und sie verschließt sich noch weiter. Immer wieder gibt es Streit. Was tun? "Manchen Paaren gelingt es, aus diesem Streit herauszutreten und nüchtern Bilanz zu ziehen: Was ist eigentlich unser Problem? An diesem Punkt ist es wichtig, dass die Vorwürfe aufhören und Wünsche geäußert werden. Nicht immer: Du machst dies und das. Sondern: Ich hätte gerne, dass wir es so und so versuchen." Wenn gar nichts mehr hilft und die Trennung droht, bleibt immer noch der Gang zum Paartherapeuten. An dieser Stelle wollen wir jedoch nicht vom Extremfall ausgehen.

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Sie müssen sich anstrengen, um sich an das letzte Mal zu erinnern? Das geht nicht nur Ihnen so

Besserer Sex bei zu viel Stress und zu wenig Zeit

Nehmen wir im Gegenteil an, dass Sie beide einvernehmlich sagen: Wir möchten wieder mehr Sex, aber der Alltag steht uns im Weg. Ständig muss einer zur Arbeit oder kommt gestresst von dort wieder, ständig müssen Dinge erledigt und Probleme gelöst werden. Immer ist Hetze, nie ist Zeit, und wenn doch, hat keiner die Ruhe, das Bedürfnis oder die Kraft, sich noch zu erotischen Abenteuern aufzuschwingen. Zumal die Menschen im Fernsehen und den Zeitschriften sowieso alle viel attraktiver sind als Sie beide. So hängen Sie geschafft auf der Couch vor der Glotze und spüren, wie die Unzufriedenheit an Ihnen nagt – oder die Angst, der andere könnte mit Ihnen unzufrieden sein.

Stopp! Beenden Sie die Frustspirale! Unser Tipp: Gehen Sie doch mal ins Kino. Nein, nicht zusammen. Nur Sie. Oder nur sie. Machen Sie irgendwas getrennt voneinander. Hängen Sie nicht aufeinander wie Nacktmulle in der Höhle. Es gibt kein Patentrezept für mehr oder besseren Sex in der Beziehung – aber dadurch, dass Sie immer weiter aneinander heran- oder ineinander hineinkriechen, wird es nicht besser. Im Gegenteil: Alles, was so nah und so normal ist, wird irgendwann unsexy und uninteressant. "Ein Paar bewegt sich immer in einem Spannungsfeld zweier eigentlich zuwiderlaufender Zustände – Leidenschaft und Vertrautheit", sagt Clement. "Wir wollen stets beides, aber im Grunde schließen Begehren und Vertrautheit einander aus. Begehren braucht Abstand. Ich kann nicht begehren, was ich schon habe oder zu haben glaube. Es gibt Paare, denen es gelingt, diese schwierige Balance zu halten.

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Wer mehr erotische Nähe möchte, soll Abstand halten

Besserer Sex durch Abstand halten

Es klingt paradox: Wer mehr erotische Nähe möchte, soll Abstand halten. Natürlich ist es schwierig, künstlich eine Distanz zu jemandem aufzubauen, mit dem Sie jeden Tag zusammen sind, jeden Morgen das Bad teilen, den Sie schon in speckiger Unterwäsche und ohne Make-up gesehen haben. Ebenso schwer fällt es Ihrer Liebsten mit Ihnen. Vor allem, weil die Distanz nicht künstlich wirken darf.

Experte Clement hält gar nichts von aufgesetzten Spielen, bei denen ein Partner den anderen künstlich eifersüchtig zu machen versucht, indem er herumflirtet. "Das sind unproduktive Tricksereien." Viel wichtiger sind zwei Dinge.

1. Bei aller Liebe und Rücksichtnahme niemals die eigene Person aus den Augen zu verlieren, sich weiterzuentwickeln, dem anderen nicht alles Recht zu machen – denn das hieße, irgendwann völlig zu verschwinden. (Nein, Sie sollen nicht Ihr Couchkartoffel-Syndrom noch mehr kultivieren! Es geht um Dinge, die Sie interessant machen.)

2. Auch dem anderen Entwicklungsspielräume zu lassen – und diese Veränderungen zu registrieren. Das bedeutet: Sie sollten von Anfang an Ihre Aufmerksamkeit wachhalten, die Partnerin nicht aus den Augen verlieren. "Viele denken, sie hätten den anderen sicher und werden unaufmerksam", so der Psychologe. "Dadurch entgehen ihnen Veränderungen, die den anderen vielleicht gerade interessant machen könnten. Ein Partner entwickelt sich ja weiter, und nicht immer parallel zum anderen. Darin liegt das Spannende." Das soll nicht heißen, dass Sie nun voreinander Maskenbälle und Kostümfeste aufführen sollen. "Schauen Sie sich doch mal an, wann Menschen ihre Partner am interessantesten finden. Das geschieht am ehesten, wenn sie den Partner im Gespräch mit anderen sehen oder bei einer unbekannten Tätigkeit." Sicher erwacht dieses neue Interesse in Ihnen nicht beim Kuscheln auf der Couch vor der Glotze.

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Reife Frauen lieben leidenschaftlich
Die meisten Frauen werden gern verführt

Besserer Sex mit mehr Aufmerksamkeit

Versuchen Sie auch nicht, die Welt im Bett mit neuen, bahnbrechenden Ideen zu verändern. Sie werden für eine Frau nicht mit einem Mal attraktiver, weil Sie eine Liebesschaukel kaufen und die sofort unter die Decke schrauben. Das macht ihr eher Angst. Es heißt immer, man müsse mehr Kreativität zeigen – doch das steigert nur die Anspannung. "Da würde ich eher den Druck ein wenig herausnehmen", rät Clement. "Es ist ja gar nichts dagegen einzuwenden, wenn einer kreativ ist, aber viele sind es nun mal nicht – und die denken dann, dass weiß Gott was von ihnen verlangt wird.“ Lieber aufmerksam hinschauen und die Bedürfnisse der Partnerin entdecken, als durch angestrengte Kreativität zu verkrampfen. Das heißt nicht, dass Sie sich nicht reinhängen sollen. Bloß exotische Neuheiten sollten Sie nur auf Wunsch auspacken. Lassen Sie den Experimentierwütigen zunächst im Schrank und holen Sie lieber den Verführer heraus.

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Sexleben verbessern mit Verführung

Im Grunde ist die Situation perfekt für Sie: Die meisten Männer hassen es, nervtötende Situationen auszusitzen, einfach nur abzuwarten. Und die meisten Frauen werden gern verführt. Zählen Sie eins und eins zusammen und werden Sie aktiv! Clement: "Grundsätzlich ist es vielversprechend, wenn Verführung ins Spiel kommt. Als Variante ist sie in jedem Falle Fordern und Jammern vorzuziehen." Sie dürfen Ihre Liebste natürlich nicht plump überrumpeln. "Es gilt, ihren Geschmack zu treffen. Da sind wir wieder bei der Aufmerksamkeit." Um also zu wissen, wie sie verführt werden will, müssen Sie ihre Wünsche und Fantasien kennen. Sie müssen auch wissen, zu welcher Tages- oder Nachtzeit ihr der Sinn am ehesten nach Sex steht – das kann sich etwa durch einen neuen Job oder ein anderes   Hobby durchaus geändert haben. Sie müssen wissen, in welchem Outfit sie sich besonders begehrenswert fühlt, welcher Film ihre Fantasie zuletzt am meisten angeheizt hat, welches Parfüm sie an Ihnen in letzter Zeit am liebsten riecht oder gerne gerochen hätte. Augen zu und durch wird da nicht funktionieren. Sie müssen ein Agent in eigener Sache werden. Ziel Ihrer Mission: die eigene Frau wieder als Rätsel zu begreifen – und dieses zu knacken.

Der Orgasmus der Frau
Gemeinsamer Orgasmus: Zum Spaß im Bett gehören immer zwei

Wenn sie nicht kommen kann: So verhelfen Sie ihr zum Orgasmus

Wie Sie helfen können, die Orgasmusprobleme ihrer Liebsten zu lösen? Wenn eine Frau nicht zum Höhepunkt kommt, ist sie selbst schuld – diese Ausrede zieht heute nicht mehr. Men's Health hat die drei häufigsten Ursachen für weibliche Orgasmusschwierigkeiten erforscht – und was dagegen hilft.

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Früher war alles einfacher, auch wenn’s beim Sex nicht so richtig klappen wollte. Da hieß es schlicht: "Du bist ja frigide!" Frei übersetzt verstanden die Herren der Schöpfung darunter eine Gefühlskälte, die den Frauen die Lust am Sex nahm und den ersehnten Orgasmus verhinderte. Doch die Wahrheit sieht anders aus: Frigidität existiert gar nicht. Was es dagegen ohne Zweifel gibt, sind Frauen, die nur selten oder sehr schwer zum Höhepunkt kommen. Die Gründe sind so zahlreich und individuell wie die Frauen selbst. Psychotherapeut und Gynäkologe Dr. Frank Koch unterscheidet dabei drei Kategorien:

1. Psychogene Ursachen

Die frühen Entwicklungsjahre prägen das Sexualverhalten entscheidend. Wurde Sexualität im Elternhaus tabuisiert, entwickelt die Frau später kein Vertrautsein mit dem eigenen Körper. Aufkommende Ängste und Schuldgefühle lassen nicht zu, dass sie Sexualität genießt. In solchen Fällen können psychotherapeutische Behandlungsansätze helfen, etwa eine Verhaltens- oder Sexualtherapie.

2. Situationsabhängige Ursachen

Partnerschaftskonflikte können das sexuelle Empfinden stark beeinträchtigen. Stress, Streit und fehlendes Vertrauen zum Partner führen unweigerlich zu negativen sexuellen Erlebnissen. Eine Paartherapie bei einem ausgebildeten Sexualtherapeuten kann diesen Konflikten entgegenwirken.

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3. Partnerbezogene Ursachen

In den häufigsten Fällen ist Unwissenheit die Wurzel des Problems. Viele Männer wissen zu wenig über die Anatomie der Frau. Mit anderen Worten: Der Schlüssel zur weiblichen Ekstase ist die richtige Stimulanz. Erst wenn Frauen ihren Partnern die eigenen sexuellen Wünsche und Vorlieben anvertrauen, funktioniert das Learning-by-doing. Der Tipp des Experten: "Sex ist Charme über den ganzen Körper verteilt." Und wenn Sie charmant genug sind, werden Sie den bezaubernden Körper Ihrer Liebsten genauer kennen und lieben lernen. Bei Ihrer Partnerin rennen Sie damit offene Türen ein. Aber vergessen Sie auch nach Anfangserfolgen nicht: Erotik ist eine hohe Kunst, die nicht nach dem simplen "Sesam, öffne dich"-Prinzip funktioniert. Er befiehlt, sie kommt – das gibt es doch nur im Märchen.

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Fazit: Reden Sie darüber!

Natürlich ist es auch wichtig, dass Sie Ihrer Liebsten zuhören, Sie miteinander reden –  ohne Kommunikation kein guter Sex. Clement: "Viele fürchten das Gespräch, weil sie Angst haben, dass etwas zerredet wird. Die Gefahr besteht durchaus, je nachdem, ob jemand rechthaberisch daherredet oder verächtlich, ob sich einer im Dialog immer nur taktisch verhält oder mauert und blockiert." Versuchen Sie nicht, Ihre Maximalforderungen durchzusetzen, und suchen Sie nicht unbedingt nach einer Lösung. Das klingt sonst schnell so: Okay, einmal die Woche, am besten am Wochenende, dreimal im Monat liege ich oben, einmal reitest du, Stichtag nächster Samstag. Es gibt keine Gebrauchsanleitung für gute Gespräche, aber konstruktiv sollte es sein, von Neugier auf den anderen geprägt. Bedenken Sie: Nicht jede(r) will immer über alles reden.