Vaterschaftstest: So läuft er ab

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Klärung der Vaterschaft So läuft ein Vaterschaftstest ab

Nicht immer ist eindeutig, wer der Vater eines Kindes ist. Dann ist ein Abstammungsgutachten nötig. Das solltest du über Vaterschaftstest und DNA-Analyse wissen

"Nein, ich bin dein Vater", gesteht Darth Vader dem geschockten Luke Skywalker in der fünften Episode der Star-Wars-Saga. Und der will das Geständnis des berühmten Filmbösewichts natürlich nicht wahrhaben. In diesen Fällen ist ein Vaterschaftstest hilfreich. So verschafft man sich nahezu hundertprozentige Gewissheit.

1. Was ist ein Vaterschaftstest und wofür braucht man ihn?

Wenn Zweifel hinsichtlich der Vaterschaft bestehen, kann mittels eines Abstammungsgutachtens für Klarheit gesorgt werden. Durch die Analyse verschiedener DNA-Abschnitte, auch Loci genannt, zwischen dem Kind und dem Vater kann die Vaterschaft eindeutig bestimmt werden. "Solche Tests dürfen nur von akkreditierten Laboren durchgeführt werden", erklärt Dr. Barbara Wimmer, Mitarbeiterin des Eurofins Labors in München, eines der größten Privatlabore für DNA-Analysen in Deutschland. "Für einen Vaterschaftstest müssen alle Beteiligten, also Mutter, Vater und das Kind – wenn es denn volljährig ist – zustimmen. Achtung: Ein heimlicher Test ist in Deutschland gesetzlich verboten und kann mit einer Ordnungswidrigkeit von 5.000 Euro bestraft werden", so Wimmer.

Vaterschaftstests kommen übrigens auch bei Gerichtsverfahren zur Anwendung, wenn es zum Beispiel um Unterhalt, Alimente oder ähnliches geht. Wimmer: "Bei gerichtlichen angeordneten Tests, können sich die Beteiligten dem Verfahren nicht verweigern."

Wer ist der Vater?
Wer ist der Vater?
© Shutterstock / Henrik Dolle

2. Wie läuft ein Vaterschaftstest ab?

Ein Vaterschaftstest ist sehr einfach und schnell durchzuführen. Dabei gilt es, ein paar sehr wichtige Dinge zu beachten. Zum einen, auf keinen Fall den Test ohne Einwilligung aller Beteiligten durchführen, zum anderen darf man die Proben nicht selbst entnehmen. Das dürfen in Deutschland nur Apotheker:innen, Hebammen, Ärzt:innen und Mitarbeiter:innen eines Krankenhauses oder vom Jugendamt vornehmen.

Einen Test bekommst du ganz einfach online, wie zum Beispiel hier oder auch in den meisten Apotheken. Dieser muss folgende Punkte erfüllen. "Das prüfende Labor sollte eine Akkreditierung nach ISO 17025 besitzen, die in Deutschland geforderten Anforderungen erfüllen und mindestens die gesetzliche Mindestanzahl, nämlich 15, an Locis prüfen", sagt die Expertin.

Mit dem erworbenen Testkit gehst du zu einem der erwähnten Probenentnehmer. Der zückt das, inzwischen sehr gut bekannte, Wattestäbchen und entnimmt eine Speichelprobe. Anders als zum Beispiel bei Coronatests reibt er aber nur an der Innenseite der Wange. Nachdem auch die zweite Probe (vom Kind) und eventuell auch dritte (Mutter) entnommen wurde, wird alles korrekt dokumentiert und eingetütet. Anschließend werden die Proben von Ärzt:in, bzw. Apotheker:in an das Labor verschickt. Dadurch wird verhindert, dass die Proben verfälscht werden können.

"Nachdem die Proben im Labor ankommen sind, werden zunächst nochmal alle Dokumente kontrolliert, daraufhin wird ein DNA-Profil erstellt. Eurofins benutzt dafür 24 verschiedene Locis, auch Marker genannt. Solche Marker benutzt Eurofins übrigens auch, um Täterprofile für das Landeskriminalamt zu erstellen", erklärt die Expertin.

Anhand der Daten wird eine Vaterschaftswahrscheinlichkeit berechnet, mit einer Garantie von mehr als 99,99 Prozent. Es dauert insgesamt 3 bis 4 Tage ab der Probenentnahme, bis das Ergebnis feststeht.

Fragen und Beratung zum Thema Vaterschaftstest findest du hier.

3. Welche Arten von Vaterschaftstests gibt es und was kosten sie?

In Deutschland wird nur der beschriebene DNA-Test verwendet. Es gibt ihn aber in zwei verschiedenen Ausführungen. Entweder werden nur von Vater und Kind die Proben analysiert oder zusätzlich auch von der Mutter, was die Abstammungswahrscheinlichkeit erhöht. Die Kosten liegen für den privaten Nutzen im kleineren dreistelligen Bereich. Wird ein Vaterschaftstest vor Gericht eingefordert, kann das deutlich teurer werden. "Wenn ein Vaterschaftstest vom Gericht angeordnet wird, zahlt zunächst das Gericht, anschließend der offizielle, biologische Vater."

In manchen Fällen kommt auch noch eine andere Art von Vaterschaftstest ins Spiel. "Dabei handelt es sich um einen pränatale Vaterschaftstest, also einem, der während der Schwangerschaft durchgeführt wird. Diese Tests sind aber nur in ganz seltenen Ausnahmefällen erlaubt, wenn ein Verbrechen vorliegt, sprich eine Vergewaltigung. Das muss vom Gericht zugelassen werden. Wimmer: "Pränatale Tests sind in Deutschland aufgrund des Gendiagnostikgesetzes nicht erlaubt, weil der Gesetzgeber sagt, das ungeborene Kind bedarf eines besonderen Schutzes."

Nur weil Vater und Sohn gleich heißen, müssen sie biologisch gesehen nicht miteinander verwandt sein. Mit einem Vaterschaftstest bekäme auch Luke Skywalker zu 99,99 Prozent Gewissheit. Aber: Man benötigt von allen Beteiligten die Einwilligung. Und wer will schon Darth Vader darum bitten?

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