Östrogen in Nahrungsmitteln unbedenklich

Forscher warnen Männer jedoch vor Soja-Pillen

Hamburg – Ein Schuß Frau steckt in jedem Manne, vor allem dann, wenn er isst. Denn viele Nahrungsmittel enthalten das weibliche Sexualhormon Östrogen, berichtet das in Hamburg erscheinende Männermagazin "Men’s Health". Ein deutsch-englisches Forscherteam fand die "Frauenpower" hochdosiert vor allem in Soja. Aber auch in Lakritze, Bohnen, Kichererbsen, Früchten sowie in grünem und schwarzen Tee sind sogenannte Phyto-Östrogene enthalten, die das weibliche Hormon Östrogen nachahmen.

Zur Besorgnis ist jedoch kein Anlass, beruhigt Professorin Helga Sauerwein, Agrarwissenschaftlerin an der Uni Bonn und Mitglied der Forschergruppe. "In der Tendenz haben Phyto-Östrogene sogar positive Effekte", möglicherweise sogar als Schutzfunktion vor Krebs.

Gefährlich hingegen können Soja-Tabletten werden. Prof. Bertold Hock von der TU München in Freising dazu gegenüber der am Mittwoch, 19. April, erscheinenden Mai-Ausgabe des Magazins: "In Tierversuchen beeinflussen große Mengen pflanzlicher Östrogene die Entwicklung von Gehirn und Geschlechtsorgan."

Men’s Health, 18.4.2000

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