Feuer und Flamme: Sportsfreund Kilian geht mit gutem Beispiel voran

"Ich möchte jeden Tag an der frischen Luft sein und dort trainieren!"

Ein Tag ohne Bewegung kennt Kilian nicht. Dem sportbegeisterten Berufsfeuerwehrmann ist vielseitige Fitness wichtig, um auf alles vorbereitet zu sein – sei es in seiner Rolle als Feuerwehrmann, Ausbilder oder frischgebackener Vater

Schon in seiner Jugend war Kilian sportlich vielseitig aufgestellt, konzentrierte sich nie lange auf eine Sportart – oft zum Frust seiner Trainer. Der Drang nach sportlicher Abwechslung ist dem Berufsfeuerwehrmann aus Tübingen bis heute geblieben. Bewegung gehört für Kilian einfach zu einem guten Tag dazu. Wie er sicherstellt, dass sein Tag ausreichend Bewegung bereit hält? Er sieht alles als Trainigsmöglichkeit, um seine Fähigkeiten zu verbessern, Neues zu lernen und am Ende möglichst vielseitig zu sein.

Sportsfreunde 2018: Kilian im Interview




Men's Health: Bevor wir mit dem Interview anfangen – herzlichen Glückwunsch, du bist vor ein paar Monaten Vater geworden! Wie ist das Leben als frischgebackener Papa?

Kilian: Vielen Dank. Es hat sich definitiv viel verändert, seit mein Sohn auf der Welt ist. Er ist definitiv eine tolle Bereicherung.

Wie kriegst du deine väterlichen Pflichten und den Sport unter einen Hut?

Spontan losziehen und einfach trainieren ist nicht mehr möglich, ganz klar. Aber das heißt nicht, dass ich nicht trainieren kann. Für ein paar Übungen zu Hause ist immer Zeit, zum Beispiel wenn der Kleine schläft. Wenn er wach ist, hänge ich ihn mir bei Klimmzügen oder Liegestütze um, da hat er auch schon großen Spaß dran. Und eine Laufrunde mit Kinderwagen ist als Kardioeinheit auch nicht vekehrt – meine Frau freut sich über die Entlastung. Von daher ist es auch mit Kind kein Problem, meine täglichen Workouts zu absolvieren.

Hervorragend, dann ist dein Sohn ja seit seinem ersten Tag fit unterwegs. Wann hast du das erste Mal Sport getrieben?

Ich war nur ein bisschen später dran als er heute, auf jeden Fall. Meine Eltern haben mich mit 3 im Kinderturnen angemeldet. Mit 4 Jahren bin ich ins Schwimmen gegangen und habe erfolgreich an Wettkämpfen teilgenommen. Außerdem habe ich noch Wassrball und Kung Fu betrieben und war auch Sprinter in der Leichtathletik.

Kilian: Familienvater, Feuerwehrmann, Sportskanone
Kilian: Mit Sportgenen geboren

Eine große Auswahl, Respekt. Woher kommt dein Drang nach Bewegung?

Das liegt definitiv in der Familie – meine Eltern und Geschwister sind alle aktiv, alle sind im Sportverein. Und sportliche Familienaktivitäten standen immer an der Tagesordnung.

Welchen Sport betreibst du heute?

Heute betreibe ich hauptsächlich Bodyweight-Training, sprich Workouts mit dem eigenen Körpergewicht. Für mich ist das Training ohne Geräte wichtig, denn ich möchte jeden Tag an der frischen Luft sein und dort trainieren, ohne mir Gedanken über Ausrüstung machen zu müssen. Außerdem versuche ich, alles als eine Art Training zu sehen. Außerdem trainiere ich noch in den Triathlon-Disziplinen, sprich Laufen, Radfahren und Schwimmen. Für die Beweglichkeit steht bei mir noch Yoga auf dem Programm. Das ist für mich eine tolle Mischung, die mich sehr vielseitig macht.

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Eine interessanter Ansatz, alles als "Challenge" anzugehen und Vielseitigkeit als oberstes Trainingsziel zu haben.

Definitiv. Für mich ist es nicht wichtig, der Schnellste zu sein, die dicksten Oberarme zu haben oder die schwersten Gewichte stemmen zu können. Mir ist es viel wichtiger, alles möglichst gut zu können und so für den Alltag und Beruf gut vorbereitet zu sein. Darum trainiere ich auf Vielseitigkeit. Deswegen hat mich auch das Fitnessstudio nie wirklich gereizt und bis auf ein Probetraining habe ich keinen Fuß ins Gym gesetzt.

Schlüsselmomente prägen Kilians Sicht
Schlüsselmomente prägen Kilians Sicht

Wie sieht dein Trainingsplan in der Woche aus?

Ich trainiere täglich in irgendeiner Form. Selbst wenn ich nur ein paar Übungen machen kann. Ich nutze eine App fürs Bodyweight-Training, allerdings erweitere ich die Workouts noch. In der Regel starte ich mit Kardio, danach das Workout und anschließend Dehnübungen. Die Hauptsache für mich ist, jeden Tag aktiv zu sein und keine Ausrede vorzuschieben, wie Beruf, Stress oder Lustlosigkeit. 

A propos Beruf: Für einen Feuerwehrmann ist Fitness absolut wichtig, oder?

Korrekt. Ich bin seit 2003 Berufsfeuerwehrmann – wir sind die letzten, die im Notfall gerufen werden, also im absoluten Ernstfall. Wenn zum Beispiel jemand gerettet werden muss, dann ist es egal, wie kompliziert es sein kann oder wie schwer die Person ist – der Mensch muss gerettet werden. Ich sehe als Herausforderung an mich selbst an, dass ich so fit bin, dass ich genau das immer schaffen kann.

Gab es denn einen Schlüsselmoment, der dich zu dieser Sicht gebracht hat?

Leider ja. 2005 war ich bei einem Einsatz, da musste ich einen von 2 Kameraden aus einem brennenden Gebäude bergen, die bei der Brandbekämpfung ums Leben gekommen sind. Die Aufgabe war für mich, obwohl ich damals schon sehr sportlich war, extrem schwer.

Das tut mir sehr leid. Wie konntest du das verarbeiten?

Es hat mich definitiv sehr geprägt und führt bis heute dazu, dass Fitness – für mich selbst, als auch zur Rettung von anderen Menschen – extrem wichtig ist. Vor allem die ersten Tage und Wochen nach dem Ereignis waren nicht einfach für mich. Aber der Sport hat mir sehr geholfen und hilft mir auch heute noch, nach negativen Erlebnissen bei Einsätzen im Feuerwehralltag. Bewegung ist eine große Hilfe, um den Kopf frei zu kriegen und auf andere Gedanken zu kommen.

Du bist außerdem auch Ausbilder. Wie hilft dir Sport in dem Bereich?

Seit 2004 bilde ich Rettungsschwimmer aus, vor 11 Jahren habe ich den DLRG-Lehrschein gemacht. Ich will mit gutem Beispiel vorangehen und auch alles selbst machen, was ich in der Ausbildung vermittle. Und wir üben sowohl in Badehose und Badeanzug als auch in Einsatzkleidung der Feuerwehr: Schwimmen, Tauchen, Personen schwimmend retten, das ist nicht ohne.

"Wir müssen alle unsere Grenzen erkennen!"

Worauf legst du dabei besonderen Wert?

Ich will nicht einfach nur Leistung einfordern. Das Wichtigste für mich ist, dass es in unserem Beruf Grenzen gibt, die man erreicht und erkennen muss. Teilweise auch darüber hinaus. Und dazu muss man trainieren und auch schon im Training hin und wieder eine persönliche Grenzen überwinden.

Du bildest nicht nur Feuerwehrleute aus, du bist auch Schwimmlehrer für Kinder und Erwachsene.

Das ist korrekt. Ich war schon immer ein guter Schwimmer und Bekannte haben mich irgendwann darum gebeten, ihren Kindern Schwimmunterricht zu geben. Vor rund 11 Jahren habe ich dann eine Schwimmschule gegründet. Da ich selbst Triathlons absolviere, bekam ich irgendwann auch Anfragen von Erwachsenen, sie zu coachen. Das ist eine tolle Abwechslung, da hier primär der Spaß wichtig ist. Außerdem betreue ich auch ein Projekt, bei dem wir Flüchtlingen das Schwimmen beibringen.

Bei all deinen Projekten und Verantwortungen: Wie motivierst du dich selbst?

Das muss ich gar nicht. Ich lebe Sport und bin gerne aktiv. Allerdings gibt es gerade auf Instagram und anderen Social Media-Kanälen tolle Sportler, die mich anspornen, da sie auch ständig Neues ausprobieren und Herausforderungen angehen.

Auch unsere Partnerseiten Women's Health und Runner's World präsentieren im Rahmen unserer Aktion "Sportsfreunde 2018" Menschen und ihre bewegenden Geschichten. Lass dich jetzt von ihnen motivieren und inspirieren!

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