Zu wenig Schlaf: Die 9 gefährlichsten Folgen von Schlafmangel

Schlaflose Nächte machen Sie nicht nur kurzfristig müde, sondern auch langfristig krank

Sie gönnen sich alles im Leben außer genug Schlaf? Dann aufgepasst: Schlafmangel kann Ihrer Gesundheit langfristig schaden. Das passiert, wenn Sie zu wenig schlafen

"Schlafen kann ich immer noch ein anderes Mal" sollte nicht zu Ihrem Lebensmotto werden. Bis tief in die Nacht Partys zu feiern, eine Folge Ihrer Lieblingsserie nach der anderen zu schauen oder auf der Konsole zu zocken macht zwar Spaß, hat jedoch Folgen. Denn die nächtliche Ruhepause unterstützt Ihr Training, Ihre Arbeit und sogar Ihr Sexleben. Auf der anderen Seite hat chronischer Schlafmangel eine Menge langfristiger Folgen für Sie.

In diesem Artikel:

Wie macht sich Schlafmangel bemerkbar?

Schon ab einer schlaflosen Nacht kann Ihre Stimmung, Konzentration, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit unter dem Schlafentzug leiden. Besonders wenn Ihre Arbeit etwas monoton ist, zahlen Sie den Preis für die schlaflose Nacht: "In monotonen Situationen schweift man mit den Gedanken häufig ab und hat mit Sekundenschlaf zu kämpfen", warnt Dr. Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Sind Sie von Kleinigkeiten schnell genervt, könnte das auch ein Zeichen von Schlafmangel sein.

>>> 11 Einschlaftipps mit Sofortwirkung

Wie viel Schlaf ist ideal?

"Wie viel wir schlafen sollten, geben uns die Gene vor", sagt Dr. Weeß. Durchschnittlich reichen aber etwa 7 Stunden für Männer aus. Testen Sie am besten selbst, wie viel Schlaf Sie benötigen. Männer benötigen im Schnitt übrigens rund 20 Minuten weniger Schlaf als Frauen.

Ab wann wird Schlafmangel gefährlich?

Auch das ist stark von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Empfehlung des Experten: "Wenn Sie über 4 Wochen hinweg 3 Mal pro Woche nicht ausreichend geschlafen hat, sollten Sie sich gegebenenfalls Rat vom Hausarzt suchen". Kurzfristig kann Ihr Körper Schlafmangel zwar kompensieren, wird es jedoch zum Dauerzustand, steigt ihr Risiko von schweren langfristigen Folgen enorm an. 

Wachhalter: Handys können Sie beim Einschlafen hindern

Was sind häufige Ursachen von zu wenig Schlaf?

Das Problem liegt laut Dr. Weeß ("Die Schlaflose Gesellschaft") in unserer 24-Stunden-Non-Stop-Gesellschaft: "Wir schätzen den Schlaf nicht", so der Schlafforscher. Der Job, die Hobbys und auch die Chats mit den Kumpels werden einer gesunden Runde Schlaf zu häufig vorgezogen. Smartphones, Monitore und Fernseher können zudem richtige Schlafräuber sein: "Der Blaulicht-Anteil der Bildschirme unterdrückt die Produktion des Schlafbotenstoffs Melatonin", erklärt der Experte. "Hinzu kommt noch die erhöhte Anspannung durch Chatten, Surfen oder Internetspiele, die den Schlaf dann vollständig vertreibt."

Was kann ich gegen Schlafmangel tun?

Fangen Sie damit an, Prioritäten zu setzen: Besonders wenn Sie ohnehin mit dem Job schon überlastet sind, sollten Sie auf den Bar-Abend mit den Kumpels verzichten. Gönnen Sie sich lieber abends Ruhe und lassen Sie vor allem auch Ihr Handy links liegen. Bei Schlafproblemen sollten Sie den Ursachen auf den Grund gehen: Manche Medikamente und Krankheiten können Ihren Schlaf beeinflussen.

>>> 8 Tipps gegen gegen Müdigkeit

Diese 9 Dinge passieren, wenn Sie zu wenig schlafen

Schlafmangel ist ein weit verbreitetes Problem: Laut dem Gesundheitsreport 2017 der DAK-Gesundheit haben 80 Prozent der befragten Erwerbstätigen angegeben, Schlafprobleme zu haben – es ist sogar bereits von einer Volkskrankheit die Rede. Fest steht: Zu wenig Schlaf macht krank. Bei diesen 9 gefährlichsten Folgen werden Sie Ihren Schlaf sicher mehr schätzen:

1. Ihr Immunsystem wird geschwächt

Sie fühlen sich häufig erkältet? Dann hauen Sie sich wahrscheinlich nicht lange genug aufs Ohr. Es reicht schon, wenn Sie 14 Tage lang täglich mehr als 2 Stunden weniger Schlaf bekommen: "Studien zeigen, dass so jeder zweite eine Erkältung entwickelt", sagt Dr. Weeß. Zum Vergleich: Unter den ausgeschlafenen Probanden war es nur jeder sechste.

2. Sie sind weniger leistungsfähig

Wenn Sie müde zur Arbeit erscheinen, wird Ihnen das sicher keiner danken. Schlaflose Nächte gehen nicht nur auf Kosten Ihrer Konzentration, Aufmerksamkeit und Kreativität, es leidet auch Ihr Gedächtnis. So können Sie auf gar keinen Fall Ihre Höchstleistung abrufen. In manchen Situationen kann das laut Esxperte sogar richtig gefährlich werden: "Auf deutschen Straßen sterben doppelt so viele Menschen durch Übermüdung, als infolge von Alkohol am Steuer." Schon weniger als 6 Stunden Schlaf kann ihre Bewegungsabläufe und Reaktionszeiten beeinträchtigen.

Übermüdet? Dann laufen Sie am Tag sicher nicht zur Höchstform auf

3. Schlaflose sind häufiger übergewichtig

Eine schwerwiegende Folge: Nächtliche Ruhestörungen bringen Ihren Hormonhaushalt ordentlich durcheinander und lassen Sie Pfunde zunehmen. Wer häufiger zu wenig schläft, kennt den Drang nach Fressattacken wahrscheinlich nur zu gut. Der Körper produziert dann mehr vom Heißhunger-Hormon Ghrelin und gleichzeitig weniger Leptin, das den Appetit reguliert. Eine Studie der "National Health und Nutrition Examination Survey" macht die Gewichtszunahme deutlich: Bei maximal 4 Stunden Schlaf war die Wahrscheinlichkeit der Studienteilnehmer, an Übergewicht zu leiden, 73 Prozent höher als bei 7 bis 9 Stunden Nachtruhe.

>>> 7 Lebensmittel, mit denen Sie gut schlafen werden

 4Bluthochdruck, Herzinfarkt und Co.

Ihr Herz wird Ihnen auf Dauer den fehlenden Schlaf nicht verzeihen: "Zahlreiche Studien zeigen, dass gestörter Schlaf mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht", so Schlaf-Experte Weeß. Schlafmangel kann also gefährliche chronische Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall sogar einen Herzinfarkt verursachen.

 5Stress und Kopfschmerzen

Schlafmangel erhöht die Ausschüttung von Cortisol. Das Hormon beginnt, für Verwirrung im Körper zu sorgen, bringt den Stoffwechsel dazu, Kohlenhydrate, Proteine und Fette zu zerlegen. Folgen: Stress und Kopfschmerzen. Umgekehrt kann Stress auch Sie beim Einschlafen stören – so geraten Sie schnell in einen richtigen Teufelskreis. Verhindern Sie das, indem Sie mehr laufen. Studien der Charité in Berlin zeigen, dass Lauf-Training die Cortisol-Resistenz erhöht.

Depressionen können viele Gründe haben - Schlafmangel ist eine Ursache

6. Schlafmangel kann psychisch krank machen

Schlechte Laune ist bei ständiger Übermüdung noch das geringste Problem. Denn: Eine häufige Folge von chronischen Schlafstörungen sind psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. "Die Schlafstörung ist das erste Symptom, das einer Depression vorausgehen kann und verschwindet umgekehrt auch bei einer Behandlung als letztes", erklärt Dr. Weeß.

7. Diabetes-Risiko steigt

Insulin-Spritzen könnten bei chronischen Wenigschläfern bald zum Alltag werden: Die Zuckerkrankheit Diabetes zählt zu den gefährlichsten Folgen von Schlafmangel. Forscher berichteten im Medizinjournal "The Lancet Diabetes Endorinology" von einem Zusammenhang zwischen zu wenig Schlaf und Stoffwechselerkrankungen. Das Resultat: Nach nur wenigen Nächten mit maximal 4 Stunden Schlaf bauten die Probanden ihren Blutzucker eindeutig langsamer ab. Laut Analyse der Wissenschaftler steigt bei starkem Schlafentzug auch das Risiko von Diabetes-Typ-2 an. Aber: Langschläfer (mehr als 8 Stunden Schlaf pro Nacht) sind genauso gefährdet. Zu viel Schlaf ist also auch tabu.

>>> 6 Vorsorge-Tipps gegen Diabetes

8. Testosteron-Produktion nimmt ab, Muskelaufbau gestört

Wer seine Muskeln beim Wachsen zusehen möchte, muss abends ausreichend schlummern. Der Körper bildet nach einer schlaflosen Nacht nämlich deutlich weniger von manchen Botenstoffe (auch Testosteron). Dr. Weeß: "Sportler sollten sich darauf einstellen, dass sie neben dem Job und dem Workout auch auf genügend Schlaf kommen – denn er ist für den Muskelaufbau unverzichtbar."

Der Wecker ist ihr schlimmster Feind? Besiegen Sie ihn mit genügend Schlaf

9. Ihr Sterberisiko steigt an

Männer haben einen großen Nachteil: "Ältere Männer verlieren statistisch gesehen an Tiefschlaf. Daher wird auch diskutiert, ob sie eine geringere Lebenserwartung haben, weil ihnen der erholsame Schlaf fehlt", sagt Dr. Weeß. Gleichzeitig reduzieren aber auch die durch zu wenig Schlaf entstandenen Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck die Lebenserwartung. Aber: "Nicht nur zu wenig, aber auch zu viel Schlaf kann die Lebenserwartung verringern", so der Schlafexperte. Wichtig ist also, möglichst immer auf Ihren optimalen Schlafbedarf zu kommen – sonst steht der Sensenmann schneller vor der Tür, als Sie denken. 

>>> Das hilft gegen Augenringe

Fazit: Schlaf hat höchste Priorität

Schlaflose Nächte machen Sie nicht nur kurzfristig müde, sondern auch langfristig krank. Schlaf sollte ganz oben auf Ihrer Prioritätenliste stehen. "Am besten sollten Sie den Wecker aus dem Fenster schmeißen", rät der Experte scherzhaft. Haben Sie Ihren Schlaf in letzter Zeit zu sehr vernachlässigt? Ab ins Bett!

Seite 6 von 8