Jucken im Genitalbereich: 6 Gründe, warum Ihre Intimzone juckt

Lästige Angelegenheit: Anhaltender Juckreiz im Intimbereich kann auf eine Infektion hinweisen

Dass es im Intimbereich mitunter zwickt, kennen die meisten Männer. 6 Gründe, die dafür verantwortlich sein könnten und wie Sie den lästigen Juckreiz schnell wieder los werden

Wenn’s juckt, kratzt sich so ziemlich jeder Mann ab und zu im Intimbereich. Lästig wird’s erst, wenn Sie in der Öffentlichkeit vor lauter Juckreiz gar nicht mehr geradeaus gehen können und er tagelang einfach nicht verschwindet. Was das für Folgen haben kann, zeigte Bundestrainer Joachim Löw bei der Europameisterschaft 2016: Seine Hand wanderte vor laufender Kamera in die Hose. Peinlich! Bevor es so endet, sollten Sie das Problem untersuchen. Das sind die 6 häufigsten Ursachen von Jucken im Genitalbereich:

>>> Von Pickel bis Warzen: Das sind die häufigsten Penis-Probleme

Kann Juckreiz im Genitalbereich gefährlich sein?

Einmal aufatmen: Der Juckreiz ist meist harmlos und kann behandelt werden. Dennoch ist der Arztbesuch bei akutem Jucken wichtig, damit die Ursache erkannt werden kann. Manche Infektionen können Juckreiz verursachen, der ohne Behandlung nicht verschwinden.

Wann muss Juckreiz im Intimbereich behandelt werden?

"Wenn der Juckreiz nicht weggeht und Ihre Lebensqualität dadurch eingeschränkt ist, sollten Sie zum Arzt gehen", rät Dr. Wolfgang Bühmann, wissenschaftlicher Schriftleiter des Berufsverbandes der Deutschen Urologen. Je schneller Sie der Ursache auf den Grund gehen, desto eher können Sie sich vom lästigen Kratz-Drang verabschieden.   

>>>  Diese 7 Schmerzen sollten Sie nicht ignorieren

6 Ursachen von Jucken im Genitalbereich

Die Gründe für den Juckreiz können unbedenklich, aber eben auch behandlungsbedürftig sein. Sobald Sie aber wissen, woher der Juckreiz kommt, können Sie ihn effektiv bekämpfen.

1. Feuchtigkeit und Wärme sind häufige Juckreiz-Auslöser

Gerade im Sommer juckt bei vielen Männern der Genitalbereich stärker. Der Grund: "Feuchtigkeit und Wärme reizen die Haut", erklärt Bühmann. Diese Form des Juckreizes tritt am häufigsten auf. Hier gilt: Es ist zwar harmlos, aber lästig. Beim Schwitzen in der Hitze sollten Sie Ihren Intimbereich regelmäßig gründlich waschen. Das Jucken können Sie mit der richtigen Pflege reduzieren: "Vermeiden Sie Seifen, die einen pH-Wert über 7 haben. Besser sind pH-neutrale Reinigungslotionen", rät der Experte. Parfümierte Duschgels sollten Sie im Supermarktregal lieber stehen lassen, da diese den Schutzmantel der Haut angreifen können.

>>> So schützen Sie sich vor Hämorrhoiden

2. Allergische Reaktionen können Juckreiz auslösen

Ja, selbst Ihre Unterhosen können für das lästige Jucken verantwortlich sein. Sie könnten eine Allergie gegen Waschmittel oder bestimmte Kleidungsstoffe haben. "Nicht selten wird der Juckreiz auch eine allergische Reaktion ausgelöst", so der Experte. Manche Menschen reagieren zum Beispiel auf Synthetikwäsche allergisch. Grund genug, sich beim Hautarzt auf Unverträglichkeiten testen zu lassen, und auf Wäsche aus anderen Stoffen umzusteigen.

PH-neutrale Feuchtigkeitscremes lindern Juckreiz im Genitalbereich

3. Wundscheuern irritiert die Haut am Hoden

Bei Irritationen am Hodensack nach langen Spaziergängen oder einer langen Laufrunde ist meist Wundscheuern die Ursache. "Wenn der Oberschenkel am Hodensack scheuert, kann die Haut durch die Feuchtigkeit und die Reibung wund werden", sagt Bühmann. Auch das kann heftig jucken. Kratzen ist jedoch tabu, denn sonst kann die Haut nicht heilen. Wenden Sie lieber pH-neutrale Feuchtigkeitscremes oder Wund- und Heilsalben an. Die nächste Laufeinheit sollten Sie verschieben, bis sich die Haut wieder erholt hat.

4. Pilz- und bakterielle Infektionen im Intimbereich müssen behandelt werden

Sie haben keine Allergie und Ihr Juckreiz geht auch trotz der richtigen Hygienemaßnahmen nicht weg? Dann könnten Pilze oder bakterielle Infektionen das Problem sein. Diese siedeln sich meist im Harnröhreneingang und unter der Vorhaut an und machen sich meist durch Rötungen erkennbar. Experte Bühmann verrät, was hilft: "Spezielle Cremes können eventuell auslösende Keime eliminieren. Bei Bakterien als Auslöser sind manchmal auch Antibiotika notwendig." Bei anhaltendem, starkem Juckreiz also ab zum Arzt – mit der richtigen Behandlung sind Sie den Juckreiz nach 3-4 Tagen los.

>>> Welche Vor- und Nachteile hat ein beschnittener Penis?

5. Nervige Blutsauger: Läuse können juckende Bissspuren hinterlassen

Bekannt sind Läuse vor allem dafür, dass sie die Kopfhaare befallen. Doch Läuse finden auch den Weg in Ihren Intimbereich – vorausgesetzt, Sie haben Ihre Schambehaarung noch nicht abrasiert. "Der Körper reagiert – ähnlich wie bei Mückenstichen – allergisch auf die winzigen Bissspuren", so Bühmann. Gefährlich sind Läuse übrigens nicht, jedoch müssen sie entfernt werden. Ihr Arzt wird Ihnen Shampoos oder Lotionen zur Abtötung der Läuse und der Nissen (Eier) verordnen und Salben zur Reduzierung des Juckreizes mitgeben. Um sich langfristig vor Läusen zu schützen, können Sie Ihre Schamhaare auch einfach abrasieren.

>>> So geht die perfekte Intim-Rasur

Na, krabbelt's? Genitalherpes könnte der Auslöser sein. Auf Sex sollten Sie dann erst mal verzichten

6. Juckreiz durch Herpes

Berühmt und berüchtigt ist Herpes für juckende und schmerzhafte Bläschen im Genitalbereich. Die Virusinfektion hat übrigens nahezu jeder, jedoch bricht sie nur bei manchen aus. "Herpes-Viren sind bei annährend allen Menschen in der Rückenmarkflüssigkeit angesiedelt und können nicht nachhaltig beseitigt werden", sagt der Urologe. Besonders wenn das Immunsystem geschwächt ist, steigt das Risiko einer Erkrankung an. Genitalherpes heilt nach etwa 3 Wochen ab, eine Behandlung ist aber meist nicht notwendig. Spezielle Cremes, Lotionen und Puder können die Symptome lindern. Beim Sex sollten Sie Ihrer Partnerin zuliebe ein Kondom tragen oder vorerst ganz darauf verzichten.

Fazit: Juckreiz ist unangenehm, aber nicht gefährlich                 

Sobald Sie wissen, was das große Krabbeln in der Intimzone auslöst, ist die Lösung nicht fern. Lassen Sie bei anhaltenden Beschwerden am besten von einem Arzt abklären, was das Jucken verursacht. Wundsalben helfen bei Hautirritationen, Pilze und Bakterien-Infektionen sind mit der richtigen, vom Arzt verschriebenen Spezial-Creme oder einem Antibiotikum innerhalb von 3-4 Tagen weg. Regelmäßige Pflege mit pH-neutraler Seife zahlt sich bei starkem Schwitzen im Intimbereich aus. Gut zu wissen: "Ein juckender Intimbereich ist unangenehm, aber nicht gefährlich", so Experte Bühmann. 

Sponsored SectionAnzeige