Orgasmus vortäuschen: Warum Frauen den Höhepunkt faken

Warum Frauen den Höhepunkt vortäuschen
Alles nur Fake? Die meisten Männer haben keine Schimmer davon, über welche Schauspielkünste Frauen verfügen

Etwa 7 von 10 Frauen haben schon einen Orgasmus vorgetäuscht. Ob wir's gespürt haben? Wohl kaum! Aber der Zweifel ist oft da. Die 7 häufigsten Gründe, warum Frauen faken und wie Sie es verhindern

Lustvoll stöhnen, lauter werden, Augen verdrehen, die Brust zur Decke recken, den Kopf in den Nacken werfen, mit den Lippen ein O formen und die Fingernägel tief in seinen Rücken krallen. Funktioniert sie so, die perfekte Dramaturgie des vorgetäuschten Orgasmus? Fragen Sie doch mal Ihre Partnerin! Sowas macht die nicht? Hätten Sie längst gemerkt? Von wegen! Die meisten Männer ahnen nicht mal, welche Schauspielkünste ihre Liebste draufhat.

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Viele Frauen sind im Bett nämlich ziemlich überzeugend: 67 Prozent aller Frauen haben schon einmal einen Orgasmus vorgespielt, so das Ergebnis einer US-Studie der University of Kansas. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Angesichts dieser Zahlen stellen sich manchem Mann folgende Fragen: Warum machen die das? Bin ich nicht gut genug? Weil Sie von Ihrer Partnerin wohl kaum eine ehrliche Antwort bekommen, geben wir sie Ihnen: die 7 häufigsten Gründe, warum Frauen faken und was ihnen das bringt.

Den Höhepunkt vortäuschen, um den Partner glücklich zu machen

Angenommen, Sie geben sich seit geschlagenen 20 Minuten alle Mühe, Ihre Liebste mit der Zunge zum Höhepunkt zu pushen. Sicher ist: ihre Partnerin weiß Ihren Einsatz ehrlich zu schätzen. Sicher ist auch, dass sie weiß, dass Sie nur darauf warten, dass sie dabei vor Lust schier platzt. Dieser Gedanke sorgt allerdings dafür, dass sie sich nicht fallenlassen kann. Frauen tun sich ohnehin schwer damit, alle Hemmungen über Bord zu werfen und die Hingabe des Partners selbstlos zu genießen. Zwar ist es auch abhängig davon, wie Sie die Liebste verwöhnen, doch das spielt eine eher untergeordnete Rolle. Weil diese Tatsache für viele Frauen schwer zu erklären ist, wählen sie den einfachen Weg und täuschen vor, um dem Partner ein gutes Gefühl zu geben.

Der Vorteil: Ihr Harmonie-Bedürfnis ist befriedigt.
Der Nachteil: Sie haben keine Chance zu lernen, woran es liegt, dass sie nicht richtig genießen kann.

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Sie hat eigentlich gar keine Lust auf den Sex

Wie oft haben Sie sie schon zum Sex animiert und wie oft hat sie "Nein" gesagt? Selbst wenn Sie nicht mitgezählt haben, Ihre Liebste weiß genau, dass sie Sie nicht oft (genug) ranlässt. Die Gründe für temporäre Unlust sind sehr verschieden, wissen Sie selbst. Und irgendwann, wenn die Herzdame zum 15ten Mal "Bitte nicht" denkt, während Sie an Ihrer Bluse fummeln, spricht sie ein "Ja" aus oder lässt sich still auf ein. Moment mal, ohne Lust wird sie doch nicht feucht, denken Sie? Von wegen! Viele Frauen werden zwar durch manuelle Stimulation nass, haben aber trotzdem kein Verlangen nach Sex. Was sie dann tut? Sie zieht die Nummer durch, kurz bevor Sie kommen (oft auch gleichzeitig) spult sie ihr Feuerwerk-Programm ab.

Der Vorteil: Sie haben Spaß und sie erst einmal wieder Ruhe.
Der Nachteil: Die Frau hat keinen Orgasmus.

Darum täuschen Frauen den Orgasmus vor
Unschuldsengel oder Raubkatze? Woher wollen Sie eigentlich so genau wissen, ob Ihre Liebste nur schauspielert?

Der vermeidliche Höhepunkt gibt Ihnen ein gutes Gefühl  

Zu gutem Sex gehört auch ein Orgasmus. So denken jedenfalls immer noch die meisten Männer. In Pornos sieht das ja auch genau so aus – es wird gestöhnt, geschrien und sogar abgespritzt (wir sprechen von der weiblichen Ejakulation). Tatsächlich genießen aber zahlreiche Frauen den Sex auch ohne Happy End. Es geht um Körperlichkeit, Nähe und Lust. Es soll Frauen geben, die beim Sex keinen Orgasmus haben, sich aber so intensiv an den guten Sex erinnern, dass sie bei der Selbstbefriedigung daran zurückdenken. Das heißt übrigens nicht, dass sie beim Sex mit Ihnen keine Lust hat oder Sie etwas falsch machen – manchmal will der Vulkan eben einfach nicht ausbrechen. Kennen Sie auch, oder?

Der Vorteil: Sie muss keine Argumente suchen, warum Sex auch ohne Orgasmus beglückend ist.
Der Nachteil: Sie schweigt darüber, dass sie auch ohne Finale Grande Spaß hat (und erspart Ihnen so nicht die unnötige Mühe).

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Sie will mit einem vorgespielten Orgasmus Nähe herstellen

Gemeinsam den Höhepunkt zu erreichen, ist magisch. Sie liegen nebeneinander in den verschwitzen Laken, atmen, lächeln, teilen dieses besondere Erlebnis. Der geteilte Orgasmus ist wie ein Versprechen aneinander, die Krönung der gerade hergestellten Nähe. Wenn einer von beiden nicht gekommen ist, fühlt sich das seltsam unvollständig an. Die Frau möchte nur ungern dieses Magie-Häuschen zum Einsturz bringen. Als Frau hat sie es da einfach: wenn Männer mal nicht können, ist das in der Regel mehr als eindeutig und dementsprechend fühlt Mann sich dann auch.

Der Vorteil: Sie sorgt sich um die Harmonie in der Beziehung.
Der Nachteil: Sie hätte die Möglichkeit, Ihnen den Leistungsdruck zu nehmen, indem sie zugibt, selbst nicht zu können – nutzt sie aber nicht.

Ein vorgetäuschter Höhepunkt macht ihr Spaß

In jeder Frau steckt eine kleine Hauptdarstellerin – der sterbende Schwan, die Prinzessin auf der Erbse oder die unerbittliche Königin. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, die Schauspielkünste auszuleben: beim Streit, beim Sex oder unter der Dusche. Den Orgasmus realistisch vorzutäuschen, ist schon große Kunst – und es macht vielen Frauen verdammt viel Spaß, das Repertoire auszuschöpfen. Denken Sie an Filmszenen wie im Klassiker "Harry und Sally". Es soll sogar Frauen geben, die den Höhepunkt so gut mimen, dass sie selbst kaum noch unterscheiden können, ob das jetzt echt oder geschummelt war. 

Der Vorteil: Beide haben ihren Spaß.
Der Nachteil: Kein Applaus für die Schauspielkunst.

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Singles nehmen sich damit selber den Druck

Laut einer US-Studie der Emory University in Atlanta kommen Frauen bei Casual Sex nur halb so oft zum Orgasmus, wie beim Sex in einer Beziehung. Grund: einem Fremden sagen Frauen nicht auf Anhieb, was ihnen gefällt. Beim One-Night-Stand geht es ihnen mehr um das nachhaltige Abenteuer als um den schnellen Orgasmus.

Der Vorteil: Keine Erklärungsnot.
Der Nachteil: Schade.

Mit dem vorgetäuschten Orgasmus steigert sie ihre eigene Lust

Man kann es verstehen oder auch nicht: Einige Frauen kommen durch den gefakten Orgasmus erst so richtig in Fahrt. Glauben Sie wirklich, dass jeder zweite Orgasmus auch tatsächlich der zweite ist? 

Der Vorteil: Sie nimmt beiden Partnern den Leistungsdruck und drückt den "Alle Leinen los"-Knopf.
Der Nachteil: Bei manchem Mann ist der Ofen aus, wenn sie dann wirklich will.

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Darum täuschen Frauen den Orgasmus vor
Den Orgasmus realistisch vorzutäuschen, ist große Kunst. Und genau das auszuprobieren und täuschend echt nachzuahmen macht vielen Frauen nun einmal verdammt viel Spaß

So verhindern Sie den gefakten Orgasmus

Ja, es ist nicht schön, zu erfahren, dass die Liebste im Bett schummelt. Doch jetzt, da Sie die häufigsten Gründe dafür kennen, sollte klar sein, dass sie es nicht tut, um Ihnen eins reinzuwürgen. Im Gegenteil: meist greift sie in die Trickkiste, weil ihr der Sex und die Nähe einfach wichtiger sind als der Orgasmus an sich. Heißt: Vielleicht sollten Sie gar nicht versuchen, das vorgetäuschte Finale zu verhindern. Denn mal angenommen, die Liebste würde nie wieder faken, würden Sie sehr viel seltener zum Zug kommen. Was Sie aber tun können, ist dafür sorgen, dass Ihre Partnerin sich besser fallenlassen kann und keine Angst hat, Bedürfnisse zu äußern. Wie Sie das machen? Wir verraten es Ihnen:

1. Achten Sie auf verbale und nonverbale Hinweise

Wenn Sie nicht wollen, dass Ihre Partnerin nur aus reiner Nächstenliebe mit Ihnen in die Kiste springt, sollten Sie aufmerksamer werden. Es ist nämlich gar nicht so schwer zu erkennen, ob sie wirklich Lust hat oder nicht. Wenn Sie den ersten Schritt getan haben, Ihre Partnerin aber weder an den Knöpfen Ihres Hemdes noch dem Reißverschluss Ihrer Hose nestelt und auch sonst wenig Initiative zeigt, ist sie vermutlich nicht in Stimmung. Aber Achtung: natürlich kann sich die Lust auch erst entwickeln. Wichtig ist, dass Sie auch beim Akt auf die Reaktionen Ihrer Partnerin achten und vielleicht auch mal eine Vorspiel-Verlängerung einlegen.

2. Fragen Sie niemals "Kommst Du gleich?"

Deutlicher könnten Sie nicht zeigen, dass es Ihnen enorm wichtig ist, dass sie zum Höhepunkt kommt. Wie würden Sie reagieren, wenn ihr Antwort "Nein" wäre? Sehen Sie, geht nicht! Deswegen täuscht sie vor. Genauso schlimm: "Bist Du schon gekommen?" 

3. Betreiben Sie öfter mal wieder Petting

Das Liebesspiel ohne Geschlechtsverkehr ist wieder total angesagt, wird aber noch immer unterschätzt. Dabei ist es eine der besten Methoden, um Ihren Sex zu verbessern. Wenn Ihre Partnerin weiß, dass Sie auch zärtlich und intim sein können, ohne dass ein Orgasmus dabei herausspringen muss, nimmt ihr das enormen Druck. Je öfter Sie sich dem Fummeln hingeben, desto eher wird sie sich fallenlassen. Selbst nach einem stressigen Arbeitstag ist Sex dann keine Anstrengung mehr, sondern pure Entspannung.

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4. Sprechen Sie außerhalb des Schlafzimmers über Sex

Wenn Sie sichergehen wollen, dass die Liebste im Bett Spaß hat, sollten Sie mit ihr über Sex sprechen – und zwar außerhalb des Schlafzimmers. Beim Spaziergang oder dem Serienabend auf der Couch können Sie sie bespielsweise fragen, ob sie beim Liebesspiel mal etwas Neues ausprobieren möchte und erklären, dass Ihnen wichtig ist, dass sie genießen kann. So geben Sie ihr das Gefühl, dass sie sich öffnen darf. Je vertrauter sich Ihre Partnerin fühlt, desto eher spricht sie über ihre sexuellen Bedürfnisse.

Bevor Sie jetzt an der Echtheit des nächsten Orgasmus Ihrer Liebsten zweifeln, sollten Sie sich überlegen: Was würde es an der Qualität Ihres Sex ändern, wenn Sie wüssten, dass sie nachgeholfen hat? Für eine Frau ist der Höhepunkt weniger wichtig als für einen Mann, sie genießt die Lust auch ohne das finale Aufbäumen. Heißt: mit Ihren Qualitäten als Liebhaber hat ein vorgetäuschter Orgasmus nicht zwingend etwas zu tun. Übrigens, ganz wichtig: wenn Sie die Liebste darauf ansprechen, ob der Orgasmus gerade echt war, verunsichern oder verärgern Sie sie nur. Also besser nicht fragen, sondern einfach wieder mehr Fummeln!