Reisekrankheiten: So schützt du dich vor Krankheitserregern im Urlaub

Mann sitzt krank am Bahnsteig
Schade um den Urlaub: Schütz dich vor Reisekrankheiten unterwegs durch bewusste Hygienemaßnahmen

Bettwanzen, Norovirus, Sommergrippe, Salmonellen: Das hilft zuverlässig gegen die 10 häufigsten Reisekrankheiten

Aus manchem Urlaub kehrt man erschöpft statt erholt zurück, denn auf Reisen schwirren viele Krankheitserreger herum. Mit diesen Tipps landen auch die schlimmsten Übeltäter keinen Stich bei dir:

1. Norovirus: Der Keim ist gerne als blinder Passagier unterwegs. "Dieses Magen-Darm-Virus verbreitet sich von Mensch zu Mensch, aber auch über kontaminierte Speisen oder Oberflächen", sagt Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. An Bord eines Flugzeugs oder auf einem Kreuzfahrtschiff ist so ein Ausbruch dramatisch, denn meist erwischt es gleich Hunderte von Passagieren. Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Fieber können 12 bis 24 Stunden nach der Ansteckung auftreten. Die Flüssigkeitsverluste musst du umgehend ausgleichen. Fass wenig an, wasch und desinfizier dir sich oft die Hände, vor allem nach dem Klogang.

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2. MRSA: Vorsicht, deine Gesundheit kann baden gehen! Die 4 Buchstaben stehen für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. Das ist ein Bakterium, das auf der Haut von Menschen vorkommt, über Wunden in den Körper gelangt eitrige Entzündungen auslösen kann. Das Problem: Es ist gegen zahlreiche Antibiotika resistent und so für Abwehrgeschwächte lebensbedrohlich. Falls sich auf deiner Haut schmerzhafte rote Pusteln bilden, solltest du daher umgehend den Arzt aufsuchen. In der Umkleide des Freibades niemals barfuß herumlaufen! Gesunde, fitte Menschen haben dagegen nichts zu befürchten. Und: Du musst dich nicht nach jedem Pool-Besuch desinfizieren. "Dadurch schaden man lediglich seiner Haut", warnt der Experte.

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Kranker Mann im Urlaub am Pool
Trotz schönster Ferienatmosphäre geht es dir nicht gut? Könnte eine Sommergrippe sein

3. Krätze: Die auslösenden Milben treiben vor allem in Urlaubsgebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit ihr Unwesen. Bei Kontakt mit der Haut bohren sie sich in deren oberste Schicht. Zirka 5 Wochen nach der Einnistung tritt sehr stark juckender Ausschlag auf, üblicherweise in Hautfalten und Gelenkbeugen oder im Genitalbereich. Eine Behandlung mit Medikamenten ist zumeist sehr effektiv. Generelle Vorsicht ist in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in schmuddeligen Hotels geboten. Meide möglichst unmittelbaren Hautkontakt mit Polstern und Sitzflächen, indem du lange Kleidung trägst und Hände, Füße sowie den Rücken möglichst die ganze Zeit über bedeckt hälst. Nach der Reise solltest du deine Klamotten bei mindestens 60 Grad waschen und durch den Trockner jagen.

4. Bettwanzen: Die Mistviecher stecken zum Beispiel im Hotelbetten sowie in allen Polstermöbeln, die nicht regelmäßig gesäubert werden. Wanzenspuren (Kot) sind als kleine dunkle Flecken im Stoff zu erkennen. Sauge, wenn möglich, Möbel gründlich ab und wasche Bettwäsche bei mindestens 60 Grad. Die rötlich- braunen Krabbler von der Größe eines Apfelkerns sind sehr zäh, sie können länger als ein Jahr ohne jede Nahrung auskommen. Ihre Bisse sind als rote Punkte auf der Haut zu sehen, können dort allergische Reaktionen auslösen. Betroffene Stellen täglich mit Seife und Wasser reinigen.

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Paar relaxt im Hotelbett
Wir wollen dir die Urlaubslaune nicht verderben, aber Vorsicht: In Hotelbetten und -postermöbel können Krätzemilben und Bettwanzen lauern

5. Sommergrippe: Mit dem Influenza-Virus, das die klassische Grippe im Winter auslöst, hat dieses Phänomen nichts gemein. "Eine Sommergrippe existiert eigentlich gar nicht. Sie ist ein Sammelbegriff für fiebrige, grippale Symptome, die durch verschiedene Viren ausgelöst werden können", sagt Jelinek. Medikamente helfen kaum, Ruhe und Schlaf dagegen umso mehr. Meide alles, was dein Immunsystem schwächt, etwa zu lange Aufenthalte in der Sonne und Flüssigkeitsmangel, aber auch starke Temperaturschwankungen, wie sie Klimaanlagen verursachen können.

6. Sonnenstrahlen: Maligne Melanome sind bösartige Hauttumoren. Exzessives Sonnenbaden fördert ihre Entstehung, ihre Häufigkeit steigt seit Jahrzehnten stetig an. Trotz intensiver Aufklärungskampagnen verzichten viele Menschen aus Bequemlichkeit oder Leichtsinn auf adäquaten Schutz. Dabei wird die Haut selbst dann in Mitleidenschaft gezogen, wenn kein Sonnenbrand entsteht. In den Sommermonaten solltest du daher auch an bewölkteren Tagen stets eine Schicht Sonnenmilch auftragen, und sie bei längeren Aufenthalten im Freien regelmäßig erneuern. Eine gute Creme blockt sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen. Erstere lassen die Haut schneller altern, letztere beschädigen die Hautzellen teils so sehr, dass der Körper sie nicht reparieren kann. Dann pellt die Haut ab. Lange Kleidung ist eine UV-Barriere. Dabei gilt: Je dichter der Stoff, desto stärker der Sonnenschutz.

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7. Salmonellen: Bei Sommerhitze vermehren sich Bakterien besonders leicht. Zudem vernachlässigen viele beim Grillen die Hygiene, essen mit den Händen, lassen rohes Fleisch mit Gemüse in Kontakt kommen. So haben Salmonellen und Kolibakterien leichtes Spiel. Lebensmittelvergiftung kann die Folge sein. Achte darauf, dass Grillgut ganz durchgart.

8. Hakenwürmer: In warmen und feuchten Böden fühlen sie sich am wohlsten und bohren sich von dort aus in die Fußhaut. Nachdem sie sich zum Darm vorgearbeitet haben, nisten sie sich dort ein: "Sie saugen täglich Kleinstmengen Blut, verursachen aber keine Symptome. Den weißen Wurm bemerkst du erst, wenn er in der Keramik gelandet ist", sagt Jelinek. Kinder und Schwangere sollten sich dabei besonders in Acht nehmen. Bei starkem Wurmbefall eines geschwächten Wirts können infolge des Blutverlusts Müdigkeit und Bauchschmerzen auftreten. Streunende Hunde und Katzen solltest du besser meiden. "Für Hakenwürmer von Haustieren ist der Mensch ein Fehlwirt. Daher irren sie orientierungslos in der Haut umher. Die juckenden, roten Linien können jedoch zum Glück gut behandelt werden", weiß Reisemediziner Jelinek.

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Mann im Whirlpool
In vom Wasser aufgeweichte Haut dringen leicht Krankheitserreger ein

9. Pseudomonas: Nach körperlicher Anstrengung ein wenig im Whirlpool relaxen? Klingt verlockend, birgt jedoch Gefahren. "Längere Aufenthalte im Wasser weichen die Haut auf, wodurch diese anfälliger wird", sagt Experte Jelinek. Und dann haben Pseudomonas-Bakterien meist leichtes Spiel. Sie können an behaarten Körperstellen eine Entzündung der Haarfollikel – auch Follikulitis genannt – auslösen. Man erkennt sie an einer Hautrötung. In leichten Fällen hilft es schon, Desinfektionsmittel auf die Stelle zu träufeln. Schwere Fälle dagegen müssen in der Regel mit Antibiotika behandelt werden. Willst du auf Nummer sicher gehen, steigst du besser nur in Sprudelwannen, deren Besitzern du vertraust.

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10. Bienen: Autsch! Wichtigste Regel beim Stich: den Stachel herausziehen, am besten mit einer Pinzette. Jelinek: "Man muss sich keine Sorgen machen, dass man dabei Giftreste in die Haut presst. Die Menge ist irrelevant – Hauptsache, der Stachel ist raus." Schwellungen kannst du mit Eis und einer Cortisoncreme behandeln. Auf keinen Fall an der Einstichstelle reiben! Wenn du auf bestimmte Insekten bzw. auf deren Bisse und Stiche allergisch reagierst, solltest du stets einen Adrenalin- Pen bei dir tragen, um im Notfall einen Schock zu verhindern.

Urlaubsreisen sollten Erholung sein, kein Stress. Mit unseren Tipps und etwas Vorsicht wird dein Urlaub dieses Jahr ein voller Erfolg.