Vom Super-Nerd zum Superhelden: Filmtipp "Kick Ass 2"

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Kick Ass 2"
Trailer zum Film "Kick Ass 2"

Hit Girl und Kick Ass haben’s immer noch drauf. Im Sequel der Comic-Verfilmung lassen die selbsternannten Teenage-Superhelden ihre Mainstream-Kollegen erneut alt aussehen: Hier unser Filmtipp zu "Kick Ass 2"

Spider-Man und Batman gehören zum alten Eisen. Denn Superhelden brauchen keine Superkräfte, nicht einmal teure Gadgets und Waffen. Das haben wir 2010 in der herausragenden Comic-Verfilmung Kick Ass gelernt. Mit viel Action und Humor zeigt auch die Fortsetzung, wie normale Vorstadt-Teenies versuchen, Do-it-Yourself-Superhelden zu werden. Während High-School-Nerd Dave alias Kick Ass mit ein paar Gleichgesinnten eine maskierte Bürgerwehr im Party-Keller eines Ex-Auftragskillers aufbaut, geht Mindy alias Hit Girl mit jetzt 15 Jahren durch die Pubertäts-Hölle an der High School. Nebenbei müssen sie sich um eine ganze Armee Super-Schurken kümmern, die ihnen aus Rache nach dem Leben trachtet. Kick Ass 2 ist wie sein Vorgänger wenig familientauglich. Der schwarze Humor und die ultra-brutalen Kampf- und Action-Szenen sind nichts für Zartbesaitete. Allerdings: War Teil 1 noch frisch, originell und überraschend, schafft es das Sequel nicht ganz aus dessen Schatten zu treten. Zum Glück macht Kick Ass 2 immer noch sehr, sehr viel Spaß. 

Kick Ass (Aaron Taylor-Johnson) tut sich mit Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey) zusammen
Kick Ass (Aaron Taylor-Johnson) tritt dem Team von Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey)bei

Darum geht’s in Kick Ass 2: Möchtegern-Superheld Dave Lizewski (Aaron Taylor-Johnson) wollte seinen grünen Strumpf-Anzug eigentlich an den Nagel hängen als er feststellen musste, dass Superhelden-Arbeit hart und gefährlich ist. Doch dann trifft er ein Team von maskierten Gerechtigkeitskämpfern, an dessen Spitze der ehemalige Mafioso Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey) steht. Mindy/Hit Girl (Chloë Grace Moretz) muss nach dem Tod ihres Vaters die Schulbank drücken. Ihr Pflegevater will, dass sie ein normales Mädchen wird, inklusive Teenie-Klischees wie Boy-Groups-Anhimmeln, Zickenkriege und erstes Date. Währenddessen schnappt sich ihr alter Widersacher Chris D’Amico (Christopher Mintz-Plasse) das Sado-Maso-Latexkostüm seiner verstorbenen Mutter, nennt sich fortan The Motherfucker und baut eine Gruppe bezahlter Super-Schurken auf. Deren erste Aufgabe: den verhassten Kick Ass vernichten. 

Chris D’Amico alias The Motherfucker (Christopher Mintz-Plasse) baut eine Gruppe bezahlter Super-Schurken auf
Chris D’Amico alias The Motherfucker (Christopher Mintz-Plasse) baut eine Gruppe bezahlter Super-Schurken auf

Superhelden-Satire mit Ballast
Kick Ass 2
ist eine gelungene Superhelden-Parodie, die Bösewichte – allen voran The Motherfucker – sind herrlich überzogene, eindimensionale Witzfiguren, die hervorragend unterhalten. Dabei ist die Adaption des Marvel Comics von Mark Millar und John Romita Jr. niemals billiger Action-Klamauk, sondern immer auch eine Hommage ans Superhelden-Kino. Einziges Problem: Kick Ass 2 schleppt jede Menge Ballast aus Teil 1 mit sich herum. Zu viele alte Handlungsstränge werden weitergeführt, zu viel wird erklärt. Da bleibt wenig Platz für neue Ideen, so dass Kick Ass 2 anfangs nicht richtig Fahrt aufnimmt.

Fazit: derbe Sprüche, überzeichnete Comic-Action, pechschwarzer Humor – Kick Ass 2 ist ein gelungener Genremix der Popkultur und trotz einiger Schwächen eine der lustigsten und besten Comic-Verfilmungen des Jahres. Kein Wunder, schließlich bleibt Hit Girl auch mit 15 die coolste Superheldin des Comic-Universums. Das werden selbst Batman und Spider-Man einsehen müssen.

Kick-Ass 2 (USA, Großbritannien 2013)
Regie: Jeff Wadlow
Drehbuch: Jeff Wadlow, Mark Millar & John Romita Jr. (Comic-Vorlage)
Darsteller: Aaron Taylor-Johnson, Chloë Grace Moretz, Christopher Mintz-Plasse, Jim Carrey
Länge: 103 Minuten
Start: 15. August 2013

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