Trainings-Logbuch: Maximilians Vorbereitung zur L'Etape du Tour

Max Immer: so schaffe ich die L’Étape du Tour de France
Maximilian: "Das ist die härteste Challenge meines Lebens"

Team, Trainingslager, Alltag — Hier berichtet Maximilian über seine Erlebnisse beim Team Alpecin auf dem Weg zur härtesten Etappe der Tour de France

Name verpflichtet: langsam wird es ernst
Name verpflichtet: langsam wird es ernst.

+++ 19. April 2019, Trainingslager Zusammenfassung: Beeindruckend, tragisch und überwältigend +++

Diese drei Wörter beschreiben die Zeit im Trainingslager für mich am besten. Unser Kollege, Stefan Keul (Pro Sport Manager der Radmarke Canyon), ist hier bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Das hat alle im Team schwer mitgenommen. In dieser schlimmen Zeit hat man gemerkt, wie dieses Team —, das sich ja noch nicht lange kennt — zusammenhalten, wie es funktionieren kann und es trotzdem klappt, das jeder an seine mentalen und körperlichen Grenzen geht und darüber hinaus. Das hat mich beeindruckt. Der Zusammenhalt gibt Stärke um Krisen zu überstehen und hat mich unendlich gepusht.

Ein Beispiel aus dem Training: ich war auf einer Bergfahrt, wunderschöne Weinberge und gleichzeitig knüppelhart mit einem Anstieg von 20 Prozent. Ich kraxelte unten am Berg zum Aufstieg herum und das Einzige, was mühelos war, war das Schwitzen. Ich war auf dem kleinsten Zahnrad unterwegs, ackerte und kämpfte gegen das Brennen in meinen Oberschenkeln. Ich ließ nur noch mein Gewicht in die Pedalen fallen, statt aus Muskelkraft zu treten. Und was haben die Profis und Halbprofis vom Team Alpecin, wie Maurizio Fondriest und Jörg Ludewig und die Alpecin-Allstar gemacht, die uns unterstützen? Die waren natürlich längst oben am Berg. Sie sind dann für die weniger Fitten umkehrt, fuhren neben uns her und haben auf uns eingeredet, "Komm, du packst das!" — "Nimm dir kleine Ziele vor." — "Ja, los!!".

Lieber Leser, Sie glauben gar nicht, wie unfassbar geil das ist und wie heftig das einen nach vorne treibt. Die haben mich überwältigt in ihrer Motivation uns zu unterstützen und mit ihrer Hingabe an den Sport. Selbst während der größten Qual macht das dadurch Spass, Rennen zu fahren und sich zu quälen. Durch sie bin ich Strecken gefahren, von denen ich nicht dachte, dass ich sie schaffen könnte: 120 Kilometer — OK, aber gleichzeitig über 1000 Höhenmeter, nie hätte ich mir vorgestellt, dass ich solche Strecken so früh im Training bewältigen könnte.

Deshalb nehme ich aus dem Trainingslager, neben dem hervorragenden Essen, folgendes mit: was diesen Sport so faszinierend macht, von dem man annimmt, er sei ein Einzelkämpfer-Sport, ist das Team. Es ist der Support untereinander. Und auch wenn ich bereits einen Eindruck bekommen habe, wie derbe hart es werden wird im Juli: Ich bin jetzt noch heißer darauf die L’Étape du Tour zu fahren! Bleiben Sie dran, auch in bin gespannt, was ich als nächstes zu berichten habe. 

+++ 08. April 2019, Südtirol — ES GEHT LOS!! — +++

Maximilian Immer, Team Alpecin 2019

+++ 01. April 2019, Hamburg +++

Liebe Men's Health Leser, hier berichte ich ab sofort für Sie über die Höhen und Tiefen meiner Challenge im Alpecin Jedermann-Team. Das ist kein April-Scherz. 

Seite 6 von 6