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Die wichtigsten Penis-Fakten
Die meisten Männer, die sich für eine Vasektomie entscheiden, haben bereits Kinder gezeugt masuti / Shutterstock.com

Vasektomie: Das sind die wichtigsten Fakten

Sterilisation des Mannes Das sollte jeder Mann über die Vasektomie wissen

Du spielst mit dem Gedanken, dich sterilisieren zu lassen? Dann solltest du diese Fakten zum Thema Vasektomie kennen

Verhütung ist längst keine reine Frauensache mehr. In einer gleichberechtigten Beziehung entscheiden verantwortungsbewusste Männer mit, wie verhütet wird. Wer mit der Familienplanung abgeschlossen hat oder definitiv weiß, dass er keine eigenen Kinder möchte, für den könnte eine Vasektomie, also die Sterilisation des Mannes, infrage kommen. Wir haben hier für dich alle Fakten und wichtigen Informationen zum Thema Vasektomie gesammelt.

Was ist eine Vasektomie?

Die Sterilisation des Mannes ist eine äußerst sichere Verhütungsmethode: In einer kurzen Operation, der sogenannten Vasektomie, werden die Samenleiter durchtrennt. Die Produktion der Spermien geht danach im Hoden zwar weiter, jedoch gelangen keine Spermien mehr ins Ejakulat – also in die Samenflüssigkeit. Auf diese Weise kann durch eine Vasektomie eine Schwangerschaft vermieden werden.

Im Vergleich zur Sterilisation bei Frauen – der sogenannten Tubenligatur, bei der die Eileiter durchgeschnitten beziehungsweise abgebunden werden – ist die Sterilisation bei Männern weitaus unkomplizierter und risikoärmer, da die Samenleiter in einer ambulanten Operation durchtrennt werden. Bei Frauen wird der Eingriff hingegen unter Vollnarkose durchgeführt und erfordert eine komplexe Bauch-Operation.

Beeinflusst eine Vasektomie die Sexualität?

Die Vasektomie ermöglicht dir und deiner Partnerin unbeschwerten Sex und bietet eine schnelle, wirksame und dauerhafte Art der Verhütung, wie Studien bestätigen. Auf die Sexualität selbst hat die Vasektomie keinerlei Einfluss, das Gefühl bei der Ejakulation bleibt voll erhalten. Deine Lust auf Sex, deine Erektionsfähigkeit und die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron bleiben wie sie sind. Auch in Geruch, Aussehen und Konsistenz deines Ejakulats wirst du keinen Unterschied feststellen – nach einer Vasektomie fehlen darin lediglich die Spermien. Und keine Angst vor einem "Samenstau": Die weiterhin gebildeten, aber nicht weitergeleiteten Samen werden vom Körper abgebaut.

Welche Sterilisations-Methoden gibt es?

Eine Vasektomie lässt sich mit traditionellem Skalpellschnitt oder als Non-Skalpell Vasektomie durchführen:

Gewöhnliche Vasektomie mit Skalpell: Bei der klassischen Vasektomie handelt es sich um eine ambulante Operation, die in etwa 15 Minuten abgeschlossen ist. Zunächst wird die Leistengegend sowie der Hodensack lokal betäubt, eine Vollnarkose ist ebenfalls möglich. Der Samenleiter wird dann durch einen kleinen Einschnitt in den Hodensack hervorgeholt. Ein Teil des Samenleiters, zirka ein bis drei Zentimeter, werden nun entfernt und die beiden Enden verödet. Die verödeten Samenleiter werden nun in verschiedene Höhlen des Hodensacks gelagert, sodass sie nicht spontan wieder zusammenwachsen können. Selbstauflösende Fäden verschließen den Schnitt.

Non-Skalpell-Vasektomie: Hierbei handelt es sich um dieselbe Methode. Der Schnitt ist dabei jedoch so klein, dass keine Nähte verwendet werden. Hier genügt ein einfaches Pflaster als Verband und es bleiben nur minimale Einschnittsnarben zurück.

Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt
Blue Ring Media / Shutterstock.com
Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt (1), etwa 1 bis 3 cm lange Stücke entnommen und anschließend die Schnittstellen verödet bzw. unterbunden (2).

Ist ein Sterilisation ohne OP möglich?

Der operative Eingriff für eine Vasektomie ist risikoarm und meist können die Patienten bereits eine Stunde nach dem Eingriff wieder nach Hause. Trotzdem wird weiterhin an alternativen Methoden zur Verhütung für Männer geforscht und Studien veröffentlicht. So ist zum Beispiel immer wieder eine Pille für den Mann im Gespräch. Doch verfügbar sind solche Präparate noch nicht, sondern müssen ihre Wirksamkeit erst noch in klinischen Studien unter Beweis stellen.

Noch Zukunftsmusik ist auch eine Art Schalter zwischen den Samenleiter zu legen, den man an- und ausschaltet, je nachdem, ob man Kinder haben möchte oder nicht. Auch zu einer Injektion eines Polymers wird geforscht, der den Samenleiter verstopft und bei erneutem Kinderwunsch aufgelöst werden kann. "Diese Methoden könnten in Zukunft gegebenenfalls kommen, noch gibt es aber keine Zulassung", sagt Dr. Frank Sommer, Universitäts-Professor für Männergesundheit am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf und Präsident der DGMG (Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit).

Welche Vor- und Nachteile hat eine Vasektomie?

Die Sterilisation zählt aktuell zu den sichersten Verhütungsmethoden, die ein Mann anwenden kann. Sie hat einen Pearl Index von 0,1 – das bedeutet, dass nach einer Vasektomie pro Jahr nur eine von 1000 Frauen ungewollt schwanger wird. Somit ist die Vasektomie sogar eine sicherere Methode zur Verhütung als die Pille, denn diese weist einen Pearl Index von 0,1 bis 0,9 auf.

Nach der Operation kann es allerdings noch mehrere Monate dauern, bis der Mann wirklich unfruchtbar ist, denn nach einer Vasektomie befinden sich noch viele Spermien im den oberen Abschnitten des Samenleiters. Deswegen sollte man nach der OP eine Abstinenz von einem Monat einplanen. In den Nachuntersuchungen nach der OP wird dann auch eine Spermienanalyse durchgeführt, die Aufschluss gibt, wann alle Spermien ausgeschieden wurden oder ob eine Rekanalisierung, also eine spontane Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit, stattgefunden hat. Dies ist allerdings bei nur bei einem von 1000 Männern der Fall.

Tipp: Verhüte unbedingt mindestens drei Monate lang nach der Vasektomie mit Kondomen, um eine mögliche Schwangerschaft auszuschließen und warte ab, was die Nachkontrolle ergibt.

Wichtig! Eine Vasektomie bietet Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft, aber nicht vor Geschlechtskrankheiten, und hiervor können bekanntlich nur Kondome schützen. Deswegen solltest du gerade bei häufig wechselnden Partnerinnen das gute alte Gummi nicht gänzlich ad acta legen!

Nebenwirkungen nach einer Vasektomie sind sehr selten. "Man wird weder dick noch geht die Lust zurück", erklärt Professor Dr. Sommer. Seine Empfehlung: Wer sich für eine Vasektomie entscheidet, sollte sich per Skalpell operieren lassen. "Bei der Non-Scalpel-Vasektomie riskiert man Hautrisse im Hoden", so Sommer. Nur ganz selten kommt es nach einer Vasektomie zu einer psychisch bedingten Potenzstörung.

Wie bei jedem anderen chirurgischen Eingriff bleibt auch bei der Vasektomie ein kleines Restrisiko: In ein bis zwei Prozent der Fälle kommt es zu Blutungen oder Infektionen. Etwa 5 Prozent der Männer klagen nach der Operation längerfristig über Folgeschmerzen an den entscheidenden Stellen.

Studien zeigen, dass eine Vasektomie das Risiko erhöhen kann an Prostatkrebs zu erkranken. Seit vielen Jahren wird in Fachkreisen viel darüber diskutiert, da bislang noch keine Erklärung für den Zusammenhang gefunden wurde. So oder so, solltest du vor deine Entscheidung für eine Vasektomie in jedem Fall mit deinem Arzt ausführlich reden und jede Art von Bedenken indivudell klären.

Eine Vasektomie kann man rückgängig machen, doch eine Refertilisierung ist ein größerer Eingriff und auch teurer als eine Sterilisation
fizkes / Shutterstock.com
Eine Vasektomie kann man rückgängig machen, doch eine Refertilisierung ist ein größerer Eingriff und auch teurer als eine Sterilisation

Lässt sich eine Sterilisation rückgängig machen?

Wer mit dem Gedanken spielt, sich sterilisieren zu lassen, sollte sich umfassend informieren und die Vor- und Nachteile der Vasektomie gut gegeneinander abwägen. Denn eine Umkehrung des Eingriffs ist zwar grundsätzlich möglich, aber teuer und aufwendig. In diesem Fall wird eine erneute Operation, die Vasovasostomie oder Refertilisierung, erforderlich.

Bei der Technik End-zu-End-Anastomose werden die zwei freien Enden der Samenleiter wieder zusammengenäht. Ob die OP erfolgreich war, wird drei Monate später durch ein Spermiogramm geprüft. Entscheidend ist vor allem, wann die Vasektomie stattgefunden hat: Liegt die "Verschlusszeit" erst etwa drei Jahre zurück, sind nach der Umkehrungs-OP bis zu 97 Prozent der Männer wieder zeugungsfähig. Wird die Refertilisierung nach 8 Jahren durchgeführt, sind etwa 88 Prozent wieder fruchtbar, wovon 53 Prozent ein Kind zeugen. Generell ist dieser Eingriff mit wenigen Komplikationen verbunden und der natürliche Fruchtbarkeitsstatus kann in hohem Maße wiederhergestellt werden. Eine Geld-zurück-Garantie gibt’s aber natürlich trotzdem nicht!

Drohen Erektionsstörungen nach einer Vasektomie?

Sollte das der Fall sein, wende dich an deinen Arzt. Dieser kann dann feststellen, ob dein Problem psychisch oder organisch bedingt ist. Manche Männer fühlen sich nach einer Vasektomie nicht mehr wie ein "richtiger Mann". In der Regel gibt es jedoch keinen Zusammenhang zwischen einer Vasektomie und Erektionsproblemen. "Trotzdem treten bei rund sieben Prozent der vasektomierten Männer nach dem Eingriff Erektionsschwäche auf", sagt Professor Dr. Sommer.

Wenn das bei dir der Fall ist, solltest du bei deinem Arzt eine sogenannte Doppler-Durex-Sonographie durchführen lassen. "Dies ist eine entsprechende Ultraschalluntersuchung, die zeigt, wie gut die Durchblutung im Penis ist und wie gut das Blut im Penis gehalten wird", so der Experte für Männergesundheit. Mittels einer Biothesiometrie können zudem bei Bedarf auch die Nerven untersucht werden. Frage deinen Arzt vorab, ob er solche Untersuchungen durchführen kann.

Erektionsstörungen nach einer Vasektomie sind sehr selten und haben fast immer psychische Ursachen
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Erektionsstörungen nach einer Vasektomie sind sehr selten und haben fast immer psychische Ursachen

Wie hoch sind die Kosten einer Vasektomie?

Da die Sterilisation meistens einen nicht-medizinischen Grund hat und damit eine persönliche Entscheidung des Patienten ist, sind die Kosten selbst zu tragen. Diese belaufen sich in der Regel auf zwischen 400 und 500 Euro. Die Beratung, Nachkontrolle sowie Spermiogramm-Kontrollen sind im Preis mitenthalten.

Die Umkehr der Sterilisation ist wesentlich teurer. Diese Operation erfolgt immer unter Vollnarkose, dauert zwischen zwei und vier Stunden und kostet zwischen 2000 und 5000 Euro, da dieser Eingriff wesentlich aufwendiger als die Vasektomie selbst ist.

Für wen ist eine Sterilisation die richtige Entscheidung?

Auch wenn die Vasektomie grundsätzlich umkehrbar ist, sollte die Entscheidung für eine Sterilisation endgültig getroffen werden. Dieser Eingriff kommt deshalb insbesondere für all diejenigen infrage, die keine weiteren Kinder mehr wollen oder sich hundertprozentig sicher sind, auch unter anderen Lebensumständen oder mit einer neuen Partnerin keinen Nachwuchs zu wünschen. Vielleicht, weil du nach drei Kids weißt, dass keine weiteren mehr dazukommen sollen, weil du dich zu alt für (weitere) Kinder fühlst oder weil eigene Kinder für dich grundsätzlich nicht infrage kommen – etwa, weil die Gefahr eines Gendefekts zu hoch ist oder eine Schwangerschaft für deine Partnerin ein zu großes Risiko darstellen würde.

Wichtig: Wenn du vor der Entscheidung einer Vasektomie stehst, solltest du nicht nur körperlich, sondern auch psychisch für eine Vasektomie bereit sein. Denn es kommt immer wieder vor, dass Männer darunter leiden, dass sie nach der Operation zeugungsunfähig sind – selbst wenn die Entscheidung dafür bewusst getroffen wurde.

Laut dem Vasektomie-Informationsportal sind Männer, die eine Vasektomie durchführen lassen, meist über 30 Jahre alt, seit Längerem in einer festen Partnerschaft oder Ehe und bereits Vater von einem oder mehreren Kindern. Lass dich in jedem Fall vor dem Eingriff umfassend von einem Facharzt beraten. Urologen, die Vasektomien durchführen, findest du zum Beispiel im Urologenprotal.

Eine Vasektomie ist die sicherste aller Verhütungsmethoden und medizinisch eher ein kleiner Eingriff – wenn auch mit großen Folgen. Aber: Bei häufig wechselnden Partnerinnen solltest du auch trotz Sterilisation zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten nicht auf ein Kondom verzichten.

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