Entscheidungen treffen: Bauch- oder Kopf-Entscheidung, was ist besser?

So treffen Sie immer die richtigen Entscheidungen
Eine Entscheidung zu fällen ist komplex und hat Konsequenzen

Ja! Nein! Vielleicht doch? Wir machen Schluss mit lähmender Unentschlossenheit! Mit diesen 5 Tipps fällen Sie Entscheidungen zukünftig schneller und besser

Ob es Ihr Job ist und Sie dafür bezahlt werden oder Sie privat damit Schwierigkeiten haben: eine Entscheidung zu fällen ist komplex und bedrohlich. Aber es ist notwendig. Vor allem aber ist es lohnenswert. Wir geben Ihnen 5 Tipps an die Hand, wie Sie Entscheidungen zukünftig leichter treffen werden.

Warum sind einige Entscheidungen so schwierig?

Weil manche Entscheidungen einen großen Einfluss auf unser Leben haben. Ein "Oh, das ging schief. Ich will mein Geld zurück" nachdem Sie es in ein Start-up investiert haben, das nun pleite ist, gibt es nicht. Es ist der Umgang mit der Angst vor dem Ungewissen, die uns so schwerfällt: Wie wird das Ergebnis wirklich sein? Die Angst vor der "falschen" Entscheidung und diese zu bereuen. Einige Geisteswissenschaftler nennen so einen Zustand "Decidophobia" – die Angst vor der Entscheidung. Viele Menschen flüchten sich deshalb in eine Passivität, überlassen dem Schicksal die Wahl. Nach dem Motto: "was passiert, das passiert". Die Haltung ist gut, wenn sie Dinge betrifft, die außerhalb Ihrer Reichweite liegen, um sie zu ändern. Entscheidungen aber gehen immer mit einer Wahl einher. Das Gute: Wer eine Wahl hat, hat auch die Kontrolle – über sich selbst, sein Leben, seine Wünsche.

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Unentschlossenheit fühlt sich schlecht an – für Sie und für alle, die auf Sie warten müssen
Unentschlossenheit fühlt sich schlecht an – für Sie und für alle, die auf Sie warten müssen

Was sind Vorteile, wenn man lernt, Entscheidungen zu treffen?

Ganz einfach: Sie werden sich besser fühlen und ein zufriedenes Leben führen. Denn Unentschlossenheit fühlt sich schlecht an – für Sie und für alle, die auf Sie warten müssen. Je unentschlossener Sie sind, desto unsicherer werden Sie. Sie werden sich immer weniger zutrauen. Es ist ein Teufelskreis, der dazu führt, dass Sie entweder gar nichts mehr entscheiden oder sich abhängig machen von den Entscheidungen anderer. Bis Sie am Ende die wichtigste Fähigkeit verloren haben, die man haben kann: das Vertrauen in sich selbst. 

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Unentschlossenheit ist zudem ein Produktivitätskiller. Jeden Tag fällen wir hunderte, wenn nicht tausende Mikro-Entscheidungen:: was wir essen, ob wir aufstehen, wann wir die E-Mail beantworten, ob wir heute oder morgen ins Gym gehen. Stellen Sie sich vor, Sie würden vor jeder dieser Entscheidungen einknicken – nichts würde mehr funktionieren. Wenn Sie besser und schneller Entscheidungen treffen, übernehmen Sie die Kontrolle über Ihr Leben. Ihre tägliche Produktivität wird durch die Decke gehen. Sie kommen somit viel schneller dahin, wo Sie privat und beruflich sein wollen.

Was ist besser, Kopf- oder Bauchentscheidungen?

Rationale Abwägung oder Intuition? Was von beiden besser ist, darüber streitet auch die Wissenschaft. Die Forscher aus dem Pro-Intuition-Lager sagen: Der Mensch könne nur eine geringe Anzahl von Informationen bewusst abrufen. Das heißt: Wir jonglieren bei der rationalen Abwägung mit nur wenigen Aspekten. Bei der intuitiven Entscheidung dagegen hätten sich deutlich mehr Aspekte angesammelt. Deshalb sei eine Bauch-Entscheidung besser. 

Die Vertreter für eine rationale Abwägung sehen das anders: Wer sich auf seine Intuition verlässt, der laufe Gefahr sich von unwichtigen Informationen beeinflussen zu lassen. Außerdem: Wer seine Entscheidung nicht zügig treffen muss, wer also etwas Zeit hat, der könne sich schließlich mehr Informationen besorgen. Und diese rational gegeneinander abwägen.  

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Zum Glück gibt es einen dritten Standpunkt: Der stuft das Bauchgefühl als Ansammlung von Erfahrungen auf einem bestimmten Gebiet ein. Etwa der Polizist, der in einer kritischen Situation intuitiv seine gezogene Waffe wieder einsteckt und so Schlimmeres verhindert. Das ist weniger plötzliche Eingebung, sagen Forscher. Sondern erlernte (Er-) Kenntnis basierend auf jahrelanger Erfahrung in und für diesen Bereich. Es ist eine Art berufliches Bauchgefühl.

Es ließe sich also sagen: Wenn Sie Zeit für Ihre Entscheidung haben, verlassen Sie sich lieber auf eine rationale Auswertung von Pro- und Kontra-Fakten. Wenn Sie dagegen sofort entscheiden müssen, verlassen Sie sich auf Ihr sogenanntes Bauchgefühl – vorausgesetzt, die Entscheidung betrifft einen Bereich, in dem Sie bereits sehr viel Erfahrungen gesammelt haben. 

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Welche Bedeutung für Ihr Leben hat Ihre Entscheidung wirklich?
Welche Bedeutung für Ihr Leben hat Ihre Entscheidung wirklich?

5 Tipps, wie Sie Entscheidungen zukünftig leichter treffen 

1.  Müssen Sie überhaupt eine Entscheidung fällen?

Sie stehen im Drogeriemarkt vor dem Zahnseide-Regal und überlegen "Welche nehme ich?", dabei kosten alle ähnlich viel. Und dann gehen Sie erst einmal nach Hause und recherchieren, welche Vor- und Nachteile jede Marke hat. Prüfen Sie daher: Steht das, was ich hier tue, im Verhältnis zur Bedeutung und der Entscheidung und seiner möglichen Auswirkung? Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der nächste Punkt:

2. Wählen Sie die befriedigende statt die optimale Lösung

Statt einer optimalen Lösung entscheiden Sie sich für die befriedigende Lösung. Wo ist der Unterschied? Wenn Sie die befriedigende Lösung wählen, dann entscheiden Sie sich, sobald Ihre eigenen Kriterien erfüllt erscheinen.  

Zum Beispiel: Sie wollen ein Hotel in Barcelona buchen, das nicht teurer als 90 Euro ist und Frühstück inklusive hat. Sobald Sie ein Angebot finden, das diese Kriterien enthält, buchen Sie es. Der Maximal-orientierte dagegen will die bestmögliche Lösung. Während Sie längst beim Kofferpacken sind, klappert er noch alle anderen Hotelangebote mit diesen Kriterien ab, um sie zu vergleichen. Erst dann trifft er eine Entscheidung. So verlockend es ist, das optimale Paket zu entdecken: Geben Sie sich auch Mal mit der befriedigenden zufrieden. Dieser Ansatz geht zurück auf den US-amerikanischen Soziologen Herbert Simon, der zu Entscheidungsverhalten geforscht hat.  

3. Unterscheiden Sie die Konsequenzen

Es gibt Entscheidungen mit kleinen, mittleren, und großen Konsequenzen, schreibt Mike Whitaker ("The Decision Makeover: An Intentional Approach To Living The Life You Want", Greenleaf Book Group Press, etwa 20 Euro). Entscheidungen mit kleiner Tragweite sind etwa: Was soll ich heute essen? Welche Hose ziehe ich an? Soll ich ins Kino mit den Jungs gehen? Sie fällen sie am Tag mehrere hundert Mal. Ihre negativen oder positiven Auswirkungen reichen aber maximal 1 Tag weit.  

Mittlere Entscheidungen sind: Soll ich eine Weiterbildung machen? Wo studiere ich? Für welchen Mitbewohner meiner WG entscheide ich mich? Die Konsequenzen haben zwar Einfluss auf Ihr Leben, aber sie werden dieses nicht entscheiden. Erfolgreiche Menschen halten sich nicht lange mit kleinen und mittleren Entscheidungen auf, so Whitaker. Tatsächlich spielen sie eher damit herum und haben Spaß, da die Konsequenzen aufs Ganze gesehen eine geringe Bedeutung haben. “Große Entscheidungen” trifft man 1 bis 2-Mal im Jahr. Hier wird nachgedacht und abgeglichen, bevor entschieden wird. Mit was abgeglichen? Das erklärt der nächste Punkt.  

Entscheiden heißt, sich die Kontrolle über sein Leben (zurück) zu nehmen
Entscheiden heißt, sich die Kontrolle über sein Leben (zurück) zu nehmen

4. Machen Sie einen Plan

Definieren Sie Ihre Hauptziele für Karriere und Partnerschaft, was Sie sonst noch erleben wollen, wohin Sie reisen möchten. Dann staffeln Sie alle Ziele nach Wichtigkeit von 1 bis 5. Es gibt nur eine Nummer 1! Treffen Sie Ihre Entscheidungen jetzt so, dass sie Ziel Nr. 1 unterstützen. Sie werden natürlich Kompromisse eingehen müssen in Bezug auf die anderen 4 Ziele, so Whitaker. Aber: Dadurch kristallisiert sich entweder eine neue Nummer 1 heraus oder die Kompromisse nehmen nach einiger Zeit ab und verschwinden ganz.   

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5. Es gibt keine schlechten Entscheidungen

Jeder trifft hin und wieder eine schlechte Entscheidung. Manche haben schlimme, andere weniger dramatische Konsequenzen. Am schlimmsten aber ist: Sie verharren ewig in der Emotion, indem Sie die Entscheidung bereuen. Besser: Reflektieren Sie die damalige Situation. Analysieren Sie: Warum haben Sie die Entscheidung so und nicht anders getroffen? Welche Rahmenbedingungen haben Einfluss auf Sie ausgeübt? Etwa: War ich zu emotional, war ich zu stolz, war ich betrunken? Lernen Sie daraus und nächstes Mal treffen Sie eine Entscheidung, die der Situation angemessen ist.

Fazit: Entscheiden heißt, Sie kontrollieren Ihr Leben

Jeder Tag fordert von Ihnen in Sekunden eine Entscheidung zu irgendetwas. Haben Sie keine Angst, verstecken Sie sich nicht in Passivität. Entscheiden heißt, sich die Kontrolle über sein Leben (zurück) zu nehmen. Unsere 5 Methoden helfen Ihnen, damit Sie Entscheidungen zukünftig leichter treffen.