Home-Office und Kinderbetreuung: So geht's

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Home-Office mit Kindern So geht Home-Office mit Kinderbetreuung zusammen

Zu Hause zu arbeiten und gleichzeitig die KInder im Auge zu behalten, ist echt eine Herausforderung. Wir sagen, wie du sie schaffst

Home-Office mit Kind, darin haben viele spätestens seit März 2020 eigene Erfahrungen sammeln dürfen. Bei den einen schlägt das Pendel eher Richtung "geht super", bei anderen zu "geht gar nicht" aus. Die Situation in den eigenen vier Wänden wird nicht besser, wenn der Nachwuchs auch noch beim Home-Schooling Unterstützung benötigt. Dabei gibt es durchaus ein paar Tipps und Tricks, die helfen können zu Hause für Entspannung zu sorgen – egal, wie alt das Kind ist. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wie vereinbare ich Home-Office und Kinderbetreuung?

Ein bisschen kommt es immer auch auf das Alter der Kinder an, wie gut sich Home-Office und Kinderbetreuung vereinbaren lassen. Und auch die Anzahl spielt eine Rolle. Wer drei Teenager daheim hat, führt vermutlich eher Diskussionen um Aufräumen und Medienkonsum. Mit einem Säugling im ersten halben Jahr ist es oft auch etwas einfacher. Das Schlafbedürfnis ist einfach noch recht hoch, die Schlafpausen können genutzt werden, um recht verhackstückelt trotzdem zu arbeiten. Der vermutlich herausforderndste Zeitraum ist der für Eltern mit Klein- und Grundschulkindern. Die Kinder brauchen Beschäftigung und Ansprache, sind aber zu klein, um sich wirklich allein beschäftigen zu können. Und dauerhaftes vor dem Fernseher parken kann einfach nicht die Lösung sein. Wichtig aber: Es ist kein Wettbewerb, man darf jede Zeit als Herausforderung empfinden.

Was sind meine Rechte als Arbeitnehmer hinsichtlich Home-Office?

Es gibt kein Recht auf Home-Office. Viele Arbeitgeber haben hier im letzten Jahr nachgebessert und eine Zusatzvereinbarung mit ihren Angestellten getroffen, die Home-Office zumindest zeitweise ermöglicht. Wenn das nicht erfolgt ist, am besten das Thema aktiv ansprechen, väterfreundliche Unternehmen haben hier ein offenes Ohr. Wichtig: Mach dir klar, wie oft du im Home-Office arbeiten möchtest und ob es eine zeitliche Begrenzung braucht. Denn du wärst nicht der Erste, der die Vor- aber auch Nachteile des Home-Office für sich entdeckt. Auf der Habenseite: Der lästige Arbeitsweg entfällt, all die Meetings, die mit einer Mail erledigt gewesen wären, finden nicht statt. Du kannst sehr viel selbstständiger über deine Arbeitszeit verfügen, auch wenn sie sich natürlich immer noch innerhalb deiner Wochenarbeitszeit bewegen muss. Gleichzeitig ist genau diese Freiheit für viele auch überwältigend. Es fehlen die Grenzen und häufig wird im Home-Office mehr gearbeitet, als im Büro. Mach dir klar, dass du selbst entscheidend dafür verantwortlich bist, hier eine gute Balance zu finden. Und vergiss das Pause machen nicht. Und damit ist die echte Erholung in den Abendstunden gemeint, wenn viele Eltern eigentlich die zweite Home-Office-Schicht des Tages einlegen.

Habe ich Anspruch auf Home-Office, wenn ich meine Kinder betreuen?

Ein klares Jein. Da es keinen verbindlichen Anspruch auf Home-Office gibt, gilt Kinderbetreuung auch nicht als Ausnahme, es doch zu erlauben. Es gibt aber Arbeitgeber, die auf die besondere Situation von Eltern eingehen und dann eher Home-Office ermöglichen. Was du dir vor Augen führen musst ist, dass Home-Office nicht der Garant dafür ist, dass du deine Kinder gut betreuen kannst. Viel eher wird es eine große Herausforderung mit sich bringen, Kindern und Arbeitgeber gleichzeitig gerecht zu werden und sich selbst dabei nicht vollkommen zu vergessen. Denn gerade wenn du darüber nachdenkst, deinen Kindern und deinem Partner zuliebe Home-Office zu beantragen, ist ja klar: Ungestört arbeiten wie im Büro klappt im Alltagschaos nicht. So kannst du deine Kinder übrigens ganz entspannt vom Sofa aus bespaßen.

Wie bringe ich Home-Office und kleine Kinder unter einen Hut?

Mit ganz viel Langmut und dem Mut zur Lücke. Es wird niemals so klappen, wie du dir das erhoffst. Wenn du das Chaos, das Kinder nun mal in allen Lebenslagen mitbringen, akzeptierst, dann ist das eine gute Grundlage fürs Home-Office mit Kleinkindern. Denn die halten sich ja nur sehr begrenzt an Regeln. Einen Plan aufstellen, welche deiner Aufgaben du wann erledigst, klingt in der Theorie total super, scheitert in der Praxis aber an der Dickköpfigkeit von Kleinkindern. Denen ist doch vollkommen egal, ob auf deinem Tagesplan jetzt "Videocall mit dem Chef" steht, wenn sie "jetzt sofort" Autorennen spielen wollen. Einen Tagesplan aufstellen ist aber dennoch eine gute Idee. Mal mit Piktogrammen auf, was du wann grob geplant hast. So kennen die meisten Kleinen das ja auch aus der Kita. Die Aufgabe von Eltern ist es, dafür zu sorgen, dass die Tagesordnungspunkte wie "auf den Spielplatz gehen" oder "Nudeln zum Mittagessen" auch in die Tat umgesetzt werden. Hier helfen nur Absprachen mit dem Partner. Gibt es mehrere Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen zu Hause, können diese sich unter Umständen für kürzere Zeit aber auch miteinander beschäftigen. Wer baut den höchsten Legoturm? Wer malt das Bild am langsamsten aus, es gibt jede Menge freundschaftlicher Wettbewerbe, die Kindern Spaß machen. Die Kehrseite der Medaille: Im Zweifelsfall muss der Verlierer von einem Elternteil getröstet werden. Auf der Habenseite: Solange die Ruhe anhielt, konnte man arbeiten.

Wie klappt Home-Office in Kombination mit Home-Schooling?

Startet gemeinsam in den Tag. Während dein Kind neben dir die Schulaufgaben erledigt, arbeitest du auch. Das motiviert auch den Nachwuchs, eben nicht allein die Schulaufgaben erledigen zu müssen. Außerdem ist man so bei Fragen immer ansprechbar. Das ist wichtig, denn gerade unter diesen herausfordernden Umständen braucht der Nachwuchs das Wissen: Papa ist für mich da, mit dem kann ich immer reden. Hilfreich ist ein fester Tagesplan, da unterscheiden sich Schulkinder nicht von Kitakindern. Und: Verbindliche Pausenzeiten, die gern auch mit einem akustischen Signal eingeläutet werden, sind für euch alle wichtig. Die gibt es in der Schule und du selbst kannst die auch gut gebrauchen. Wenn du selbst nicht weiterweißt (niemand kann alles wissen), dann such für dein Kind Unterstützung. Beispielsweise bei www.naklar.io können Kinder digitale Nachhilfe von Ehrenamtlichen bekommen. Das unterstützt den Familienfrieden. Lass deine Kinder mit den Aufgaben beginnen, die ihnen am leichtesten gelingen. Machen Erwachsenen doch auch manchmal, egal wie oft sie über "eat the frog first" lesen. Manchmal will man einfach erstmal warm laufen. Und genau das solltest du deinen Kindern auch zugestehen. Die Zeiten sind stressig. Eltern sind in der Regel nicht die besten Lehrkräfte und das sorgt für Frust auf allen Seiten. Schau, wie ihr euch da gemeinsam entspannen könnt. Und, ganz wichtig: Mach dir keine Illusion, es wird Zeiten geben, wo auf allen Seiten die Nerven blank liegen.

Was kann ich tun, wenn mir alles zu viel wird?

Das Wundermittel: Pause machen. Und vielleicht etwas gemeinsam spielen (die besten Spielideen für müde Väter gibt es übrigens hier). Wenn es möglich ist, geh raus, allein. Liegt die Verantwortung der Kinderbetreuung gerade bei dir, geht zusammen raus. An der frischen Luft ist es oft leichter, wieder klare Gedanken zu fassen. Ähnlich wirkt Sport. Es gibt gute Kindersport-Angebote im Internet, bei denen du einfach mitmachen kannst. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und lenkt vom Stress ab. Aber natürlich kannst du auch dein eigenes Programm durchziehen. Wenn du gleichzeitig dabei ein paar Kilos verlieren willst, empfehlen wir dir den 8-Wochen-Trainingsplan "Weg mit dem Papa-Bauch im Home-Gym".

Aber auch eine gute Absprache mit dem Partner oder der Partnerin kann entstressen: Gebt euch als Paar feste Zeitfenster, wer wann arbeitet und wer wann die Kinder betreut. Das entlastet ein wenig, weil die Gleichzeitigkeit von Arbeit und Kinderbetreuung zumindest stundenweise ausgesetzt wird. Wer dagegen allein auf weiter Flur steht, muss sich andere Verbündete suchen. Tipp: Frag einen befreundeten Papa. Heute nimmt er die Kinder mit auf den Spielplatz, nächste Woche dann du. Netzwerken funktioniert nicht nur im beruflichen Umfeld. Und wenn ganz dringend und kurzfristig Unterstützung von Nöten ist, schau, ob digitale Angebote helfen können. Es gibt zum Beispiel bei www.kidscircle.de digitale Kinderbetreuung für Kinder zwischen 4 und 11 Jahren, die dir Luft verschaffen können.

Noch mehr Tipps zum Thema gibt es übrigens in dem Buch "Home-Office mit Familie" von Felicitas Richter. Aber abseits all dieser Ratschläge gibt es einen grundlegenden Tipp für den man nicht viel benötigt und der immer und überall geht: Akzeptiere, dass die Situation so ist, wie sie ist. Das hilft in der schlimmsten Anspannung zwischen Kindern und Karriere dabei, nicht in noch mehr Hektik zu verfallen. Und auch die Produktivität muss in solchen Situationen nicht immer darunter leiden. Dieser Text ist der beste Beweis: Er wurde im Home-Office geschrieben – mit drei Kindern.

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