Fremdgegangen: So beichten Sie einen Seitensprung

Nach der Lust kommen die Gewissensbisse. Tipps, wie sie Seitensprüngen umgehen sollten

Wir helfen Ihnen aus dem Seitensprung-Dilemma: Wann Sie nach einer Affäre die Wahrheit beichten sollten und unter welchen Bedingungen Sie besser schweigen

Es begann als harmloser Flirt auf einer Weihnachtsfeier und endete in einem fremden Bett. Problematisch wird das, wenn Sie in einer festen Beziehung sind. Manchmal machen es uns die Verlockungen des Lebens wirklich nicht so leicht mit der Monogamie. Selbst wenn Sie viel auf Treue in der Partnerschaft halten, kann so ein Ausrutscher trotzdem passieren. Und damit sind Sie nicht allein. Denn eine Studie der Georg-August-Universität in Göttingen fand heraus, dass 55 Prozent der befragten Frauen und 49 Prozent der Männer schon einmal untreu gewesen sind. Die Frage ist also, wie Sie anschließend damit umgehen. Wann Sie einen Seitensprung beichten sollten und wann Sie besser für immer schweigen.

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Seitensprung: Hat Sie die Lust auf Abenteuer nur einmal überfallen oder führen Sie schon ein Doppelleben?

Was tun nach dem Seitensprung?

Ein Kuss, eine Nacht oder nur schwache 10 Minuten können die ganze Welt verändern. Ein Seitensprung stellt plötzlich alles in Frage. Doch bevor Sie nach einem One-Night-Stand oder einem Fremdknutscher Hals über Kopf ein Geständnis oder ein Schweigegelübde ablegen, sollten Sie selbst erst einmal zur Ruhe kommen. Denn kurz nach einem Seitensprung befinden Sie sich im Ausnahmezustand. Sie sind aufgewühlt, voller Adrenalin, von Schuldgefühlen und Scham geplagt. Und dann ist da noch diese zermürbende Angst, das nun alles, was Sie sich in Ihrer Beziehung aufgebaut haben, zerstört ist. Trotzdem müssen Sie jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Anstatt vorschnell Ihr Gewissen zu erleichtern und die Bürde auf 4 Schultern zu verteilen, sollten Sie sich selbst Bedenkzeit geben, in der Sie sich als Test 4 entscheidende Fragen stellen:

  1. War der Seitensprung geplant?
  2. War es mehr als ein einmaliges Techtelmechtel?
  3. Denken Sie noch oft an die Person, mit der Sie fremdgegangen sind?
  4. Haben Sie schon überlegt, Ihre Beziehung zu beenden?

    Wenn Sie alle Fragen mit "Ja" beantworten, handelt es sich bei der Affäre sehr wahrscheinlich nicht nur um einen Ausrutscher, sondern um eine Sache mit Gefühlen. Vielleicht flattert in Ihrem Bauch schon eine ganze Schar an Schmetterlingen. Das spricht eindeutig dafür, dass Sie in der Beziehung schon vor Ihrem Fehltritt nicht mehr zufrieden waren, sich aber bisher nicht trennen konnten. Überlegen Sie gut, ob Sie noch willig sind, für Ihre Beziehung zu kämpfen. Wenn ja, sollten Sie bereit sein, gemeinsam eine Lösung zu finden. Wenn nicht, hat Ihrer Partnerin eine schonende Beichte verdient. Niemand wird gerne betrogen und keiner bekommt das gerne vor den Latz geknallt oder erfährt es hintenrum – so viel Respekt muss sein.

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    Wann Sie nach dem Fremdgehen schweigen sollten

    Wenn Sie jedoch alle der genannten Fragen verneinen, spricht es dafür, dass Sie emotional noch immer sehr an Ihrer Partnerin hängen. Haben Sie sich beim Sex mit der Fremden vor Geschlechtskrankheiten geschützt und können außerdem sicher sagen, dass so ein Fehltritt nie wieder vorkommt, ist es in vielen Fällen klüger, den Mantel des Schweigens über die Sache zu legen. Ein Geständnis würde in diesem Fall lediglich Ihr Gewissen kurzzeitig entlasten und Ihrer Partnerin wehtun. Sie müsste für den Rest Ihrer Beziehung mit dem Schicksal der Betrogenen leben. Trotz des überlegten Schweigens sollten Sie Ihren Seitensprung nicht einfach verdrängen. Sie müssen sich selbst damit auseinandersetzen, um die Gründe für Ihr Verhalten zu verstehen. Nur so, schützen Sie sich vor einem weiteren Fehltritt, der in einem bösen Lügen-Kreislauf enden könnte. Wenn Sie mit der Schuld nicht alleine zurechtkommen, sollten Sie aber besser keine Bekannten und Freunde einweihen. Stattdessen können Sie sich bei einem Therapeuten die Last von der Seele reden.

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    Wenn sie den Seitensprung beichten sollten

    Ist aus einem One-Night-Stand eine längere Bett-Geschichte oder gar ein Doppelleben geworden, bringen Sie sich selbst nur in Schwierigkeiten, wenn Sie nicht mit der Sprache rausrücken und den Seitensprung beichten. Je länger Sie zweigleisig fahren, desto höher ist das Risiko, dass Sie zum Schluss alleine dastehen. Wenn Sie ohnehin keine Chance für Ihre Bezehung mehr sehen, sollten Sie mit offenen Karten spielen und der Partnerin gestehen, dass Sie jemanden kennengelernt haben. Wollen Sie Ihre feste Partnerin jedoch nicht verlieren, sind 3 Schritte vor Ihrem Geständnis notwendig:

    1. Beenden Sie die Affäre
    2. Werden Sie sich über die Gründe Ihres Seitensprungs klar
    3. Zeigen Sie sich kooperativ

    Eine Affäre ist immer ein Zeichen dafür, dass der Seitenspringer in der Beziehung etwas vermisst. Sei es Zärtlichkeit, Sex oder gemeinsame Interessen. Die Gründe für Untreue sind in den meisten Fällen Sehnsucht nach Bestätigung und die Lust auf ein sexuelles Abenteuer. In vielen langjährigen Beziehungen ist es normal, dass sich Routine eingeschlichen hat. Mit den Jahren steigt also auch die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Partner fremdgeht. So ein Seitensprung muss aber das nicht zwangsläufig das Ende der Beziehung bedeuten. Ein Geständnis des Fehlverhaltens mit einer nachvollziehbaren Begründung kann sogar dabei helfen, die Beziehung zu verbessern. Forscher der University of California und der University of Washington erwiesen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung nach einem Geständnis 30 Prozent geringer ist, als wenn geschwiegen wird. Eine Krise ist auch eine Chance, den Partner und seine Wünsche und Vorstellungen besser kennenzulernen.

    In den meisten Fällen riecht die Partnerin den Braten schon bevor Sie sich zum Beichten entschließen. Denn viele Frauen haben einen Instinkt dafür, wenn etwas in der Partnerschaft anders ist als sonst. Wenn Ihre Frau oder Freundin Sie also direkt darauf anspricht, ob Sie sie betrügen, sollten Sie keinesfalls versuchen, die Sache zu verschleiern. Auch dann nicht, wenn Sie sich überfallen fühlen. Denn mit einer Lüge überschreiten Sie einen Punkt, an dem Sie später nur schwer wieder zurückrudern können. Das bringt Ihre Partnerin in eine doppelt schwere Lage. Sie ist dann nicht nur die Betrogene, ihr fällt es auch schwerer, zu vertrauen. Übrigens haben Sie bei einer Beichte gute Chancen, die Liebe zu retten. Eine Untersuchung des Meinungsinstituts forsa ergab, dass 50 Prozent aller Frauen einen Seitensprung verzeihen, wenn der Partner gebeichtet hat.

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    Die 5 Regeln der Seitensprung-Beichte

    Wenn Sie sich dazu entschieden haben, reinen Tisch zu machen, sollten Sie das planvoll tun. Das zeigt der Partnerin, dass Sie sich Mühe geben und Sie werden nicht in die Täter-Ecke geschoben. Wenn Sie sich an die folgenden 5 Beicht-Regeln halten, geht die Sache glimpflich aus.

    Seitensprung-Geständnis-Regel 1: Vermeiden Sie Rechtfertigungen

    Widerstehen Sie dem Reflex, unglaubwürdige Gründe für Ihr Fehlverhalten aus dem Ärmel zu schütteln. Kommen Sie ihr nicht mit Alkohol als Ursache und bezichtigen Sie auch nicht die One-Night-Stand-Partnerin als böse Verführerin. Ihre Partnerin interessieren diese Motive wenig. Sie weiß nur eines: Sie sind schuld. So ganz unrecht hat sie damit ja auch nicht.

    Seitensprung-Geständnis-Regel 2: Machen Sie keine Anschuldigungen

    Mit Äußerungen wie "Wir hatten ja auch schon ewig keinen Sex mehr" oder "Du flirtest doch auch mit jedem Kerl" sorgen Sie dafür, dass auf beiden Seiten die Emotionen überkochen und ein Streit entsteht.

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    Seitensprung-Geständnis-Regel 3: Bleiben Sie offen

    Sie haben einen Fehler gemacht. Steigen Sie auch so ins Gespräch ein. Erklären Sie ihr, dass Sie Ihren Fehler einsehen und dennoch nicht möchten, dass die Beziehung in die Brüche geht und deswegen mit ihr gemeinsam nach Ursachen suchen möchten.

    Seitensprung-Geständnis-Regel 4: Beweisen Sie Rückgrat

    Wenn Sie ihr die Wahrheit gesagt haben, sollten Sie sich auf einen Gefühlsausbruch gefasst machen. Vielleicht wird sie weinen, vielleicht schreien oder einfach schweigen. Geben Sie ihr Zeit für Emotionen und verlassen Sie nicht fluchtartig den Raum. Warten Sie, bis sich der erste Schock gelegt hat. Erst dann sollten Sie das Gespräch fortsetzen.

    Seitensprung-Geständnis-Regel 5: Dosieren Sie die Details

    Antworten Sie ehrlich auf die Fragen Ihrer Partnerin. Sie will vermutlich wissen, wer die Affäre war, wie oft Sie sie gesehen haben und wie alles begann. Durch eine offene Aussprache beweisen Sie ihr, dass Sie offen und ehrlich sein möchten. Delikate Details sollten Sie aber besser nicht auspacken. Auch wenn Ihre Partnerin beteuert, die würden ihr beim Verarbeiten helfen. Es bringt sie nicht weiter, wenn Sie verraten, welche Sexstellungen Sie beim Seitensprung ausprobiert haben. Auch Vergleiche zwischen der Qualität des Betrugs-Schäferstündchens und der Beziehung sind tabu.

    Seitensprung-Geständnis-Regel 6: Hören Sie zu

    Nach dem Gespräch ist der anstrengendste Teil noch nicht vorbei. Bis eine Beziehung einen Seitensprung verkraftet hat, vergehen meist gut 2 Jahre. In dieser Zeit ist Geduld gefragt. Sie können mit einem erhöhten Misstrauen Ihrer Partnerin rechnen. Vermutlich wird sie Sie noch öfter mit dem Seitensprung konfrontieren. Lassen Sie es zu und bieten Sie ihr weitere Gespräche darüber an. Wenn auch nach Jahren das Vertrauen noch leidet, hilft es, wenn Sie ihr ein Gespräch mit einem Paarberater anbieten, damit Sie die Sache gemeinsam in den Griff kriegen. So beweisen Sie ihr, dass Sie bereit sind, für ihr Vertrauen zu arbeiten.

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