Schönheitschirurgie Intimbereich: Das sind die 10 häufigsten Schönheits-Ops am Penis

Das sind die 10 häufigsten Schönheits-Ops am Penis
Was, wenn im Intimbereich etwas nicht der landläufigen Norm entspricht?

Zu schmaler Penis, Erektionsprobleme, schlaffer Hodensack? Das sind die 10 häufigsten chirurgischen Eingriffe im männlichen Genitalbereich

Der Größte, der Breiteste, der Längste – über das männliche Geschlechtsorgan wird häufig in Superlativen gesprochen. Doch was, wenn im Intimbereich etwas nicht der landläufigen Norm entspricht? Über die Nachteile bei Problemen im Intimbereich braucht man nicht herumreden: Der Penis ist das Symbol für Männlichkeit. Wenn "da unten" etwas nicht so funktioniert oder aussieht, wie es sollte, kann das nicht nur zu physischen Problemen führen, sondern auch schweren psychischen Leidensdruck bis hin zu Depressionen auslösen. 

Wir haben mit Prof. Dr. med. Frank Sommer über die 10 häufigsten Intim-Operationen bei Männern und deren Risiken und Kosten gesprochen. Sommer ist Urologe, Androloge und Sportmediziner an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Er wurde 2005 als erster Arzt der Welt als Universitätsprofessor für Männergesundheit berufen.

>>> Diese Fakten sollten Männer über ihren Penis kennen

1. Beschneidung 

Neben kulturell-religiösen Gründen wird die Vorhaut auch aufgrund ästhetischer Aspekte abgenommen. Zudem gibt es auch medizinische Gründe, etwa Entzündungen oder eine Verengung der Vorhaut.  

Welche Gefahren birgt der intimchirugische Eingriff? Normale OP-Risiken wie lokale Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? 250 bis 800 Euro. Bei medizinischer Notwendigkeit sollte die Krankenkasse die Kosten übernehmen. 

>>>Vor- und Nachteile eines beschnittenen Penis

Ist mein Penis perfekt? Männer setzen sich immer mehr unter Pefektionsdruck
Ist mein Penis perfekt? Männer setzen sich immer mehr unter Pefektionsdruck

2. Vasektomie 

Hier findet eine Durchtrennung der Samenleiter statt. Männer, die sich zu diesem Schritt entschließen, wollen meist keinen Nachwuchs (mehr) haben, leiden unter einer Kondom-Allergie oder möchten ihre Liebste vor dem Hormoncocktail der Pille schützen. Aber: Führen Sie vorab in jedem Fall ein Gespräch mit einem seriösem Facharzt. 

Welche Gefahren birgt der intimchirugische Eingriff? Es bestehen normale OP-Risiken wie lokale Infektionen. Plus: Es kann die Arterie zur Blutzufuhr im Hodensack durchtrennt werden, was zur Schrumpfung der Hoden führt.

Was kostet diese Intim-OP? 300 bis 800 Euro je nach Form der Narkose. 

>>>Das hilft bei Kondomallergie

3. Penisverkrümmungen

Erworbene Penisverkrümmung: Von der sogenannten Induratio penis plastica oder Peyronie's disease (englisch) sind bis zu etwa 10 Prozen,t vor allem Männer mittleren Alters, betroffen. Die exakten Ursachen sind noch nicht bekannt. Vermutet werden Entzündungen oder Mikroverletzungen während des Sexualaktes und der anschließenden Heilphase. Erste Anzeichen können Ablagerungen (Plaques) am Schaft sein, die dann verkalken können und zu einer Verkrümmung und Verkürzung des Penis führen.

Welche Gefahren gibt es? Das höchste Risiko durch eine operativen Begradigung ist Impotenz. Aber auch Erektionsstörungen durch häufige Verletzung von Nerven und Blutgefäßen im Zuge der OP können auftreten.  Außerdem: Die Begradigung führt zu einer Verkürzung Ihres besten Stückes, warnt Prof. Sommer: "Im Detail ist es abhängig vom Grad der Verkrümmung, aber im Durchschnitt verliert man 1-2 Zentimeter an Länge."
Lassen Sie sich über die unterschiedlichen Operationsmethoden beraten, darunter die EGYDIO-Technik oder Operationen nach Nesbit.

Was kostet diese Intim-OP? Die Kosten sollten von der Krankenkassen übernommen werden. 

Es gibt auch eine angeborene Penisverkrümmung: Etwa 12 Prozent aller Männer sind betroffen. Der Grund ist ein genetischer Defekt, wodurch sich das Bindegewebe in den Schwellkörpern des Penis unterschiedlich entwickeln. Vor allem bei sehr starken Verkrümmungen kann das zu Problemen während des Geschlechtsverkehrs führen. Weil die Verkrümmung bei der Mehrzahl der Betroffenen (zirka 8 Prozent) aber eher gering ist, gilt die angeborene Penisverkrümmung als kaum OP-bedürftig, sagt Sommer – auch weil generell kaum ein Penis schnurgerade ausfällt. Eine leichte Krümmung kann also als fast normal bezeichnet werden. Zudem: Männer mit einer angeborenen Penisverkrümmung sind in der Regel fähig zum Geschlechtsverkehr. 

Welche Gefahren birgt der intimchirugische Eingriff? Es besteht die Gefahr einer Impotenz. Und: An der operierten Stelle kann es zu einem erhöhten "venösen Abfluss" kommen. Heißt: Der Blutfluss im Schwellkörper ist nicht mehr ideal, es kann zu Erektionsstörungen kommen. Und auch hier kann es zu einer Penisverkürzung kommen. Lassen Sie sich über die unterschiedlichen Operationsmethode beraten, darunter Plaquinzision mit Grafting, Nesbit-Operation oder die neueste STAGE-Technik Weiterentwicklung.

Was kostet diese Intimchirurgie? Die Kosten sollten von der Krankenkassen übernommen werden.

>>>16 Penis-Beschwerden, die Sie nicht ignorieren sollten

Alptraum jeden Mannes: Wenn der Penis nicht so will wie man möchte
Alptraum eines jeden Mannes: Wenn der Penis nicht so will, wie man möchte

4. Penisverlängerung 

Bei einer operativen Verlängerung werden die Penishaltebänder (sogenannte Ligamente), die im Beckenknochen verankert sind, durchtrennt. Denn: Der längste Teil des Penis sitzt im Körper und ist nicht sichtbar. Der Penis "fällt" durch die OP also quasi ein Stück heraus.

Zugewinn: Durchschnittlich 0,5 bis 1,5 Zentimeter, in Ausnahmefällen bis zu 5 Zentimeter. Bevor Sie zum nächsten Chirurgen laufen: "Die Vergrößerung ist primär im nicht-erigierten Zustand sichtbar, weil sich der Schwellkörper an sich nicht durch die OP verändert", erklärt Sommer. Eine Penisverlängerungen ist der 7. häufigste Eingriff in der plastischen Chirurgie. 

Welche Gefahren birgt der intimchirugische Eingriff? Erektions und Ejakulationsprobleme.

Was kostet diese Intim-OP? 2000 bis 6500 Euro. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn der Patient unter einem Mikropenis leidet (kürzer als 7 Zentimeter im erigierten Zustand).

>>>So funktioniert der Penisstrecker

5. Penisverdickung

Es gibt verschiedene operative sowie konservative Methoden zur Penisverdickung. Um den Umfang zu erhöhen, kann entweder Eigenfett oder Hyaluronsäure injiziert werden. Auch kann der gesamte Penis auseinander gebaut und beispielsweise durch das Einsetzen von Silikon verdickt werden. "Das Problem bei Eigenfett ist, dass höchsten 20 Prozent der Original-Injektion am Ende übrig bleibt, weil der Körper es abbaut", sagt Sommer.

Zugewinn: 0.5 bis 1.5 Zentimeter, in Ausnahmefällen um bis zu fünf Zentimeter Umfang. 

Welche Gefahren birgt der intimchirugische Eingriff? Bei OP-Techniken, bei denen nicht Eigenfett oder Hyaluronsäure injiziert wird, kann es zu einem erhöhten venösen Rückfluss des Blutes und allgemein Störungen der Nerven kommen, die widerum zu führt zu Erektionsprobleme führen. Zudem kann eingesetztes Fremdgewebe wie Silikon Allergien auslösen oder verrutschen. Besonders bei nicht-professionellen Injektionen mit Hyaluronsäure besteht die Gefahr, dass der Penis nicht mehr ebenmäßig ist, sondern durch Knoten verknubbelt und entstellt ist.

Was kostet diese Intim OP? 4000 bis 12.000 Euro

Wer Pornodarsteller als Maßstab nimmt, denkt öfter über eine Penis-OP nach

6. Suprapubische Fettpolster   

"Wenn das Fettgewebe, das kurz oberhalb des Schambein liegt, zu sehr ausgeprägt ist, verliert der Penis optisch an Größe", sagt Sommer. Er versinkt sozusagen im Fettpolster. Sollte eine allgemeine Gewichtsreduktion keine Verbesserung bringen, kann die operative Entfernung durch Absaugen dieses Fettpolsters eine Alternative sein. 

Welche Gefahren birgt der chirugische Eingriff? Gering, normale OP-Risiken wie Narbenbildung und lokale Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? 1500 bis 6000 Euro.

7. Penisprothesen 

Bei nur jedem 2. Betroffenen von Potenzstörungen führt die medikamentös verabreichten PDE-5-Hemmer (etwa Viagra) zu einer festen, harten Ereltion, die man für den Geschlechtsverkehr benötigt. Konservative Alternativen sind Spritzen in den Penis, Pellets, die in die Harnröhre eingebracht werden, und Vakuumpumpen mit Penisring. Wer das alles nicht will, kann oder muss auf Penisprothesen zurückgreifen. "Die favorisierten Modelle sind hydraulische Pumpen", so Sommer. Sie kommen den natürlichen Sexualabläufen am nächsten: Per Hand wird eine Pumpe betätigt, die in den Hodensack operiert wurde. Daraufhin fließt Flüssigkeit in den Penis beziehungsweise in die künstlich eingesetzten Prothesenzylinder im Penis und lässt ihn steif werden. Wichtig: Der Penis wird nicht ersetzt. Die Deaktivierung erfolgt erneut über den Hodensack.

Welche Gefahren birgt der chirugische Eingriff? Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? Die Kosten von um 8.000 bis 12.000 Euro sollten von der Krankenkassen übernommen werden, allerdings nur, wenn alle anderen medikamentösen und konservativen Therapien beim Betroffenen nicht funktioniert haben.

>>> So misst man die Penislänge richtig



8. Skrotal-Plastik

Sitzt der Hodensack (Skrotum) zu weit vorne am Schaft, wirkt der Penis optisch kürzer. Durch ein sogenanntes Penoscrotal Webbing (englisch) wird der Hodensack durch eine plastisch-chirurgische Operation nach hinten versetzt. 

Welche Gefahren birgt der intimchirugische Eingriff? Normale OP-Risiken wie Narbenbildung und lokale Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? 500 bis 2000 Euro

>>> Die 5 größten Porno-Lügen

9. Hodensackstraffung

Die Muskeln und das Gewebe des Hodensacks verlieren im Alter an Spannkraft. Der operative Eingriff entfernt überschüssiges Hautgewebe, wodurch der Hodensack gestrafft wird. Stellen Sie sich auf ein paar Wochen Sport- und Sex-Verbot ein. 

Welche Gefahren birgt der intimchirugische Eingriff? Normale OP-Risiken wie Narbenbildung und lokale Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? 500 bis 2000 Euro

10. Peniskopfverdickung

Hier wird Kollagen (faserbildendes Protein) in die Eichel gespritzt. Der Zugewinn beträgt1 bis 2 Zentimeter Umfang. 

Welche Gefahren birgt der intimchirugische Eingriff? Empfindungsreduktion. "Manchmal ist das gewollt", sagt Sommer, "weil dadurch die Erregung nicht so schnell einsetzt." Es besteht jedoch das Risiko, dass manche Männer gar keinen Orgasmus mehr bekommen. Darüber hinaus: normale OP-Risiken wie lokale Infektionen. 

Was kostet diese Intim-OP? Das hängt von der Menge der Kollagenspritzen ab: Bei einer kleinen Eichel braucht man mehr Spritzen, umso teurer wird der chirurgische Eingriff. Rechnen Sie mit um die 500 bis 1000 Euro.

>>> 36 Regeln für eine bessere Erektion

Nicht alles nach Norm im Schritt? Na und? Orientieren Sie sich nicht an Pornodarstellern und übertriebenen Prahlereien Ihrer Kumpels. Solange Sie keine Schmerzen haben, im Bett alles funktioniert und Ihre Freundin glücklich ist, sollten Sie besser die Finger von intimchirurgischen Eingriffen lassen. Denn jeder chirurgische Eingriff birgt auch Risiken. Lassen Sie sich fachkundig beraten. Weitere Infos finden Sie zum Beispiel hier.

Buchtipp: Das Men's Health Penis-Buch. Mehr Gesundheit, Potenz und Spaß im Bett von Dr. Frank Sommer und Oliver Bertram, um 17 Euro. Random House