Technik-Trends: Das sind die spannendsten Technik-Neuheiten der CES 2018

Die 5 spannendsten Technik-Trends 2018
Sonys Roboterhund "Aibo" wird Haustier-Ersatz

Die Consumer Electronics Show in Las Vegas gilt als die weltweit größte Fachmesse für Unterhaltungselektronik. Wir waren live vor Ort und haben uns auf die Suche nach den wichtigsten Tech-Trends gemacht

1. Diese Roboter werden Ihnen in Zukunft helfen

Gefühlt hat nahezu jeder zweite Aussteller auf der CES seinen eigenen Roboter vorgestellt, der vor künstlicher Intelligenz nur so strotzt. Viele sollen dabei als Haustier-Ersatz dienen. So bringt Sony beispielsweise seinen Roboterhund "Aibo" wieder zurück, Bosch zeigte die aktuellste Version von "Kuri" und Bluefrog Robotics stellte seinen Prototypen "Buddy" vor, der noch dieses Jahr im September für 1500 US-Dollar auf den Markt kommen soll – auch in Europa. LG präsentierte sogar gleich 3 neue Hilfsroboter: Der "Serving Robot" soll in Restaurants Essen servieren, der "Porter Robot" in Hotels Koffer tragen und der "Shopping Cart Robot" in Supermärkten beim Einkauf helfen.

Wer sich schon jetzt einen kleinen Eindruck machen will, was die KI-Roboter so alles drauf haben können, sollte sich "Cozmo" von Anki mal genauer anschauen, den wir in unserem Gadgets für Männer-Special ausführlich vorgestellt haben.

>>> Die neusten Technik-Gadgets für Männer

Samsung zeigt
Der MicroLED-TV "The Wall" von Samsung schafft eine Auflösung von 8K und ist ganze 146 Zoll groß, kann durch seine modulare Bauweise allerdings theoretisch in jeder beliebigen Dimmension hergestellt werden

2. Fernseher, die sich selbst einrollen

Kaum eine CES ohne spannende TV-Innovationen. Den wohl größten Paukenschlag landete diesmal Samsung mit "The Wall". Der eigentliche Clou des Mega-TVs ist dabei nicht etwa die beeindruckende Größe von 146 Zoll oder dessen Auflösung von 8k, sondern die selbstleuchtende "MicroLED"-Technik dahinter, die ohne Farbfilter und Hintergrundbeleuchtung auskommt. Jeder Bildpunkt besteht dabei aus einer eigenen Leuchtdiode, was laut Samsung vor allem in Sachen Bildhelligkeit und Schwarzwerte neue Maßstäbe setzen soll. Besonders interessant ist dabei, dass durch die modulare Bauweise theoretisch jede beliebige TV-Größe denkbar wäre. Allerdings ist sich Samsung bis dato noch nicht sicher, was sie mit dieser Möglichkeit eigentlich genau anstellen wollen.

>>> Die besten Filme für Männer

Beim Kampf um das beste Bild ist, neben 4K- und 8K-Auflösung, "High Dynamic Range" (HDR) die derzeit wohl vielversprechendste Methode, um mehr Kontrast und Farben mit feineren Abstufungen darstellen zu können. Allerdings ist die Frage eines finalen Standards noch immer nicht geklärt. Auf der CES präsentierten Panasonic, Samsung und das Filmstudio 20th Century Fox nun den mittlerweile fünften Standard namens "HDR10+", bei dem die Helligkeit und der Kontrast dynamisch an jede Szene angepasst werden können, anstatt nur statisch auf den gesamten Film wie bei "HDR10". Das Ergebnis war vor Ort durchaus beeindruckend. Nun muss sich zeigen, ob sich das neue Verfahren auch allgemein durchsetzen kann.

Der TV verschwindet im Sockel

Lauscht man den großen TV-Herstellern, geht es in Zukunft auch um die Frage, was mit der riesigen schwarzen Fläche an der Wohnzimmer-Wand passiert, wenn der Fernseher ausgeschaltet wird. Samsung brachte jüngst "The Frame" auf den Markt, bei dem der TV über austauschbare (Bilder-)Rahmen und einem Kunst-Modus kurzerhand zum Gemälde wird, das von einem echten kaum mehr zu unterscheiden ist. In Las Vegas stellte LG nun die Technik-Studie des weltweit ersten, rollbaren OLED-TVs mit 65 Zoll vor, der nach dem Ausschalten in seinem Sockel verschwinden kann. Entweder komplett, oder noch zum Teil als Leiste sichtbar, um beispielsweise die Uhrzeit oder das aktuelle Wetter anzuzeigen. Panasonic feilt hingegen seit Jahren an einem durchsichtigen Bildschirm und zeigte auf der CES den neuesten Prototypen. An die Wand gehängt oder vor Dekoration gestellt, ist er ausgeschaltet kaum noch zu erkennen.

Demnächst wird jedes Technik-Produkt internetfähig – egal ob Kühlschrank, TV, Waschmaschine oder Wearable
Demnächst wird jedes Technik-Produkt internetfähig – egal ob Kühlschrank, TV, Waschmaschine oder Wearable

3. Internet der Dinge: bis 2020 alle Tech-Produkte vernetzt

Mittlerweile müssten Sie schon davon gehört haben. Nein? Dann sollten Sie unbedingt unsere FAQ zum Internet der Dinge lesen, denn im Grunde steht uns hier die nächste Technik-Revolutionsstufe vor der Tür, die teilweise jetzt schon erlebbar ist – etwa im Bereich Smart Home. Wie ernst es der Branche mit einer komplett vernetzten Technik-Welt ist, hat beispielsweise Samsung auf der Messe klargemacht, indem sie bis 2020 sämtliche neuen Produkte IoT-fähig machen wollen. Egal ob Kühlschrank, TV, Waschmaschine oder Wearable.

>>> Die besten Fitness-Gadgets

Das große Problem des IoT-Trends ist allerdings, dass es bislang noch keinen einheitlichen Standard gibt. Zudem entwickelt jeder große Hersteller gerade sein eigenes, kleines IoT-Universum, das nur die hauseigenen Produkte plus einige Kooperationspartner abdeckt.

>>> Das bringt Ihnen das Internet der Dinge

Das Badezimmer wird zum Smart Home
Bitte WC-Sitz vorheizen! Das Badezimmer wird zum Smart Home

4. Das Smart Home reicht bis ins Badezimmer

Von unterwegs aus das Licht oder Klima in den einzelnen Räumen regeln, den Putzroboter starten, die Waschmaschine anwerfen oder in den Kühlschrank gucken: Immer mehr Bereiche und Geräte in unserem Zuhause werden intelligent gemacht und per App, Sprachassistent oder Geste gesteuert. Was noch alles möglich ist, zeigt beispielsweise die Firma KOHLER, die mit einer neuen Produktpalette demnächst das komplette Badezimmer ins Smart Home integrieren will. Über einfache Sprachbefehle soll sich automatisch Badewasser einlassen, das Spiegel-Licht regeln, ein Dusch-Programm starten, die Klospülung tätigen oder gar der WC-Sitz vorheizen. Da bleiben eigentlich kaum noch Wünsche offen.

Lebensmitteltracker gegen Verschwendung

Interessant ist auch die Idee des US-Startups Wide Afternoon, das mit der "Ovie Smarterware" dabei helfen will, keine Lebensmittel mehr zu verschwenden. Dabei werden neue Lebensmittel im Kühschlank mit einem Tracker versehen. Ein LED-Ring zeigt dann die Frische des Produkts an und mahnt per App, wenn etwas möglichst bald aufgegessen werden sollte und wie es mit den anderen Lebensmitteln zu einer Mahlzeit kombiniert werden könnte.

Alexa, Google Assistant, Siri? Wer steuert das Smart Home

Eine große Rolle bei der Entwicklung und Verbreitung von Smart Home-Produkten wird allerdings die Integration in die Sprachassistenten Alexa, Google Assistant und Siri spielen. Denn wie auch beim Thema IoT braut derzeit fast jeder große Anbieter von Smart Home-Produkten sein eigenes App-Süppchen und sperrt die Konkurrenz-Geräte einfach aus. Es braucht eine allgemeine Plattform, über die das komplette Zuhause ausnahmslos gesteuert werden kann, ohne sich an bestimmte Marken binden zu müssen. Das könnte allerdings noch eine Weile dauern.

>>> Die coolsten Funktionen der Sprachassistenten

Assistenz-Systeme der selbstfahrenden Autos werden immer schlauer
Die Assistenz-Systeme der selbstfahrenden Autos werden immer schlauer

5. Autonome Fahrsysteme werden immer intelligenter

Die CES in Las Vegas wird auch immer mehr zu einer Show- und Innovationsbühne der großen Automarken. 2018 stand diesmal vor allem im Zeichen der selbstfahrenden Autos. BMW, Volkswagen und Daimler zeigten ihre immer intelligenter werdenden Assistenz-Systeme, die etwa selbstständig die Spur halten, im Stop-and-Go-Verkehr die komplette Kontrolle übernehmen oder bei Gefahr automatisch und vor allem schneller als der Fahrer bremsen können. So wie es derzeit ausschaut, werden wir schon bald kaum noch was zu tun bekommen – theoretisch natürlich.

>>>Wie sicher sind selbstfahrende Autos?

Technik-Trend Roboterautos

Geht es um komplett autonome Roboterautos, die ohne Fahrer auskommen sollen, scheinen hingegen die USA die Nase vorn zu haben. So lässt die Google-Tochter Waymo beispielsweise in einem Vorort von Arizona bereits Autos ohne Kontrollfahrer selbstständig durch die Gegend fahren. Die Flotte soll in den nächsten Jahren auf 600 Robo-Cars aufgestockt werden. Auf ähnliche Zahlen will es auch General Motors bis 2021 bringen. Zum Vergleich: Deutsche Autobauer planen bis dahin im besten Fall offiziell gerade mal mit einer Testflotte von knapp 40 Testfahrzeugen. Allerdings mag das auch daran liegen, dass in Deutschland die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Testen von selbstfahrenden Autos strenger sind als in den USA.

Helfende Roboter im Supermarkt oder Hotel, selbstfahrende Autos und ein komplett intelligentes Zuhause – bis hin zur Klospülung: Das sind die Technik-Trends, die bis 2020 unser Leben verändern werden.

Sponsored SectionAnzeige