Hard-Rock gegen Schmerzen und Angst

Gesundheit/Musik – Der richtige Rhythmus kann Krankheiten kurieren

Hamburg – Musik müsste es eigentlich vom Arzt auf Rezept geben. Denn der richtige Rhythmus kann Krankheiten kurieren, berichtet das Männer-Lifestylemagazin "Men's Health" unter Berufung auf internationale Studien. Egal ob es um Schmerzen, Konzentrationsschwäche, Herzprobleme, Übergewicht, Schlafstörungen oder die Angst vor dem Zahnarzt geht – für jedes Problem gibt's den passenden Sound, ganz ohne schädliche Nebenwirkungen.

So vertreiben rhythmische Lieder bis hin zu hartem Rock akute Schmerzen und Angst. An der Sportklinik von Lüdenscheid-Hellersen wurde sogar festgestellt, dass sich dadurch Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie Narkosemittel einsparen lassen. Bei chronischen Schmerzen hingegen sollten komplizierte, möglichst unstrukturierte Rhythmen aufgelegt werden. Gegen die panische Angst vor dem Zahnarzt hilft Musik, die Lust aufs Tanzen macht. Das hässliche Bohrergeräusch hat keine Chance, „weil der Dancefloor-Song unser Bewusstsein derart beansprucht, dass andere Umwelteinflüsse kaum wahrgenommen werden“, erläutert der Musikmediziner Dr. Ralph Spintge aus Lüdenscheid.

Gegen Depressionen temporeiche Songs statt Psychopharmaka
Als effektive Blutdrucksenker erwiesen sich nach einer Studie der Berliner Charité Lieder des indischen Sitar-Spielers Ravi Shankar, empfohlen zur Vorbeugung gegen Herzinfarkt. Wie Psychopharmaka wirken temporeiche Songs mit klarer Sopranstimme wie z.B. „Heart And Shoulder“ von Heather Nova. Sie reißen nach einer Studie der australischen Universität von New South Wales den Hörer aus seiner Niedergeschlagenheit und lösen Glücksgefühle aus. Vor Prüfungen und bei Konzentrationsschwäche empfiehlt die TU Darmstadt beruhigende, langsame Titel.

Übergewichtige sollten sich so genannte Gänsehaut-Musik zu Gemüte führen. Wuchtige Choreinsätze, Harmoniewechsel oder Anschwellen der Lautstärke aktivieren nach Erkenntnissen der Universität Montreal das körpereigene Belohnungssystem nach dem Motto Musik statt Essen, berichtet „Men‘s Health“ in seiner aktuellen Ausgabe. Hingegen helfen ruhige Melodien mit hohen Tönen von Geigen oder Flöten Tinnitus-Geplagten, weiß Dr. Klaus Hocker von der Brunnen-Klinik in Bad Meinberg.

Anspannung löst sich unter der Berieselung von warmen, meditativen Liedern. Wer es klassisch mag, wählt ein Stück in einem Tempo wie Andante, Adagio oder Largo. Tiefe, warme Klänge versprechen den größten Erfolg. Louis Armstrongs „Wonderful World“ ist ein perfektes Schlaflied für Erwachsene. Denn Titel mit abfallender Tonreihe eignen sich nach den Erfahrungen von Professor Manfred Spitzer, Leiter der Psychiatrischen Uni-Klinik Augsburg und Ulm, bei Schlafstörungen besonders gut.

Auch selbst singen hilft
Und wer gerade nicht die passende Musik zur Hand hat, sollte nach der „Men‘s Health“-Gesundheits-Hitparade einfach selber singen. Beispielsweise fanden Wissenschaftler der Uni Frankfurt heraus, dass Singen vor Halsschmerzen und Erkältungen schützen kann. Der Siegener Musikpsychologe Dr. Karl Adamek empfiehlt das Schmettern von Liedern zur Stärkung der Ausdauer. Wie es klingt, ist dabei völlig egal. Hauptsache, es macht Spaß.

Der Men‘s Health Musik-Rezeptblock
Unkonzentriertheit – beruhigende Melodien: "Teardrop" von Massive Attack
Akute Schmerzen – rhythmische Lieder: "We Will Rock You" von Queen
Herzinfarkt – indische Klänge: "Offering" von Ravi Shankar
Zahnarzt-Phobie – Dancefloor-Songs: "Crazy In Love" von Beyoncé
Niedergeschlagenheit – temporeiche Songs mit klarer Sopranstimme: "Heart And Shoulder" von Heather Nova
Chronische Schmerzen – komplizierte Rhythmen: "Parsec" von Stereolab
Tinnitus – ruhige Melodien mit hohen Tönen: "Belfast Child" von Simple MInds
Übergewicht – Gänsehaut-Musik: "Shine On You Crazy Diamond" von Pink Floyd
Anspannung – warme, meditative Lieder: "Music For Airports 1/1" von Brian Eno
Schlafstörungen – Titel mit abfallender Tonreihe: "Wonderful World" von Louis Armstrong

Men's Health / 24.7.2006

Men's Health
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