Schade um den Urlaub: Schütz dich vor Reisekrankheiten unterwegs durch bewusste Hygienemaßnahmen fongbeerredho / Shutterstock.com

▷ Die 10 häufigsten Reisekrankheiten

Reisekrankheiten So schützt du dich vor Krankheitserregern im Urlaub

Bettwanzen, Norovirus, Hepatits: Das hilft zuverlässig gegen die 10 häufigsten Reisekrankheiten

Nicht nur vor Coronaviren musst du dich im Urlaub schützen, wenn du gesund und erholt aus den Ferien zurückkehren willst. Denn ob im In- oder Ausland: Auf Reisen schwirren viele Krankheitserreger herum. Mit diesen Tipps landen die fiesen Übeltäter keinen Stich bei dir.

So schützt du dich vor den 10 häufigsten Reisekrankheiten

2022 steht deinem Urlaub nichts mehr im Wege. Endlich wieder ein etwas normalerer Sommerurlaub. Yeah! Für Reiseliebhaber waren das zwei harte Jahre. Doch bei allem Schlechten hat die Corona-Pandemie wenigstens eins gebracht: Wir sind alle Profis darin geworden, gefährlichen Viren aus dem Weg zu gehen. Wir haben Abstand zu anderen Menschen gehalten, trugen Masken und haben uns regelmäßig die Hände gewaschen. Gerade auf Reisen kommt uns dieses neue Feingefühl zugute. Denn auch Wanzen, Würmer und Krankheiten auslösende Bakterien lauern auf neue Opfer. Wir haben die 10 häufigsten Übeltäter ausgemacht und verraten, wie du sie vermeidest.

1. Norovirus

Der Keim ist gerne als blinder Passagier unterwegs. "Dieses Magen-Darm-Virus verbreitet sich von Mensch zu Mensch, aber auch über kontaminierte Speisen oder Oberflächen", sagt Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. An Bord eines Flugzeugs oder auf einem Kreuzfahrtschiff ist so ein Ausbruch dramatisch, denn meist erwischt es gleich Hunderte von Passagieren. Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Fieber können 12 bis 24 Stunden nach der Ansteckung auftreten. Die Flüssigkeitsverluste musst du umgehend ausgleichen. Fass wenig an, wasch und desinfiziere dir oft die Hände, vor allem nachdem du auf Toilette warst.

2. MRSA

Vorsicht, deine Gesundheit kann baden gehen! Die 4 Buchstaben stehen für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. Das ist ein Bakterium, das auf der Haut von Menschen vorkommt, über Wunden in den Körper gelangt und eitrige Entzündungen auslösen kann. Das Problem: Es ist gegen zahlreiche Antibiotika resistent und so für Abwehrgeschwächte lebensbedrohlich. Falls sich auf deiner Haut schmerzhafte rote Pusteln bilden, solltest du daher umgehend den Arzt aufsuchen.

Die größte Gefahr besteht, wenn du ein Krankenhaus in deinem Urlaubsort aufsuchen musst, aber auch an Türklinken, Handläufen und Griffen aus Edelstahl oder Plasik können die Bakterien lauern. Gesunden Menschen können die Baktierien nicht viel anhaben, Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten deshalb in der Umkleide des Freibades niemals barfuß herumlaufen und die Hände gut waschen, wenn sie die Handläufe beim Ausstieg aus dem Pool angefasst haben. Aber nicht irgendwie, sondern so. Das heißt jedoch nicht, dass man sich nach jedem Pool-Besuch mit Desinfektonsmittel behandeln sollte. Dadurch schade man lediglich seiner Haut, sodass Bakterien leichteres Spiel haben, warnt der Experte.

3. Hepatitis A

Das Virus ist weit verbreitet in Reisegebieten mit mangelnden Hygienestandards, laut dem Gesundheitsunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) vor allem im Mittelmeerraum und Osteuropa. Es wird über Fäkalien übertragen, muss also durch Kontakt- und Schmierinfektion in deinen Mund gelangen. Anschließend verursacht das Virus eine Entzündung der Leber, bis hin zu Gelbsucht – ein Zustand, in dem die Leber nicht mehr richtig arbeiten kann. Dazu kommen Magen-Darm-Beschwerden und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Laut GSK lauern die Keime vor allem auf Lebensmitteln. Also musst du beim Essen einiges beachten: Roh verzehrtes Obst und Gemüse solltest du frisch schälen, auf nicht durchgebratenes Fleisch sowie rohen Fisch solltest du verzichten. Beim Trinken musst du ebenfalls vorsichtig sein. Auch wenn's schwerfällt: Verzichte auf Eiswürfel in deinen Urlaubsdrinks. Auch Leitungswasser ist tabu! Es sei denn, du kochst es ab.

Weil die Verbreitung in beliebten Reisezielen so hoch ist, bietet das Gesundheitsunternehmen GSK bereits seit Jahrzehnten gut verträgliche und wirksame Impfungen gegen Hepatitis A an, mit denen du einer Ansteckung vorbeugen kannst. Das ist auch deshalb so wichtig, weil die Gefahr nicht immer sichtbar ist: Zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen liegen häufig mehrere Wochen. Das Risiko einer Ansteckung ist somit groß.

4. Bettwanzen

Die Mistviecher stecken zum Beispiel im Hotelbetten sowie in allen Polstermöbeln, die nicht regelmäßig gesäubert werden. Wanzenspuren (Kot) sind als kleine dunkle Flecken im Stoff zu erkennen. Sauge, wenn möglich, Möbel gründlich ab und wasche Bettwäsche bei mindestens 60 Grad. Die rötlich-braunen Krabbeltiere von der Größe eines Apfelkerns sind sehr zäh, sie können länger als ein Jahr ohne jede Nahrung auskommen. Ihre Bisse sind als rote Punkte auf der Haut sichtbar und können dort allergische Reaktionen auslösen. Betroffene Stellen täglich mit Seife und Wasser reinigen.

5. Sonnenstrahlen

Maligne Melanome sind bösartige Hauttumore. Exzessives Sonnenbaden fördert ihre Entstehung, ihre Häufigkeit steigt seit Jahrzehnten stetig an. Trotz intensiver Aufklärungskampagnen verzichten viele Menschen aus Bequemlichkeit oder Leichtsinn auf adäquaten Schutz. Dabei wird die Haut selbst dann in Mitleidenschaft gezogen, wenn kein Sonnenbrand entsteht. In den Sommermonaten solltest du daher auch an bewölkteren Tagen stets eine Schicht Sonnenmilch auftragen, und sie bei längeren Aufenthalten im Freien regelmäßig erneuern.

Eine gute Creme blockt sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen. Erstere lassen die Haut schneller altern, letztere beschädigen die Hautzellen teils so sehr, dass der Körper sie nicht reparieren kann. Dann pellt die Haut ab. Lange Kleidung ist eine UV-Barriere. Dabei gilt: Je dichter der Stoff, desto stärker der Sonnenschutz. Das ist die beste Sonnencreme für deinen Hauttyp.

6. Hepatitis B

Das Virus wird vor allem über den Kontakt mit Blut weitergegeben. Auch andere Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sperma und Vaginalsekret sind eine Infektionsquelle. Auf Reisen spielen dem Virus mangelnde Hygienestandards in die Karten. Der gefährliche Kontakt zu Blut, Sperma und Co. kommt vor allem durch unsterile Nadeln oder Spritzen, ungeschützten Geschlechtsverkehr oder offene Wunden zustande. Das Virus ruft eine Leberentzündung hervor, dazu unspezifische Krankheitssymptome wie Appetitlosigkeit, Unwohlsein oder Erbrechen. Laut der Deutschen Aidshilfe kommt es bei einem Drittel der Betroffenen zu Gelbsucht, bei zwei Dritteln treten keine oder nur geringe Krankheitsanzeichen auf.

Doch Vorsicht: Im Gegensatz zu Hepatitis A kann eine Infektion auch chronisch werden, heilt also nicht aus und beschäftigt das Immunsystem dauerhaft. Das kann langfristig zu schweren Leberschäden führen. Mit einer Hepatitis-B-Impfung kannst du dem vorbeugen. Das Gesundheitsunternehmen GSK empfiehlt sie vor allem bei Reisen nach Asien, Afrika sowie Mittel- und Südamerika. Die Impfung gegen Hepatitis-B sei aber auch beim Urlaub in Osteuropa und im Mittelmeerraum angeraten. Neben dem Impfschutz gilt: Vermeide den Kontakt mit fremden Körperflüssigkeiten. Heißt: auf keinen Fall ungeschützten Geschlechtsverkehr. Und mit dem Tattoo besser bis zur Rückkehr warten. Auch unerwartete medizinische Eingriffe, zum Beispiel bei einem Unfall, stellen ein Risiko dar. Lass es im Urlaub also ein wenig ruhiger angehen.

7. Salmonellen

Bei Sommerhitze vermehren sich Bakterien besonders leicht. Zudem vernachlässigen viele beim Grillen die Hygiene, essen mit den Händen, lassen rohes Fleisch mit Gemüse in Kontakt kommen. So haben Salmonellen und Kolibakterien leichtes Spiel. Eine Lebensmittelvergiftung kann die Folge sein. Achte darauf, dass Grillgut ganz durchgart. 5 SOS-Tipps bei Magen-Darm.

8. Hakenwürmer

In warmen und feuchten Böden fühlen sie sich am wohlsten und bohren sich von dort aus in die Fußhaut. Nachdem sie sich zum Darm vorgearbeitet haben, nisten sie sich dort ein: "Sie saugen täglich Kleinstmengen Blut, verursachen aber keine Symptome. Den weißen Wurm bemerkst du erst, wenn er in der Keramik gelandet ist", sagt Jelinek.

Kinder und Schwangere sollten sich dabei besonders in Acht nehmen. Bei starkem Wurmbefall eines geschwächten Wirts können infolge des Blutverlusts Müdigkeit und Bauchschmerzen auftreten. Streunende Hunde und Katzen solltest du besser meiden. "Für Hakenwürmer von Haustieren ist der Mensch ein Fehlwirt. Daher irren sie orientierungslos in der Haut umher. Die juckenden, roten Linien können jedoch zum Glück gut behandelt werden", weiß Reisemediziner Jelinek.

9. Pseudomonas

Nach körperlicher Anstrengung ein wenig im Whirlpool relaxen? Klingt verlockend, birgt jedoch Gefahren. "Längere Aufenthalte im Wasser weichen die Haut auf, wodurch diese anfälliger wird", sagt Experte Jelinek. Und dann haben Pseudomonas-Bakterien meist leichtes Spiel. Sie können an behaarten Körperstellen eine Entzündung der Haarfollikel – auch Follikulitis genannt – auslösen. Man erkennt sie an einer Hautrötung. In leichten Fällen hilft es schon, Desinfektionsmittel auf die Stelle zu träufeln. Schwere Fälle dagegen müssen in der Regel mit Antibiotika behandelt werden. Willst du auf Nummer sicher gehen, steigst du besser nur in Sprudelwannen, deren Besitzern du vertraust.

10. Krätze

Die auslösenden Milben treiben vor allem in Urlaubsgebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit ihr Unwesen. Sie sind nicht zu verwechseln mit normalen Bettmilben, die wir alle in unseren Betten haben. Bei Kontakt mit der Haut bohren sie sich in deren oberste Schicht. Zirka 5 Wochen nach der Einnistung tritt sehr stark juckender Ausschlag auf, üblicherweise in Hautfalten und Gelenkbeugen oder im Genitalbereich. Eine Behandlung mit Medikamenten ist zumeist sehr effektiv. Generelle Vorsicht ist in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in schmuddeligen Hotels geboten. Meide möglichst unmittelbaren Hautkontakt mit Polstern und Sitzflächen, indem du lange Kleidung trägst und Hände, Füße sowie den Rücken möglichst die ganze Zeit über bedeckt hältst. Nach der Reise solltest du deine Klamotten bei mindestens 60 Grad waschen und durch den Trockner jagen.

Ferien sollten Erholung sein, kein Stress. Mit unseren Tipps und einer ordentlichen Portion Vorsicht gelingt dir auch in diesem Jahr ein erholsamer Urlaub.

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