Wie bei jeder Operation muss man bei intimchirurgischen Eingriffen wir z.B. einer Penisverlängerung Risiken und Nutzen abwägen. BlurryMe / Shuttertock.com

10 häufige Schönheits-OPs im Intimbereich

Schönheitschirurgie Intimbereich Das sind die 10 häufigsten Schönheits-OPs am Penis

Zu schmaler Penis, Erektionsprobleme, schlaffer Hodensack? Das sind die 10 häufigsten chirurgischen Eingriffe im männlichen Genitalbereich

Der Größte, der Breiteste, der Längste – über das männliche Geschlechtsorgan wird häufig in Superlativen gesprochen. Doch was, wenn im Intimbereich etwas nicht der landläufigen Norm entspricht? Über die Nachteile bei Problemen im Intimbereich braucht man nicht herumreden: Der Penis ist das Symbol für Männlichkeit. Wenn "da unten" etwas nicht so funktioniert oder aussieht, wie es sollte, kann das nicht nur zu physischen Problemen führen, sondern auch schweren psychischen Leidensdruck bis hin zu Depressionen auslösen.

Wir haben mit Prof. Dr. med. Frank Sommer über die 10 häufigsten Intim-Operationen bei Männern und deren Risiken und Kosten gesprochen. Prof. Sommer ist Urologe, Androloge und Sportmediziner an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Er wurde 2005 als erster Arzt der Welt als Universitätsprofessor für Männergesundheit berufen.

Was sind die häufigsten Penis-Operationen beim Mann?

Das sind die 10 häufigsten chirurgischen Eingriffe im Intimbereich des Mannes:

1. Beschneidung

Neben kulturell-religiösen Gründen wird die Vorhaut auch aufgrund ästhetischer Aspekte abgenommen. Zudem gibt es auch medizinische Gründe für eine Beschneidung, etwa Entzündungen oder eine Verengung der Vorhaut.

Welche Gefahren birgt der intimchirurgische Eingriff? Normale OP-Risiken wie lokale Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? 250 bis 800 Euro. Bei medizinischer Notwendigkeit sollte die Krankenkasse die Kosten übernehmen.

2. Vasektomie

Hier findet eine Durchtrennung der Samenleiter statt. Männer, die sich zu diesem Schritt entschließen, wollen meist keinen Nachwuchs (mehr) haben, leiden unter einer Kondom-Allergie oder möchten ihre Liebste vor dem Hormoncocktail der Pille schützen. Aber: Führe vorab in jedem Fall ein Gespräch mit einem seriösem Facharzt oder einer seriösen Fachärztin.

Welche Gefahren birgt der intimchirurgische Eingriff? Auch bei einer Vasketomie bestehen normale OP-Risiken wie lokale Infektionen. Plus: Es kann die Arterie zur Blutzufuhr im Hodensack durchtrennt werden, was zur Schrumpfung der Hoden führt. Studien belegen, dass Vasektomien in der Regel jedochsichere Operationen mit minimalen Komplikationsraten sind.

Was kostet diese Intim-OP? 300 bis 800 Euro je nach Form der Narkose.

3. Penisverkrümmungen

Erworbene Penisverkrümmung: Von der sogenannten Induratio penis plastica oder Peyronie's disease (englisch) sind bis zu etwa 10 Prozent, vor allem Männer mittleren Alters, betroffen. Die exakten Ursachen sind noch nicht bekannt. Vermutet werden Entzündungen oder Mikroverletzungen während des Sexualaktes und der anschließenden Heilphase. Erste Anzeichen können Ablagerungen (Plaques) am Schaft sein, die dann verkalken können und zu einer Verkrümmung und Verkürzung des Penis führen.

Welche Gefahren gibt es? Das höchste Risiko durch eine operative Begradigung ist Impotenz. Aber auch Erektionsstörungen durch häufige Verletzung von Nerven und Blutgefäßen im Zuge der OP können auftreten. Außerdem: Die Begradigung führt zu einer Verkürzung deines besten Stückes, warnt Prof. Sommer: "Im Detail ist es abhängig vom Grad der Verkrümmung, aber im Durchschnitt verliert man 1-2 Zentimeter an Länge."
Lass dich über die unterschiedlichen Operationsmethoden beraten, darunter die EGYDIO-Technik oder Operationen nach Nesbit.

Was kostet diese Intim-OP? Die Kosten sollten von der Krankenkassen übernommen werden.

Es gibt auch eine angeborene Penisverkrümmung: Etwa 12 Prozent aller Männer sind betroffen. Der Grund ist ein genetischer Defekt, wodurch sich das Bindegewebe in den Schwellkörpern des Penis unterschiedlich entwickeln. Vor allem bei sehr starken Verkrümmungen kann das zu Problemen während des Geschlechtsverkehrs führen. Weil die Verkrümmung bei der Mehrzahl der Betroffenen (zirka 8 Prozent) aber eher gering ist, gilt die angeborene Penisverkrümmung als kaum OP-bedürftig, sagt Prof. Sommer – auch weil generell kaum ein Penis schnurgerade ausfällt. Eine leichte Krümmung kann also als fast normal bezeichnet werden. Zudem: Männer mit einer angeborenen Penisverkrümmung sind in der Regel fähig zum Geschlechtsverkehr.

Welche Gefahren birgt der intimchirurgische Eingriff? Es besteht die Gefahr einer Impotenz. Und: An der operierten Stelle kann es zu einem erhöhten "venösen Abfluss" kommen. Heißt: Der Blutfluss im Schwellkörper ist nicht mehr ideal, es kann zu Erektionsstörungen kommen. Und auch hier kann es zu einer Penisverkürzung kommen. Lass dich über die unterschiedlichen Operationsmethoden beraten, darunter Plaquinzision mit Grafting, Nesbit-Operation oder die neueste STAGE-Technik Weiterentwicklung.

Was kostet diese Intimchirurgie? Die Kosten sollten von der Krankenkassen übernommen werden.

4. Penisverlängerung

Bei einer operativen Verlängerung werden die Penishaltebänder (sogenannte Ligamente), die im Beckenknochen verankert sind, durchtrennt. Denn: Der längste Teil des Penis sitzt im Körper und ist nicht sichtbar. Der Penis "fällt" durch die OP also quasi ein Stück heraus.

Zugewinn: Durchschnittlich 0,5 bis 1,5 Zentimeter, in Ausnahmefällen bis zu 5 Zentimeter. Bevor du zum nächsten Chirurgen läufst: "Die Vergrößerung ist primär im nicht-erigierten Zustand sichtbar, weil sich der Schwellkörper an sich nicht durch die OP verändert", erklärt Prof. Sommer. Eine Penisverlängerung ist der 7. häufigste Eingriff in der plastischen Chirurgie.

Welche Gefahren birgt der intimchirurgische Eingriff? Erektions- und Ejakulationsprobleme.

Was kostet diese Intim-OP? 3.500 bis 10.000 Euro. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn der Patient unter einem Mikropenis leidet (kürzer als 7 Zentimeter im erigierten Zustand).

5. Penisverdickung

Es gibt verschiedene operative sowie konservative Methoden zur Penisverdickung. Um den Umfang zu erhöhen, kann entweder Eigenfett oder Hyaluronsäure injiziert werden. Auch kann der gesamte Penis auseinander gebaut und beispielsweise durch das Einsetzen von Silikon verdickt werden. "Das Problem bei Eigenfett ist, dass höchsten 20 Prozent der Original-Injektion am Ende übrig bleibt, weil der Körper es abbaut", sagt Prof. Sommer.

Zugewinn: 0,5 bis 1,5 Zentimeter, in Ausnahmefällen um bis zu fünf Zentimeter Umfang.

Welche Gefahren birgt der intimchirurgische Eingriff? Bei OP-Techniken, bei denen nicht Eigenfett oder Hyaluronsäure injiziert wird, kann es zu einem erhöhten venösen Rückfluss des Blutes und allgemein Störungen der Nerven kommen, die wiederum zu Erektionsproblemen führen. Zudem kann eingesetztes Fremdgewebe wie Silikon Allergien auslösen oder verrutschen. Besonders bei nicht-professionellen Injektionen mit Hyaluronsäure besteht die Gefahr, dass der Penis nicht mehr ebenmäßig ist, sondern durch Knoten verknubbelt und entstellt ist.

Was kostet diese Intim-OP? 4.000 bis 12.000 Euro

6. Suprapubische Fettpolster

"Wenn das Fettgewebe, das kurz oberhalb des Schambeins liegt, zu sehr ausgeprägt ist, verliert der Penis optisch an Größe", sagt Prof. Sommer. Er versinkt sozusagen im Fettpolster. Sollte eine allgemeine Gewichtsreduktion keine Verbesserung bringen, kann die operative Entfernung durch Absaugen dieses Fettpolsters eine Alternative sein.

Welche Gefahren birgt der chirurgische Eingriff? Gering, normale OP-Risiken wie Narbenbildung und lokale Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? 1.500 bis 6.000 Euro.

7. Penisprothesen

Bei nur jedem 2. Betroffenen von Potenzstörungen führt die medikamentös verabreichten PDE-5-Hemmer (etwa Viagra) zu einer festen, harten Erektion, die man für den Geschlechtsverkehr benötigt. Hier findest du Infos zu Potenzpillen. Konservative Alternativen sind Spritzen in den Penis, Pellets, die in die Harnröhre eingebracht werden, und Vakuumpumpen mit Penisring. Wer das alles nicht will, kann oder muss auf Penisprothesen zurückgreifen. "Die favorisierten Modelle sind hydraulische Pumpen", so Prof. Sommer. Sie kommen den natürlichen Sexualabläufen am nächsten: Per Hand wird eine Pumpe betätigt, die in den Hodensack operiert wurde. Daraufhin fließt Flüssigkeit in den Penis beziehungsweise in die künstlich eingesetzten Prothesenzylinder im Penis und lässt ihn steif werden. Wichtig: Der Penis wird nicht ersetzt. Die Deaktivierung erfolgt erneut über den Hodensack.

Welche Gefahren birgt der chirurgische Eingriff? Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? Die Kosten von um 8.000 bis 12.000 Euro sollten von der Krankenkassen übernommen werden, allerdings nur, wenn alle anderen medikamentösen und konservativen Therapien beim Betroffenen nicht funktioniert haben.

8. Skrotal-Plastik

Sitzt der Hodensack (Skrotum) zu weit vorne am Schaft, wirkt der Penis optisch kürzer. Durch ein sogenanntes Penoscrotal Webbing (englisch) wird der Hodensack durch eine plastisch-chirurgische Operation nach hinten versetzt.

Welche Gefahren birgt der intimchirurgische Eingriff? Normale OP-Risiken wie Narbenbildung und lokale Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? 500 bis 2.000 Euro

9. Hodensackstraffung

Die Muskeln und das Gewebe des Hodensacks verlieren im Alter an Spannkraft. Der operative Eingriff entfernt überschüssiges Hautgewebe, wodurch der Hodensack gestrafft wird. Stell dich auf ein paar Wochen Sport- und Sex-Verbot ein.

Welche Gefahren birgt der intimchirurgische Eingriff? Normale OP-Risiken wie Narbenbildung und lokale Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? 500 bis 2.000 Euro

10. Peniskopfverdickung

Hier wird Kollagen (faserbildendes Protein) in die Eichel gespritzt. Der Zugewinn beträgt 1 bis 2 Zentimeter Umfang.

Welche Gefahren birgt der intimchirurgische Eingriff? Empfindungsreduktion. "Manchmal ist das gewollt", sagt Prof. Sommer, "weil dadurch die Erregung nicht so schnell einsetzt." Es besteht jedoch das Risiko, dass manche Männer gar keinen Orgasmus mehr bekommen. Darüber hinaus: normale OP-Risiken wie lokale Infektionen.

Was kostet diese Intim-OP? Das hängt von der Menge der Kollagenspritzen ab: Bei einer kleinen Eichel braucht man mehr Spritzen, umso teurer wird der chirurgische Eingriff. Rechne mit um die 500 bis 1.000 Euro.

Nicht alles nach Norm im Schritt? Na und? Orientiere dich nicht an Pornodarstellern und übertriebenen Prahlereien anderer. Solange du keine Schmerzen hast, im Bett alles funktioniert und dein:e Partner:in glücklich ist, solltest du besser die Finger von intimchirurgischen Eingriffen lassen. Denn jeder chirurgische Eingriff birgt auch Risiken. Lass dich fachkundig beraten. Weitere Infos findest du zum Beispiel hier.

Buchtipp: Das Men's Health Penis-Buch. Mehr Gesundheit, Potenz und Spaß im Bett von Dr. Frank Sommer und Oliver Bertram, um 17 Euro. Random House

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