Männerpflege: Marketingtricks bei Kosmetik

Ist Männerpflege nur ein Marketingtrick?
Halb sieben morgens, Sie stehen völlig verschlafen im Bad und greifen zum erstbesten Tiegel. Ist doch egal, ob da „for him“ oder „for her“ drauf steht, oder?

Sollten Sie spezielle Cremes, Duschgels und Shampoos für Männer nutzen? Nö! Verwenden Sie doch einfach die Produkte Ihrer Freundin

Begibt man sich in eine Drogerie seiner Wahl, fühlt man sich gendermäßig ins letzte Jahrhundert versetzt: Die Welt wird in Rosa und Dunkelblau aufgeteilt. Die Produkte für Frauen überwiegen dabei und locken mit blumigen Adjektiven, hübschen Packungsdesigns und floralen Düften. Die Männerprodukte bleiben eher minimalistisch: „herb“, „sportlich“, „6 in 1“ lauten hier die Zauberwörter. Wir haben beim Dermatologen Dr. med. Philipp M. Buck nachgefragt, was es mit der Geschlechtertrennung bei Kosmetikprodukten auf sich hat.

>>> Die optimale Gesichtspflege für Männer

Unterscheidet sich Männer- von Frauenhaut?

„Es gibt evolutionsbedingt und durch Hormone gesteuert eine Reihe von Unterschieden zwischen der Haut von Männern und Frauen“, erklärt der Hautarzt. So sei Männerhaut testosteronbedingt fettiger und außerdem etwa 20 % dicker als Frauenhaut. Aber: „Es gibt innerhalb beider Geschlechter trotzdem die komplette Bandbreite von sehr trockener bis zu sehr fettiger Haut. Die Produkte für den jeweiligen Hauttyp können also problemlos untereinander ausgetauscht werden." Das heißt, ein Mann mit beispielsweise trockener Haut kann sich durchaus bei Produkten für trockene Frauenhaut bedienen. Im Umkehrschluss kann sich eine Frau im Regal für Männerkosmetik umschauen. Denn: „Hauptunterschiede bestehen im Duft und im Verpackungsdesign“.

>>> Die richtige Pflege von A bis Z 

Wie unterscheiden sich Pflegeprodukte für Männer und Frauen?

Inhaltlich scheinen die Unterschiede nur geringfügig zu sein: „Der Großteil der Männerprodukte ist eher feuchtigkeitsspendend und selten fetthaltig“, so Dr. Buck. Die Hauptunterschiede liegen woanders. „Verpackung und Duft entsprechen dem männlichen Geschmack. Außerdem werden für Männerprodukte eher praktische Tuben und Spender gewählt. Frauen hingegen genießen ausgiebige Schönheitsrituale mit Tiegeln, Fläschchen und Pipetten. Shampoo und Körperpflege sind vor allem im Duft und Design unterschiedlich“, erläutert der Facharzt für Dermatologie.

Auch das berühmte „6 in 1“-Produkt (Shampoo, Duschgel, Waschmittel, Spülmittel, Autowäsche, Mittel für alles) ist wohl nur dadurch begründet, dass Männer eine unkomplizierte und schnelle Anwendung vorziehen.

>>> So bekämpfen Sie Hautunreinheiten 

Pflege der Partnerin nutzen
Was dein ist, ist auch mein? Wenn Ihre Partnerin einverstanden ist, gilt das ab jetzt zumindest für Cremes und Co.

Welche Produkte können Sie von Ihrer Partnerin mitbenutzen?

„Alle, die er gut riechen kann! Shampoo, Duschgel, Deo und Bodylotions unterscheiden sich fast nur in der Auswahl der Parfumstoffe", verrät der Hautexperte. Nur vor stark rückfettenden Produkten wie Nachtcremes warnt er: Haben Sie – typisch Mann – eher fettige Haut, könnten diese reichhaltigen Pflegeformeln zu Pickeln führen. Dann ist es besser leichte Feuchtigkeitscremes zu verwenden. 

Sonderfall: Männer mit trockener Haut 

Da die meisten Männerprodukte für eher fettige Haut produziert werden, sollten Männer mit trockener Haut ganz bewusst zu reichhaltiger Frauenkosmetik greifen. Typische Cremes und Gels für Männer sollten in diesem Fall sogar vermieden werden, da sie nur leicht Feuchtigkeit spenden und das Austrocknen der Haut begünstigen könnten.
Übrigens: Bei vielen Luxus-Marken wie z.B. Aesop und Naturkosmetikmarken wie Dr. Hauschka geht der Trend ohnehin zu Unisex-Produkten, die nur nach Hauttypen unterschieden werden.

>>>Tipps für Männer mit trockener Haut

Ist Ihre Bodylotion oder Gesichtspflege gerade leer oder mal nicht zur Hand, ist es also kein Problem, wenn Sie die Tuben Ihrer Freundin mitbenutzen. Und spätestens beim Duschen zu zweit bietet sich ein gemeinsames Duschgel an...

Sponsored SectionAnzeige