Zerstören Erotikfilme wirklich dein Sexleben? sakkmesterke / Shutterstock.com

Die 6 größten Porno-Vorurteile Zerstören Erotikfilme wirklich dein Sexleben?

Machen Sexfilme süchtig, impotent und ruinieren die Beziehung? Was ist wirklich dran, an den gängigsten Vorurteilen? Wie Pornos wirklich die Gesundheit und dein Sexleben beeinflussen

Fast jeder schaut sie und trotzdem streitet sich die halbe Welt darüber. Gegner von Pornos behaupten, die Filmchen hätten einen schlechten Einfluss auf die Gesundheit und das Beziehungsleben des Konsumenten. Befürworter entkräften gängige Porno-Vorurteile und sprechen den Erotik-Streifen sogar positive Effekte zu. Wer hat denn nun wirklich recht? Schaden Pornos tatsächlich? Wir haben die größten Porno-Vorurteile für dich geprüft.

1. Vorurteil: Pornos machen süchtig

Jeder schaut Sexfilme – der eine mehr, der andere weniger. Manche konsumieren regelmäßig, andere nur in bestimmten Lebensphasen. Aber ab wann wird es zu viel? Existiert die Diagnose "Porno-Sucht" wirklich? Natürlich gibt es Menschen, die von sich selbst behaupten würden, dass sie überdurchschnittlich viele Sexfilme anschauen. Doch die wenigsten davon entwickeln tatsächlich ein suchtartiges Verhalten, das bei Abstinenz mit entzugsähnlichen Erscheinungen wie Gereiztheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Erschöpfung oder Nervosität einhergeht.

Es gibt auch Männer, die durchaus Probleme mit der Regulierung ihres Konsums haben und unter zwanghaftem Verhalten leiden. Doch auch in diesem Fall sprechen Psychologen nicht von einer wirklichen Sucht im medizinischen Sinne. Das belegt eine Studie im US-Fachmagazin "Biology Psychology". Die Neurowissenschaftler fanden heraus, dass Pornofilme nicht derart abhängig machen, wie zum Beispiel Alkohol oder Zigaretten. Mediziner diagnostizieren bei obsessivem Pornoschauen eine Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung. Diese sei jedoch selten und wäre gut behandelbar.

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2. Vorurteil: Pornoschauen führt zu Penisproblemen

Probleme mit der Lust, der Potenz und dem Orgasmus sollen, laut Kritiker, ebenfalls Pornos geschuldet sein. Ursache für die so genannte Porno-induzierte Impotenz sei, dass das ständige Anschauen von Hardcore-Clips abstumpfe. Dieses Vorurteil konnten 2 Studien im Fachmagazin "Sexual Medicine" (Studie 1 und Studie 2) widerlegen. Die Wissenschaftler erwiesen, dass Männer, die oft Sexfilme anschauen, nicht häufiger Probleme mit der Potenz oder dem Orgasmus haben als Männer, die selten Pornos schauen. Auch ein erhöhtes Risiko für erektile Dysfunktion konnten die Forscher nicht feststellen. Sie fanden sogar etwas, das für einen positiven Einfluss von Erotikfilmen auf das Sexleben spricht: Je öfter und länger die Männer Pornos schauen, desto höher war der Wunsch nach Sex mit der Partnerin.

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3. Vorurteil: Nur Sexisten schauen Pornos

Pornos sind nur etwas für frauenverachtende Männer – das behaupten nicht nur Feministinnen. Unsinn, sagen kanadische Forscher. In einer Studie im Fachmagazin "The Journal of Sex Research" bewiesen sie, dass Probanden, die im letzten Jahr regelmäßig Pornos geschaut haben, eher für die Gleichstellung von Frau und Mann sind, als Männer, die selten Sexfilme schauen.

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4. Vorurteil: Wer Sexfilme schaut, hat häufiger ungeschützten Sex

Das Gerücht, dass Männer, die oft Pornos konsumieren, beim Sex risikobereiter sind, hält sich hartnäckig. Der Verdacht liegt nahe, da in Hardcore-Filmchen eher selten Kondome benutzt werden. Tatsächlich erwies eine Studie im Fachmagazin "Journal of Sex & Marital Therapy" aber, dass Männer, die regelmäßig Sexfilme schauen, nicht öfter ungeschützten Sex oder häufig wechselnde Geschlechtspartner haben, als Männer, die nur selten Pornos schauen. Wie oft ein Mann Pornos schaut, hat also auch nichts mit dem Risiko zu tun, an einer sexuell übertragbaren Infektion zu erkranken.

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5. Vorurteil: Sexfilme fördern sexuelle Gewalt

Pornoschauer sind potentielle Vergewaltiger? Das ist ganz schön harter Stoff. Das Vorurteil, dass Männer, die oft Pornos schauen, eher zu sexueller Gewalt neigen, ist jetzt endgültig widerlegt. Eine Studie im Fachjournal "Aggression and Violent Behavior" bewies das Gegenteil: Männer, die Sexfilme schauen, neigen seltener zu sexueller Aggression gegenüber Frauen. Darauf, dass Sexfilme sogar sanftmütiger machen, wollen sich die Studienautoren aber nicht festlegen.

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6. Vorurteil: Pornos ruinieren die Beziehung

Vergiften Pornos wirklich deine Beziehung? Zumindest nicht, wenn du die Filme mit der Partnerin schaust. Eine Untersuchung im Fachblatt "The Journal of Sex Research" erwies, dass Paare, die gemeinsam Sexfilme schauen, zufriedener mit ihrem Sexleben sind, als solche, die nie zusammen Pornos schauen. Grund: Die Paare sind im Bett experimentierfreudiger. Das belebt die Liebe. 

Eine andere groß angelegte Studie, veröffentlicht im Fachblatt "Human Communication Research", fand hingegen heraus, dass Männer, die Pornos schauen, häufiger unzufrieden in ihrer Beziehung sind. Aber Achtung: Das bedeutet nicht, dass Pornos Männer in der Beziehung unglücklich machen. Es heißt vielmehr, dass Männer, die unzufrieden in der Beziehung sind, eher dazu neigen, Sexfilme zu schauen. Die Forscher erklären, dass Männer dazu tendieren, sich mit Pornos von Beziehungsproblemen abzulenken. Hinter einem plötzlich steigenden Pornokonsum kann demnach ein schwerwiegenderes Problem stecken.

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Wenn du Sexfilme schaust, ruinierst du nicht zwangsläufig die Beziehung, den Charakter oder deine Gesundheit. Im Gegenteil: Wer Pornos gemeinsam mit der Partnerin ansieht, kann sogar sein Sexleben verbessern. Solange du nicht unter deinem Pornokonsum leidst, ist alles in bester Ordnung. Dennoch: Es geht nichts über echten Sex!

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