Das bringen Pre-Workout-Booster wirklich

So erhöhen Workout-Booster den Fokus beim Training
Wer sich vor dem Training mit einem Workout-Booster pusht, hat einen erhöhten Fokus beim Training

Mehr Fokus, mehr Pump, mehr Leistung: Pre-Workout-Booster sollen genau das bewirken. Klingt zu schön um wahr zu sein, oder? Was ist dran und was steckt eigentlich drin – wir klären auf

Das englische Wort "to boost" steht für "etwas Antrieb verleihen" und bringt damit die Wirkungsweise von Pre-Workout-Boostern eigentlich schon auf den Punkt. Die Supplemente können nämlich für mehr Energie und eine bessere Durchblutung beim Workout sorgen. Im besten Fall wird dadurch am Ende auch Ihre Trainingsleistung gesteigert.

Workout-Booster verbessern Fokus und Pump

Zusätzlich sollen die Nahrungsergänzungsmittel aber auch auf psychischer Ebene wirken und zum Beispiel die Konzentration stärken, um sich mental komplett aufs Workout zu fokussieren. Aber auch der sogenannte Pump wird durch den Booster aktiviert. Dabei handelt es sich um einen zeitweise verstärkten Blutfluss im Muskel, der sich zwar befriedigend anfühlt, aber kein Indikator für ein gutes Training oder verstärkten Muskelaufbau ist. "Der Pump im Muskel, den viele Booster erzeugen, ist eher ein zusätzlicher Spaßfaktor", sagt Supplement-Spezialist Mic Weigl aus Regensburg (www.micsbodyshop.de).

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Aus welchen Zutaten besteht ein (guter) Trainings-Booster?

Da jeder Workout-Booster – egal von welcher Marke – im Grunde für dieselben Benefits beim Training sorgen soll, findet man in vielen Produkten ähnliche Zutaten. Alle davon völlig legal, denn es handelt sich hierbei nicht um irgendwelche unseriösen Dopingmittel. Hauptbestandteile sind in der Regel BCAAs (verzweigtkettige Aminosäuren) und Guarana. Einige Booster enthalten zusätzlich noch Glutamin oder Kreatin. Dazu kommen meistens noch Koffein und die beiden Aminosäuren L-Tyrosin und Beta-Alanin.

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Einen Booster sollten Sie immer rund 30 Minuten vor dem Training schlürfen

Beta-Alanin zögert die Übersäuerung im Muskel hinaus und wird zu Carnosin abgebaut, einem Säurepuffer. "Das Brennen bei höheren Wiederholungszahlen wird geringer, weil der Muskel durch das Beta-Alanin später übersäuert. Sehr gut ergänzt sich Beta-Alanin mit Kreatin, was auf lange Sicht auch mit mehr Kraft einhergeht", erklärt Weigl. Beta-Alanin sorgt neben dem Muskelpump auch für das Kribbeln im Körper, auch Parästhesie genannt. Keine Sorge, das ist keine allergische Reaktion – und völlig unbedenklich (wenn man den Booster nicht überdosiert).

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Wann ist der richtige Zeitpunkt, um einen Booster einzunehmen?

Wie der Name es schon vermuten lässt, wird ein Pre-Workout-Booster zeitnah vor dem Training eingenommen, so können Sie die Wirkung optimal ausnutzen.

Nehmen Sie ihn zirca 30 Minuten vor dem Workout auf nüchternen Magen ein – und zwar ausschließlich an Trainingstagen.

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Auf nüchternen Magen bedeutet, dass die Pre-Workout-Mahlzeit idealerweise 2 Stunden zurückliegen sollten. Ansonsten kann die Wirkung des Boosters verzögert oder auch gar nicht eintreten.

Gibt es unterschiedliche Booster für unterschiedliche Trainingsziele?

Bei Belastungen ab einer Länge von 60 Minuten sollten Sie ein Produkt wählen, das vermehrt Guarana und weniger Koffein enthält. Experte Weigl: "Guarana geht langsamer ins Blut und dementsprechend auch langsamer wieder heraus." Außerdem empfiehlt sich in diesem Fall die Aminosäure Beta-Alanin, idealerweise zwischen 3 bis 5 Gramm pro Drink. Bei kürzeren Einheiten können Sie dagegen ruhig auf das schneller wirkende Koffein zurückgreifen.

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Pre-Workout-Booster besser als Kapseln oder als Pulver kaufen?

Greifen Sie eher zur Pulver-Variante, denn in Wasser aufgelöst ist diese schneller für den Körper verfügbar. Schließlich gelangt der Mix rascher ins Blut. Übrigens: Das Preis-Leistungs-­Verhältnis von Pulver ist oft überzeugender.

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Kann man einen Workout-Booster auch überdosieren?

"Sie sollten es vor allem mit dem Koffein nicht übertreiben", so Weigl. "Halten Sie sich immer an die Dosierungsempfehlung, setzen Sie die von Ihnen konsumierte Menge nicht drastisch nach oben oder unten." Grund: Der Koffein-Boost lässt bereits nach 2 bis 3 Einnahmen pro Woche nach. Lässt die Wirkung nach, kann es außerdem vorkommen, dass Sie sich schlapper als vor dem Training fühlen. Bei einer großen Menge an Koffein kann es zudem zu Vergiftungserscheinungen kommen. Auch eine Überdosierung von Beta-Alanin ist nicht zu empfehlen, da ein starkes (nicht mehr angenehmes) Kribbeln auftreten kann.

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Der Experte Weigl warnt: "Booster sollten mit Bedacht und eher sparsam eingesetzt werden. Bei dauerhafter Einnahme lässt der Effekt nach, und man neigt dazu, größere Mengen als empfohlen zu dosieren."

Kann man die Wirkung eines Boosters auch auf eine andere Art erzielen?

Eher nicht. "Man könnte den Koffein-Effekt natürlich auch mit Kaffee hinkriegen, aber dann müsste man schon große Mengen trinken. Das kribbelnde Gefühl durch Beta-Alanin lässt sich nur sehr schwer über die Ernährung imitieren", erklärt der Fachmann.

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Fazit: Brauche ich einen Pre-Workout-Booster?

Ob Sie einen Booster vor dem Training einnehmen wollen, liegt am Ende ganz bei Ihnen. Es handelt sich dabei um ein Supplement, also ein Nahrungsergänzungsmittel, sprich: Sie können Ihre Ernährung mit solchen Präparaten ergänzen, müssen es aber nicht – denn es geht genauso gut auch ohne.

Es bietet sich daher an, den Booster nur an Tagen mit geringer Motivation zu nehmen, um die Konstanz im Training zu behalten. An Tagen mit mehr natürlichem Antrieb können Sie auch ohne Booster Bestleistungen abrufen. So wirken Sie auch einem Gewöhnungs- und Abhängigkeitseffekt entgegen.

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