Sport und Schmerzmittel: Darum sind Schmerztabletten für Sportler gefährlich

Schmerzmittel während des Ausdauersports gefährden die Gesundheit
Wer sich beim Sport unwohl fühlt, sollte trotzdem keine Schmerztabletten einnehmen, sonst drohen ernsthafte Gesundheitsgefahren

Vor der Laufrunde noch schnell eine Schmerztablette einwerfen? Gar keine gute Idee! Darum sind Ibuprofen & Co. für Ausdauersportler so gefährlich

Für den Halbmarathon Ihrer Heimatstadt trainieren Sie seit einem halben Jahr. Endlich ist der große Tag da – und ausgerechnet heute wachen Sie mit Kopfschmerzen auf. Viele Freizeitsportler würden jetzt schnell zu einem nicht-verschreibungspflichtigen Schmerzmittel greifen, Ibuprofen oder Diclofenac zum Beispiel. Keine gute Idee!

Schmerzmittel können Magen-Darm-Probleme auslösen

"Die Einnahme von verschreibungsfreien Schmerzmitteln wie ASS, Diclofenac oder Ibuprofen kann in Verbindung mit Ausdauersport äußerst gefährlich sein", warnt Dr. Florian Penner, Apotheker aus Emden und Mitglied der Apothekenkammer Niedersachsen. Statt dank des Schmerzmittels besser durch den Lauf zu kommen, drohen schmerzmittelbedingter Magen-Darm-Krämpfe auf der Strecke. Und nicht nur das: "Immer wieder erleiden Läufer, die vor dem Start den scheinbar harmlosen Wirkstoff ASS eingenommen hatten, Infarkte oder andere Herzprobleme", sagt der Experte.

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Wieso sind die scheinbar harmlosen Schmerzmittel so gefährlich für Ausdauersportler? Florian Penner: "Beim Ausdauersport wird die Durchblutung der Muskulatur aufgrund des höheren Sauerstoffbedarfs erhöht, die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes stark und die der Niere leicht herabgesetzt. Beim Laufen werden die inneren Organe zudem durch die ständigen Schüttelbewegungen gestört und beispielsweise die Barrierefunktion der Darmwand beeinträchtigt. Dies wird durch eingenommene Schmerzmittel verstärkt. Durch das eingenommene Schmerzmittel gelangen Bakterien und Toxine vermehrt ins Blut, die den gesamten Organismus schädigen und sich negativ auf die Nierenfunktion auswirken. Eine geringere Durchblutung der Niere ist die Folge. Tritt zusätzlich ein Elektrolytmangel durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr auf – bei Langstreckenläufern ein häufiges Symptom – kann es zu Nierenschäden kommen."

Was mache ich, wenn ich beim Sport Schmerzen habe?

Was aber tun bei Schmerzen beim Sport? "Läufer, die trotz Beschwerden starten möchten, sollten sich in einer Apotheke vor Ort beraten lassen", rät Penner, "Bei Wadenkrämpfen kann die Häufigkeit und Intensität durch die Einnahme von Magnesuim reduziert werden. Bei Muskel- und Gelenkschmerzen kann auch eine Salbe helfen. "Bei Kopfschmerzen am Morgen und einer Laufveranstaltung am Nachmittag ist ein Analgetikum vertretbar", sagt der Apotheker, "Von der Einnahme wenige Stunden oder unmittelbar vor dem Lauf kann ich nur abraten. Sportliche Höchstleistungen unter dem Einfluss von Schmerzmitteln oder unter Schmerzen verzögern mindestens die Regeneration oder können schlimmstenfalls organische Schäden nach sich ziehen."

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Lassen Sie bei stärkeren Kopfschmerzen Ihr Ausdauertraining oder auch ein Laufevent ausfallen. Das gesundheitliche Risiko, unter Schmerztabletteneinfluss teilzunehmen, ist zu groß. Bei wiederkehrenden Muskel- oder Gelenkschmerzen sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker eine langfristige Strategie entwickeln. Denn Schmerz sollten immer Warnsignale des Körpers verstanden werden. Nur so hat man langfristig Spaß am Sport.