Die wichtigsten Lebensphasen für Väter

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Die wichtigsten Lebensphasen für Väter: Spiele, spielen, spielen! © Halfpoint / Shutterstock.com

Entwicklung Die wichtigsten Lebensphasen für Väter

Mütter leisten viel. Aber wann ein Vater ganz besonders gefragt ist, sagt dir unsere Zeitschiene

Manches können nur Männer ihren Kindern vermitteln – etwa wie man ein Baumhaus baut oder richtig mit Feuer kokelt. Hier sind die wichtigsten Lebensphasen für Väter

1. Die Stunde Null

Dabeisein ist alles. Der Forscher Kyle Pruett vom Child Study Center der Universität Yale begründet, warum: "Wer die Geburt miterlebt hat, ist so voller Liebe für sein Kind, dass er sich mehr um es kümmert." In vielen Krankenhäusern ist es übrigens nicht selbstverständlich, dass der Vater den Nachwuchs versorgen darf, falls es Komplikationen bei Mama gibt. Bestehe im Vorgespräch darauf.

2. Zwei Monate

Hast du gewusst, dass Babys schon ab der achten Woche zwischen Vater und Mutter unterscheiden können? Bei Vätern öffnen sie die Augen weit und erwarten Aktion, von Müttern eher Ruhe und Geborgenheit. Wenn Väter sich an der täglichen Routine (Anziehen, Windeln wechseln, Füttern, Baden) beteiligen, hat das sehr positive Auswirkungen, wie die US-Forscher Ross Parke und Douglas Sawin bei einer Untersuchung feststellten: Je aktiver Daddy mithilft, umso besser entwickelt sich der Nachwuchs – und ist weniger stressanfällig.3

3. Vier Monate

Freie Abende sind fällig: Die Mutter geht mal raus, um dem Kinderzimmerkoller zu entfliehen. Der Vater macht sich einen netten Abend mit dem Nachwuchs, ganz relaxt, weil als Notration ein Fläschchen Muttermilch im Eisschrank steht. Tipp von Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund: "Erwärme die Milch nicht in der Mikrowelle." Sonst verliert die Milch ihre bakteriziden Wirkstoffe und damit ihre antibiotische Wirkung gegen Viren und Keime.

4. 16 Monate

Interesse des Kleinen an deinen Jazz-CDs lässt hoffen, muss aber in diesem Entwicklungsstadium noch nicht sein. Wenn Charlie Parker im Sabber ertrinkt, heißt es "Nein" zu sagen. Das versteht das Kind schon. Wichtig: "Dabei nicht lächeln, sondern klar gucken“, so der Erziehungsberater und Buchautor Jan-Uwe Rogge ("Kinder brauchen Grenzen") aus Bargteheide, da eine freundliche Miene als Anregung zum Weitermachen interpretiert werden kann. Wenn ihr Nein einen Tobsuchtsanfall zur Folge hat, könnte das der Eintritt in die Trotzphase sein. Rogge: "Lass dich bloß nicht davon anstecken, nur nicht selber schreien." Dann brüllt das Kind noch mehr. Am besten ist Ablenkung (von und nicht mit Ihren CDs).

5. Zwei Jahre

Jetzt wird gespielt – und zwar intensiv. Väter spielen anders mit Kindern, sie sind feinfühliger und ausdauernder, haben die Regensburger Psychologen Karin Grossmann und Heinz Kindler herausgefunden. Von Vätern kommen auch eher Impulse zum Durchhalten. Der Nachwuchs lernt bei behutsamer Herausforderung, über den ersten Frust hinwegzukommen und trotzdem weiterzumachen.

Kreativität, körperlicher Einsatz und Ausdauer im Spielzimmer werden im späteren Leben belohnt: Junge Erwachsene, die in ihrer Kleinkindzeit besonders intensiv mit ihren Vätern spielten, sind später in der Lage, bessere und gefühlvollere Partnerschaften einzugehen, so die Regensburger Forscher. Außerdem stärken diese Faktoren die Sozialkompetenz – schon unter den Minis.

Frühe Kindheit: Das Wichtigste für Kinder im Alter von 3 bis 6

Väterliche Kernkompetenz: am Fahrrad zu schrauben
Väterliche Kernkompetenz: am Fahrrad zu schrauben
© Kristoff Meller / Shutterstock.com

Eine heiße Phase beginnt! Du musst die ersten Fragen zur Sexualität beantworten, die Welt erklären und den Kleinen das Radfahren beibringen

3 Jahre: Wenn der Nachwuchs am Sonntag ganz unbedingt die "Sendung mit der Maus" anschauen möchte, dann bitte nur mit dir. "Kinder lernen nämlich nicht vom Fernsehen an sich, sondern vom Gespräch, das sich aus Fragen der Kinder zu Filmen entwickelt", sagt Hubert Sydow, Berliner Professor für Entwicklungspsychologie (Ratschläge von ihm findest du im Internet unter familienhandbuch.de).

4 Jahre: Du, Papa, woher kommen denn die Kinder? Wer das fragt, will nichts über Eisprung und Verhütung wissen, sondern interessiert sich primär für die eigene Herkunft: "Aus dem Bauch der Mutter bist du geschlüpft" (schönes Aufklärungsbuch: Mami hat ein Ei gelegt von Babette Cole, um 16 Euro). "Informiere immer altersgemäß und nie über den Horizont des Kindes hinaus", rät Erziehungsberater Rogge. Erst zu Beginn der Pubertät kommen dann die harten Fakten auf den Tisch.

5 Jahre: Taschengeld ist fällig! Dies sind die Grundregeln: Fang mit 50 Cent die Woche an und zahle dann regelmäßig aus, behalte es aber niemals als Strafe ein. Das Kind soll frei entscheiden dürfen, wofür es Geld ausgeben will – auch wenn das für Große wie Schwachsinn aussieht. Ein guter Nebeneffekt: "Wenn Kinder im Vorschulalter schon eine Vorstellung von der Welt der Zahlen entwickeln, wird’s später leichter in der Schule", sagt Hubert Sydow (siehe eltern.de).

5 Jahre: Das große Abenteuer ruft, zum ersten Mal: Lagerfeuerromantik am Baggersee, ein ganzes Wochenende lang. Ich Cowboy, du Indianer. So etwas macht man wirklich nur mit seinem Vater, deshalb solltest du solche für beide faszinierende Ausflüge ab jetzt unternehmen. Der Kasseler Psychologieprofessor Harald Euler hat herausgefunden, dass der Vater für Jungen nur bis zum fünften Lebensjahr wirklich als prägendes Vorbild fungiert und sie sich an seinen Verhaltensweisen orientieren. Später übernehmen dann engere Freunde die Vorbildfunktion.

6 Jahre: Am Fahrrad zu schrauben ist ebenso wie der Bau einer rasenden Seifenkiste väterliche Kernkompetenz. So lernen Kinder den Umgang mit Werkzeug und entwickeln sowohl Feinmotorik als auch Kreativität. Und spätestens jetzt kommen die Stützräder runter! "Mit sechs ist der Gleichgewichtssinn für das Radfahren ausreichend entwickelt", sagt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC. Bis zum Alter von zehn Jahren dürfen Kinder mit ihrem Rad auf dem Gehweg fahren, "erst dann finden sie sich auch wirklich im Verkehr zurecht", erklärt Maria Limbourg, Professorin für Verkehrspädagogik an der Universität Essen.

Frühe Jugend: Das Wichtigste für Kinder im Alter von 7 bis 13

Wissbegieriges Kind
Wecke Abenteurerdrang: Baut zusammen ein Baumhaus
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Rangeleien, Baumhäuser und schlabbernde Hosen prägen diese Phase Ihrer Sprösslinge im Alter von 7 bis 13

7 Jahre: Der Kleine ist ein wenig schmal und blass? Melde ihn bei einer Judo-Schule an. Bei Kindern schlägt Kampfsport schnell an, schon nach dem fünften Mal kommt ein kerniger Karatetiger nach Hause. Er steht kerzengerade und bekommt die Ausstrahlung, die jedem Unruhestifter klar macht: "Leg dich bloß nicht mit mir an!" Die meisten Kampfsportarten vermitteln jedoch nicht nur eine gute Dosis Selbstbewusstsein, sie stimulieren auch innere Werte wie Ruhe, Konzentration und Ausgeglichenheit. Ganz schön wichtig heutzutage.

8 Jahre: Der alte Kirschbaum ist wie geschaffen für ein Baumhaus. Der Vater plant, gemeinsam wird gesägt und genagelt. Anschließend ein Butterbrot mit Limo und die Füße baumeln lassen. Das ist die Sorte Erlebnis, die unzertrennlich macht. Und die dein Sohn noch den eigenen Enkelkindern berichten wird.

9 Jahre: Max allein zu Haus: Jetzt wird es Zeit, mal für einen Abend zu verschwinden, das stärkt Selbstbewusstsein und Selbständigkeit von Sohn oder Tochter. Einen Videofilm einlegen, den Antennenstecker ziehen, ein paar Brote schmieren und eine Limo kalt stellen. Die Handynummer der Eltern liegt neben dem Telefon, die Nachbarn sind notfalls auch zu Hause.

11 Jahre: Wir empfehlen: Kissenschlachten oder Rugby im Garten. Denn dreimal in der Woche zehn Minuten Toben (oder Raufen, Rennen oder Sport) stimuliert den Knochenwuchs. Das funktioniert am besten vor der Pubertät – am effektivsten für die Knochen ist Training zwischen zehn und zwölf Jahren, stellte die kanadische Forscherin Heather McKay fest. Das stabilere Knochengerüst begleitet die Kinder dann durchs ganze Leben und minimiert die Gefahr von Brüchen.

12 Jahre: Melde deinen Sohn zum Comic-Zeichenkurs an. Leihe ihm die alte Gitarre, notfalls braucht er eine E-Gitarre oder ein Schlagzeug. "Der mangelnde Zugang von Jungen zu ihren Gefühlen und musischen Fähigkeiten wird heute von Pädagogen leider zu wenig berücksichtigt", sagt der Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck.

13 Jahre: Die Hose hängt auf halbmast, ist albern bestickt und soll 99 Euro kosten? Oder das Skateboard braucht neue Rollen, die auch nicht billig sind? Menschenskind! Erziehungsberater Jan-Uwe Rogge empfiehlt, sich mit den Wünschen der Kids zu arrangieren – und einen Deal anzubieten, damit klar wird, dass sie selbst etwas dafür tun müssen, wenn sie außergewöhnliche Wünsche erfüllt haben wollen: "Hier hast du 50 Euro. Den Rest kannst du dir ja mit Rasenmähen verdienen". Und Gelegenheiten zum Bedürfnisaufschub gibt es ja genug: Geburtstag, Sommerschlussverkauf, Konfirmation.

Erwachsenwerden: Das Wichtigste für Kinder im Alter von 14 bis 18

Der erste Freund: "Das ist Denny". Und jetzt gaanz ruhig bleiben!
Der erste Freund: "Das ist Denny". Und jetzt gaanz ruhig bleiben!
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Jetzt wird's nochmal richtig hart! Die erste Kippe, der erste Kuss. Vielleicht ruft auch schon die weite Welt? Eine Herausforderung für alle Beteiligten

14 Jahre: "Darf ich eine rauchen?" Jetzt bloß kein Drama daraus machen, rät Rogge. Sondern die Grundposition klar machen ("Ich finde Rauchen völlig bescheuert") und gleichzeitig die elterliche Ohnmacht signalisieren: "Wenn du es trotzdem machst, kann ich dich nicht daran hindern." So ist es ja auch. Am Wochenende spielen Tokio Hotel in der Stadt. Das ist eine gute Möglichkeit, sich ganz nebenbei den Freundeskreis des Kindes mal anzuschauen: "Lade deine Kumpels doch vorher ein, ich mache dann eine Pizza und fahre euch nachher hin."

15 Jahre: Die Chancen, jetzt schon Großeltern zu werden, sind gar nicht so gering: Jeder zehnte Junge und jedes elfte Mädchen haben bereits mit 14 Jahren zum ersten Mal Geschlechtsverkehr, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das durchschnittliche Alter für "das erste Mal" liegt bei 14,8 Jahren für Jungs und 15,1 Jahren für Mädchen. Also dranbleiben, informieren – Verbote nützen nichts, denn wenn die Tochter unbedingt mit ihrem Freund ins Bett will, wird sie dir das nicht auf die Nase binden. Du solltest mit dem Nachwuchs Klartext über Pille und Kondome reden – auch wenn dir das unheimlich früh vorkommt.

16 Jahre: Die Ferne ruft, Interrail lockt: "Jugendliche, besonders Jungen, brauchen Mutproben", sagt der Psychologe Harald Euler. Dass in diesem Fall du viel mehr Mut aufbringst, um dem Ausflug nach Marokko zuzustimmen, musst du ja nicht durchblicken lassen. Lade stattdessen die mitreisenden Freunde zu einem Planungs-Kaffeetrinken ein. Die Zeit der gemeinsamen Urlaube ist sowieso vorbei.

17 Jahre: "Das ist Dennis. Gestern Abend ist es spät gewesen, und er wohnt so weit weg. Da ist er hier geblieben." Der Kerl steht baumlang in der Küche, hat ziemlich viel Metall im Gesicht und guckt dich freundlich an. Jetzt bloß nichts anmerken lassen, lieber Brötchen holen. Das gibt Zeit, sich auf die Überraschung einzustellen. Und anschließend cool zu reagieren. Freundliches Interesse ist die richtige Haltung: "Wo wart ihr den gestern?" Alles Nachhaken darüber hinaus ist unnötig. Wenn es bei Dennis bleibt, gibt es noch genügend Zeit, ihn kennen zu lernen. Und wenn nicht, war es vergebliche Mühe.

18 Jahre und plus: Distanz schafft Nähe. Deshalb unterstütze den nachabituriellen Weltreisewunsch oder auch den Auszug. Am besten finanziell, mehr Einfluss hast du ohnehin nicht mehr. Und nach sechs Monaten Aupair in Paris ist die Tochter nicht nur völlig selbständig geworden. Sie ruft auch plötzlich regelmäßig an. Denn draußen in der Welt hat sie Väter gesehen, die nicht annähernd so viel Klasse hatten wie der eigene. Da hat sich die ganze Arbeit doch gelohnt.

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