Zahnschmerzen lindern : Diese 5 Tipps helfen schnell gegen Zahnweh

Schnelle Hilfe bei Zahnschmerz
Zahnschmerzen kennt fast jeder. Diese Tipps verkürzen Ihnen die Wartezeit bis zum Arzttemin

Wer schon von Zahnweh geplagt wurde, weiß: Dieser Schmerz ist richtig fies. Diese 5 Tipps lindern den Schmerz bis zum Zahnarzttermin

Es gibt eine ganze Reihe von körperlichen Beschwerden, mit denen man sich im Laufe seines Lebens herumschlagen muss, aber Zahnschmerz rangiert wohl auf Platz 1 der verhasstesten Leiden. "Wer Schmerzen an den Zähnen oder am Zahnfleisch verspürt, sollte schleunigst den Zahnarzt aufsuchen", rät der Hamburger Zahnarzt Dr. Jens Kühnemann. Aber was, wenn man erst Stunden oder sogar Tage später einen Termin bekommt? Dann können diese Tipps schnell und effektiv helfen:


1. Schmerztabletten sind ein oft genutztes Mittel gegen Zahnweh 

Für viele Betroffene ist der Griff zu Schmerztabletten bei akutem Zahnschmerz die erste Wahl. Sind Schmerzmittel eine gute Notfalllösung? "Nur bedingt", sagt Kühnemann, denn Schmerzmittel sollten nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Achten Sie bei rezeptfreien Tabletten wie Ibuprofen oder Paracetamol deswegen unbedingt auf die Dosierbegrenzung. Grundsätzlich gilt: "Wenn die Schmerzen schon so stark sind, dass man zu Tabletten greifen muss, sollte man lieber einen Notdienst aufsuchen", rät der Experte. Viele Leute begründen ihr Fernbleiben vom Zahnarzt damit, dass sie berufstätig sind oder keinen zeitnahen Termin bekommen. "Als Notfallpatient wird man in einer Praxis aber eigentlich immer angenommen. Außerdem gibt es in diesem Fall die Möglichkeit, eine Bescheinigung für den Besuch, eine Krankschreibung oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu bekommen, sofern die Arbeitsunfähigkeit vorliegt", erklärt Kühnemann. Also keine Ausrede für Drückeberger!

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Fluorid hilft bei Zahnschmerz durch empfindliche Zahnhälse

2. Fluoridzahnpasta hilft gegen empfindliche Zahnhälse 

Ein häufiger Grund für Zahnschmerzen sind freiliegende Zahnhälse. Der akute Schmerz kommt vor allem durch die Sensibilität der Hälse, die auf Temperaturreiz reagieren. "In diesem Fall helfen fluoridhaltige Zahnpasten oder -gels", sagt Kühnemann, "Putzen Sie Ihre Zähne mit einer Fluoridzahnpasta und spucken Sie am Ende nur aus, ohne mit Wasser nachzuspülen." Tipp: Der Fluoridanteil einer Zahnpasta lässt sich auf dem Etikett ablesen und sollte für Erwachsene mindestens 1400 ppm Fluorid betragen. Ein bekanntes fluoridhaltiges Gel ist zum Beispiel Elmex Gelee. Das Fluorid legt sich wie ein Schutzmantel um den Zahn und macht ihn unempfindlicher. Außerdem stärkt Fluorid bei einer längeren Anwendung den Zahnschmelz und bietet Karies eine geringere Angriffsfläche.

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3. Kalte Kompressen helfen gegen Schwellungen

Eine kalte Kompresse kann helfen, Schwellungen im Mund zu lindern. So geht's: Einfach einige Eiswürfel in ein Geschirrhandtuch wickeln, das Bündel mit leichtem Druck auf die Außenseite der Wange legen, kurz halten. Die Kälte wirkt betäubend und kann bei Entzündungen dabei helfen, dass Schwellungen zurück gehen.

4. Beliebte Hausmittel gegen Zahnschmerzen sind Salzwasser und Kamillentee 

"Diese Heimanwendungen helfen vor allem gegen Entzündungen des Zahnfleischs", sagt Kühnemann. Akute Schnerzen durch Zahnfleischentzündungen entstehen zum Beispiel dann, wenn Weisheitszähne sich im Durchbruch befinden. Das Spülen mit warmem Salzwasser oder lauwarmem Kamillentee wirkt entzündungshemmend und hilft so, die Schmerzen zu lindern bzw. den Regenerationsprozess zu beschleunigen. So geht's: Geben Sie für die Salzlösung einen Teelöffel Salz in einen kleinen Topf voll kochendem Wasser. Wenn die Lösung abgekühlt ist, spülen Sie Ihren Mund damit 30 Sekunden lang. Das gleiche gilt für den abgekühlten Kamillentee.

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Salzspülung gegen Zahnweh
Eine Salzwasserspülung hilft bei wunder Mundschleimhaut

"Grundsätzlich muss man sich bei allen Hausmitteln gegen Zahnschmerzen bewusstmachen, dass der Zahnschmerz meistens vom Inneren der Zähne ausgeht", sagt der Zahnarzt. "Zähne sind hohl, in ihnen verlaufen Blutgefäße und der Nerv, der verschiedenen Reizen ausgesetzt sein kann, zum Beispiel Temperatur, Karies oder einer Fraktur." Außer mit Fluorid, Eugenol (Nelkenöl) oder Tabletten kommt man dort nicht weiter.

5. Nelkenöl enthält einen natürlichen Wirkstoff gegen Zahnschmerz

Nelkenöl gilt als effektives Haushaltsmittel, das Zahnschmerzen kurzfristig lindern kann. 2010 wurde es sogar zur Heilpflanze des Jahres gewählt. "Der Wirkstoff der Nelke, der schmerzlindernd wirkt, nennt sich Eugenol und ist auch in Produkten der Zahnmedizin vorhanden", erklärt der Zahnarzt. Das ätherische Öl wirkt anästhesierend (betäubend). Wer Schmerzen am Zahn behandeln möchte, kann zum Beispiel ein Wattestäbchen in Wasser tränken (für die richtige Verdünnung) und 1-2 Tropfen des Öls daraufgeben. Anschließend bestreicht man den schmerzenden Zahn.

Bei Zahnfleischproblemen kann man mit Nelkenöl auch eine Mundspülung selber herstellen. Und zwar so: 1 lauwarme Tasse Wasser und 2 Tropfen Öl verrühren. Bis zu drei Tage lang, 1-2 Mal täglich die Flüssigkeit ausgiebig im Mund bewegen. Wenn das nicht hilft, sollten Sie schleunigst zum Arzt.

Wichtiger Hinweis für werdende Väter: Schwangere Frauen sollten Nelkenöl in der Schwangerschaft keinesfalls zu sich nehmen! Denn der Wirkstoff in dem Öl wirkt kontrahierend auf die Muskulatur und kann frühzeitig Wehen auslösen.

Fazit: Kein Hausmittel ersetzt den Besuch beim Zahnarzt

Es gibt vielfältige Ursachen für Zahnschmerz, zum Beispiel Karies, drückende Weisheitszähne, Frakturen des Zahns, Zahnfleischerkrankung, ein Abszess am Zahn oder abgetragenen Zahnschmelz. Nicht jeder Schmerz ist ein Indiz für eine ernsthafte Erkrankung, dieses Urteil obliegt aber einem Experten und sollte nicht als Selbstdiagnose gefällt werden. Nelkenöl, Salzwasser oder kalte Kompressen machen Ihnen die Zeit vor oder nach dem Zahnarztbesuch erträglich, aber ersetzen nicht den Zahnarztbesuch. Also, an alle Angsthasen da draußen: Je eher daran, desto schneller davon!

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