Jede Frau hat Ausfluss. Er kann jedoch in Farbe, Flüssigkeit und Geruch variieren Jub-Job / Shutterstock.com

Scheidenflüssigkeit Das sollte jeder Mann über das Vaginalsekret wissen

Gewisse Dinge sollte jeder Mann in Bezug auf seine Freundin wissen. Die 6 wichtigsten Fakten zum Thema Scheidenflüssigkeit gehören dazu

Bei Scheidenflüssigkeit denken viele vermutlich erstmal an Sex oder an einen fischig riechenden Ausfluss. Dass Frauen einen permanenten Ausfluss haben, wissen die Wenigsten. Zusammen mit dem Gynäkologen Prof. Dr. med. Werner Mendling vom Deutschen Zentrum für Infektionen haben wir die 6 wichtigsten Fakten zum Thema für Sie zusammengestellt.

1. Ausfluss ist etwas ganz Normales

Jede Frau im geschlechtsreifen Alter hat ein gewisses Maß an Ausfluss. "Erstmals wird ein Mädchen zu Beginn der Pubertät mit dem sogenannten 'Weißfluß' konfrontiert, welches signalisiert, dass das Mädchen bald Ihre Periode bekommen wird", erklärt der Experte. Erst mit Beginn der Wechseljahre hat die Frau dann wieder deutlich weniger Scheidenflüssigkeit. Dieser Ausfluss ist ein Gemisch aus Zellen der Scheide mit Flüssigkeiten, die durch die Scheidenwände austritt, und zusätzlich beim Eisprung aus Drüsen des Gebärmutterhalses.

2. Wie viel Scheidenflüssigkeit ist normal?

Jede Frau ist anders, und so kann die eine Frau einen recht starken Ausfluss haben, während eine andere relativ wenig Ausfluss hat. Das ist ganz normal. Wundern Sie sich also nicht, falls Ihre neue Freundin anders ist als Ihre vorherige Partnerin. Im Durchschnitt produziert eine Frau jedoch zirka 5 Milliliter Scheidensekret pro Tag. Die Menge kann in einigen Situationen deutlich gesteigert werden.

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Durch die Scheidenflüssigkeit ‘flutscht’ es besser beim Sex. Außerdem schützt sie vor Infektionen.
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Durch Scheidenflüssigkeit "flutscht" es besser beim Sex. Zudem schützt sie vor Infektionen

3. Welche Aufgabe hat das Scheidensekret?

Die Scheidenflüssigkeit erfüllt gleich mehrere Zwecke. Eins davon erraten Sie bestimmt: Bei sexueller Erregung produziert die Frau zusätzlich Flüssigkeit aus Drüsen am Scheideneingang. Sie wird untenrum feuchter, wodurch es beim Sex besser "flutscht". Das macht durchaus Sinn, denn trockener Sex macht für keinen der Partner Spaß.  

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Auf der anderen Seite bildet das Scheidensekret eine Art Barriere für Bakterien und andere Krankheitserreger. Die Milchsäurebakterien, die sogenannten Laktobazillen, kommen natürlicherweise in der Vagina vor und produzieren Milchsäure und Wasserstoffperoxyd. Dadurch entsteht das saure Scheidenmilieu der Vagina, mit einem pH-Wert von um die 4. Die meisten Bakterien fühlen sich in einer sauren Umgebung nicht wohl. So kann sich die Scheide vor einer zu starken Besiedlung mit Bakterien schützen. Ansonsten könnten die Bakterien ungehindert über die Scheide zu den Eileitern und den Organen gelangen und Infektionen auslösen.

4. Woraus besteht das Vaginalsekt?

Die Flüssigkeit, auch Fluor genannt, besteht größtenteils aus Wasser, abgestoßenen Zellen und Eiweiß. Durch die Eierstockhormone Östrogen und Gestagen werden die Drüsen im Gebärmutterhalskanal um den Eisprung herum (etwa der 12. - 14. Tag nach Mensturationsbeginn) angeregt, vermehrt Sekret zu bilden. Das hat wie Sperma einen pH-Wert von 7 und soll so Spermien vom sauren Seidenausfluß weg in den Gebärmutterhalskanal locken.

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5. Wie riecht Scheidenflüssigkeit und wie fühlt es sich an?

Die Flüssigkeit, die aus der Scheide tritt, verändert sich im Laufe des Monats und hängt davon ab, in welches Zyklusphase sich Ihre Partnerin gerade befindet. Das bedeutet, dass je nachdem, ob eine Frau gerade ihre fruchtbaren oder unfruchtbaren Tage hat, sich das Sekret verändert. "Um den Eisprung herum ist eine Frau besonders fruchtbar. Dann entwickelt das Sekret aus dem Gebärmutterhals eine 'spinnbare' und schleimigere Konsistenz als sonst. Zudem gleicht sich der pH-Wert der Scheide dem neutralen pH-Wert der Spermien an, was die Befruchtungschancen erhöht", erklärt Experte Mendling. Außerhalb Ihres Eisprung ist das Vaginalsekret wässriger und klarer.

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Gut zu wissen: Die Konsistenz der Scheidenflüssigkeit kann auch dazu genutzt werden, um herauszufinden, wann eine Frau ihre fruchtbaren Tage hat, nämlich dann, wenn der 'spinnbare', Fäden ziehende klare Schleim aus dem Gebärmutterhalskanal aus der Scheide austritt. Bezieht man dann noch die Temperatur mit ein, kann man so die fruchtbaren Tage der Frau bestimmen. Das braucht jedoch eine gewisse Erfahrung und Übung seitens der Frau.

Die Scheide riecht unspezifisch säuerlich. Riecht sie fischig, stimmt etwas nicht.
Roman Samborskyi / Shutterstock.com
Die Scheide riecht unspezifisch säuerlich. Riecht sie fischig, stimmt etwas nicht

6. Was sagt der Geruch/Geschmack über die Gesundheit aus?

Ausfluss ist ein ganz normales Phänomen und ist erstmal nichts Falsches oder Schlimmes. Eine gesunde Vagina riecht unspezifisch, leicht säuerlich. Fängt es unter dem Höschen jedoch an zu riechen, ist dies ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. "Viele denken, dass eine Vagina fischig riecht, doch das ist falsch. Ein fischiger Geruch ist nicht normal, sondern weist auf eine Veränderung hin, die bakterielle Vaginose. Hierbei handelt es sich um eine Störung des Gleichgewichtes der Scheide. Es kommt zu einer Verminderung der Milchsäurebakterien und zu einer Vermehrung zahlreicher anderer Bakterienarten", betont Mendling. Durch die bakterielle Fehlbesetzung riecht es dann stark fischig. Das merkt die Frau recht schnell, besonders während der Periode, da dann der unangenehme Geruch nochmals verstärkt ist. Sollte Ihnen also ein fischiger Geruch auffallen, raten Sie Ihrer Partnerin einen Arzt zu konsultieren. Der wird bei der Krankheit ein Antibiotikum oder Antiseptikum verschreiben, um die Scheide wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Fazit: Durch die Scheidenflüssigkeit bleibt die Vagina gesund

Jede Frau ist anders, und so unterscheidet sich auch die Scheidenflüssigkeit. Eine Frau kann mehr oder weniger Sekret produzieren, und es verändert sich auch noch innerhalb eines Monats. Ein fischiger Geruch hingegen ist nicht normal und weist auf eine bakterielle Vaginose hin. Dann heißt es: ab zum Arzt!

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