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Going Green: So funktioniert das grüne Leben

Eine nachhaltige Zukunft ist möglich Going Green: So funktioniert das grüne Leben

Mehr Nachhaltigkeit, mehr Umweltbewusstsein: Going Green ist keine Floskel. Es ist der Weg in eine bessere Zukunft. Wir erklären, wie dir jetzt die ersten Schritte gelingen

Unser Wohlstand zerstört den Planeten, und technischer Fortschritt wird daran nichts ändern. Auf diese Formel lassen sich die Ergebnisse bringen, die eine internationale Forschergruppe im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht hat. Wälder, Böden und Meere stehen kurz vorm Burn-out, weil sie sich von dem, was der Mensch ihnen antut, nicht mehr erholen. Nichts bringt dies besser zum Ausdruck als der Earth Overshoot Day.

Der Erdüberlastungstag bezeichnet jährlich das Datum, an dem die regenerierenden Ressourcen der Erde erschöpft sind – es ist der Tag, von dem an wir alle auf Pump leben, sozusagen im Umwelt-Dispo. Im Jahr seiner ersten Berechnung, 1970, war dies der 29. Dezember; 2020 war es der 22. August, im Jahr zuvor der 29. Juli. Lebten alle Menschen so wie die in Deutschland, wäre die Erholungsfähigkeit der Erde in jedem Jahr schon Anfang Mai am Ende. Würden wir so Sport treiben, wie wir leben, gäbe es nie einen Trainingseffekt. Im Gegenteil: Wir würden uns kaputtmachen.

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Gingen wir mit uns selbst so um wie mit der Erde, würden wir vom Gewicht unserer Hantel erdrückt, kugelten wir uns beim Yoga die Schultern aus und brächen wir beim Laufen nach 6 von 10 Kilometern japsend zusammen. Dann wäre uns schnell klar: So geht es nicht weiter. Muss es auch nicht. Weil wir alle auf dem Weg ins grüne Leben viele kleine Schritte machen können. Beim Sport, beim Einkaufen und unterwegs, fast überall bieten sich Möglichkeiten, selbst für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. Das geht oftmals leichter als gedacht.

Diese 4 Schritte für ein "grünes Leben" kannst auch du jetzt gehen:

Schritt 1: Nachhaltig fitter

Sport und Umweltschutz passen durchaus gut zusammen. "Viele Menschen finden gerade über den Sport einen emotionalen Zugang zur Natur", sagt Dr. Manuel Steinbauer, Professor für Sportökologie an der Uni Bayreuth. "Das wiegt den negativen Einfluss von Outdoor-Sportarten teilweise auf. Über Sport lassen sich die Menschen für die Notwendigkeiten des Umweltschutzes sensibilisieren." Das haben längst auch Hersteller begriffen, die Funktionskleidung aus teils recycelten Materialien anbieten und an Produkten arbeiten, die komplett wiederverwertbar sind.

Noch besser für den Planeten und leichter zu realisieren ist es, wenn wir Sportkleidung länger nutzen, uns Sportgeräte teilen oder auf deren Anschaffung verzichten. Ein weicher Teppich ist auch nicht schlechter als die Yoga- Matte. Dips lassen sich bestens an Bettkante oder Bänken, Klimmzüge an Ästen und Liegestütze überall machen. Unser Körper selbst ist sowieso das beste, vielseitigste Sportgerät. Und das nachhaltigste. Vor allem dann, wenn wir uns nicht mit dem Auto zum Workout ins klimatisierte Studio karren, sondern stattdessen natürliche Angebote nutzen und Sport in unseren Alltag integrieren, ohne Extrawege zu machen – und indem die Wege selbst zum Training werden: Warum nicht mit dem Rad zur Arbeit und zum Einkaufen fahren? Eine weitere Möglichkeit, Sport und ökologisch Sinnvolles zu verbinden: Plogging, also beim Dauerlauf Müll einsammeln. Dieser Begriff setzt sich zusammen aus dem schwedischen Wort für aufheben (plocka) und Jogging.

Plogging
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Plogging gegen die Umweltverschmutzung

Wer nicht sammeln will, kann mit Fotos in sozialen Medien zumindest dokumentieren, wo etwas im Argen liegt, wo Handlungsbedarf besteht, auf den man aufmerksam machen sollte. Was dazu passt: Trainingszeit nutzen, um einen Öko-Podcast oder etwas Ähnliches zu hören. Das macht das Training zumindest indirekt nachhaltiger. Was direkter wirkt: wenn wir nicht ein Prozent mehr Performance von der neuen Ausrüstung erwarten, sondern selbst 5 Prozent mehr Leistung liefern. Das geht übrigens auch ohne in Plastik verpackte Gels und Riegel und Getränke von Konzernen, die für ökologische Verantwortungslosigkeit international heftig in der Kritik stehen.

Schritt 2: Grüner unterwegs

Viel ist momentan die Rede von neuer Mobilität. Das heißt oft: alternative Antriebe, öffentlicher Nahverkehr, Autos nutzen statt besitzen. All das bringt uns einen Schritt weiter. Es geht um große infrastrukturelle Umwälzungen, und dabei herrscht ein großes Durcheinander. Ladesäulen und Fördergelder hier, Verbote und strengere Richtlinien dort. Um unsere persönliche neue Mobilität geht es selten. Dabei kann die schon mit der nächsten Besorgung beginnen.

Jeden Tag ist der Deutsche laut Verkehrsministerium 80 Minuten unterwegs. Pro Person kommen so im Schnitt 39 Kilometer Strecke zusammen, 3 Viertel aller Kilometer werden mit dem Auto zurückgelegt: 2,4 Milliarden allein in Deutschland. Nur 10 Prozent davon zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu absolvieren, hätte einen extremen Nachhaltigkeitseffekt, von der Wirkung aufs eigene Wohlbefinden mal ganz abgesehen. Immerhin verbrennt man 280 Kalorien, wenn man eine Stunde spazieren geht, bei moderat schnellem Joggen sind es fast doppelt so viele, beim Radfahren mit Tempo 20 etwa 400.

Fahrradfahren
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Radfahren als nachhaltige Alternative zum Auto

Und mal ehrlich: Welche Wege müssen unbedingt sein? Vielleicht müssen wir Wege dafür nur etwas anders planen, sie anders kombinieren. Lediglich in jedem 7. städtischen Haushalt ist jemand für das Carsharing angemeldet, obwohl die Sharing-Angebote zunehmen und nicht auf Autos beschränkt sind. In einigen Metropolen stehen mittlerweile E-Lastenräder in der Nähe von Supermärkten zur Verfügung – eine sehr gute Gelegenheit, das Fahrgefühl kennenzulernen und zu merken: So schwer ist das gar nicht. Aber leise, flexibel, praktisch und schnell.

Oft reicht es, diese eine kleine Anfangshürde zu überwinden, indem wir jemanden fragen oder uns in einem Forum informieren: Wie ist das mit der Leihe per App, mit dem Fahrgefühl im Elektro- oder Hybridauto, mit der Abrechnung der Kosten?

Während das Erfahren von alternativen Antriebskonzepten, ob auf 2 oder 4 Rädern, immer leichter wird, kann die neue Mobilität aber auch alte Mobilität in anderer Form sein. Wieso nicht ein gebrauchtes Rad wieder flottmachen statt ein neues zu kaufen? Zwar wird das instandgesetzte Oldschool-Fahrrad nicht so leicht und schnell sein wie ein neues, klar. Trainingseffekt und Ökobilanz sind dagegen unerreicht. Und: Vintage ist ja so was von in.

Schritt 3: Ökologisch schicker

Bereits 2014 hat die Textilindustrie weltweit doppelt so viel Bekleidung produziert wie zur Jahrtausendwende: 100 Milliarden Teile. Die Branche haut mehr CO2 in die Luft als Flugverkehr und Kreuzfahrten zusammen. Schon die Produktion einer einzigen Jeans kostet die Erde 7500 Liter Wasser. Manche Modeketten bringen jährlich nicht weniger als 24 Kollektionen zu absurd niedrigen Preisen auf den Markt. So kauft in Deutschland jeder Mensch jedes Jahr 60 neue Teile – und wirft sie auf den Müll, nachdem sie im Schnitt nur 4-mal getragen worden sind. Kleidung ist zu einer Wegwerfware verkommen. Aus dieser Fast-Fashion-Falle müssen wir raus! Wie? Ganz einfach: weniger kaufen, länger tragen. Diese Modelabels sind Nachhaltigkeits-Vorreiter.

Und wenn jedes Stück einen Wert hat, darf es auch ein wenig teurer sein. Eine Jeans, die wir gerne und länger tragen, ist trotz des höheren Preises günstiger als die 4 Exemplare, die wir nahezu ungenutzt wegwerfen. Andere Option: mieten statt kaufen. Mit Jeans geht das so wie mit Designerstücken. Vorreiter dieses Trends sind das niederländische Label MUD und die US-Firmen Rent the Runway und Le Tote.

Außerdem sieht auch grüne Mode längst nicht mehr nach Jutesack aus, wie Angebote vom Avocadostore beweisen. Immer mehr konventionelle Label produzieren zumindest einen Teil ihrer Kollektionen umweltbewusst. Besser noch als Öko-Textilien neu zu kaufen ist es, sich gebrauchte zuzulegen, den eigenen Schrank umzugraben, um Altes darin neu zu entdecken oder wieder dem Warenkreislauf zuzuführen (also verkaufen oder spenden statt wegwerfen).

Mit Neuanschaffungen eine Zeit lang zu warten tut ebenfalls gut. Das Gefühl, dieses oder jenes unbedingt haben zu müssen, verschwindet manchmal von allein. Ohnehin steht längst fest, dass die meisten Dinge nicht angeschafft werden, weil wir sie brauchen und nicht einmal, weil wir sie wollen. Sondern weil sich der Konsum, befeuert von Werbung und sozialen Medien, als Kompensation etabliert hat, als scheinbares Heilmittel gegen Unzufriedenheit im Leben. Die Wirkung aber, die lässt immer schneller nach, und so brauchen wir immer mehr. Klingt nach Sucht? Werden wir also clean! Befreien wir uns vom Diktat schnelllebiger Trends. Das Massenhafte der Mode ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Und davon abgesehen steht allen ein eigener Stil besser als jede Fast-Fashion-Uniform.

Schritt 4: Satt mit gutem Gewissen

Was und wie wir essen, ist für die Erde vielfach schwer zu verdauen. Nicht nur unsere eigene Gesundheit, sondern auch die der Öko-Systeme hängt mit unseren Essgewohnheiten zusammen. Geschmack und Gesundheit sowie Genuss und globale Verantwortung sind so schwer nicht in Einklang zu bringen. Das fängt schon damit an, dass weniger Essen im Müll landet, weil man sich wieder auf die gute alte Resteverwertung besinnt, Eintöpfe kocht, Marmelade macht oder Gemüse sauer einlegt. Rund ein Drittel unserer Lebensmittel, allein hier zu Lande im Wert von 20 Milliarden Euro jährlich, werfen wir sonst weg. Das ist nicht nur eine immense Verschwendung von Geld, sondern auch von globalen Ressourcen.

Ein fleischfreier Tag pro Woche spart genug Wasser, um 1,5 Jahre täglich warm duschen zu können

Der effizienteste Weg, wenig wegzuwerfen, ist auch hier, Dinge gar nicht erst zu kaufen. Das geht am besten mit einem Einkaufsplan. Rezeptbücher helfen, diesen nachhaltiger zu gestalten – etwa Anna Jones’ "One: Pot, Pan, Planet" (noch nicht auf Deutsch erschienen, um 22 Euro) oder der brandneue Titel "Eat Meat Less" vom Jane-Goodall-Institut (ebenfalls bisher nur auf Englisch, zirka 23 Euro). Wonach sollten wir ins Regal greifen? Nun, lieber nach fair gehandelten und frischen als nach stark verarbeiteten fertigen Produkten und lieber nach regionalen und saisonalen Zutaten und solchen, die sich flexibel und nicht nur für ein einzelnes Gericht verwenden lassen.

Vegan
Losangela / Shutterstock.com
Eine vegane Ernährung spart viel CO2 und Wasser ein

Und im Hinblick auf das Wohl der Tiere sollten wir mehr und häufiger vegetarisch oder vegan essen. Dass das auch unserer Gesundheit und Fitness zugutekommt, beweisen Leistungssportler aller Disziplinen. MMA-Champion Nate Diaz und Ex-Boxweltmeister David Haye ernähren sich rein pflanzlich. Überzeugte Veganer sind auch Lewis Hamilton, Venus Williams, Dirk Nowitzki und Novak Djokovic. "Ich schreibe einen großen Teil meines Erfolgs meiner Ernährung zu", sagt der Weltklasse- Tennisspieler. Es gehe ihm auch darum, wie sich seine Ernährung auf die Welt auswirke. "Sich bewusst zu sein, was mit Tieren passiert, das Schlachten von Tieren und die Massentierhaltung und all das. Auch der Einfluss auf den Klimawandel ist enorm."

Insbesondere bei tierischen Produkten ist der ökologische Fußabdruck – also verbrauchte Ressourcen, erzeugtes CO2 – riesig. Beispiel Rindfleisch: 13 000 Gramm CO2 und 15 500 Liter Wasser. Pro Kilo! Einer Modellrechnung zufolge spart bereits ein fleischfreier Tag pro Woche genug Wasser, um 1,5 Jahre täglich warm duschen zu können. Weniger Fleisch, saubere Sache.

Nachhaltigkeit in seinen Alltag zu integrieren kann so einfach sein. Man darf nur das Anfangen nicht vergessen. Wer einige der vorgestellten Tipps umsetzt, kann schon viel bewegen! Also, worauf wartest du? Hier sind 8 kleine Tipps mit großer Wirkung.

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