Entzug: Rauchen gegen das Vergessen?

Nur aufhören hilft

Ein Abbauprodukt von Nikotin soll die Bildung von Eiweiß-Verklumpungen im Gehirn verlangsamen, eine für Alzheimer typische Reaktion.

Rauchen ist schädlich, keine Frage. Aber Forscher haben jetzt doch etwas Nützliches bei einem Nikotin-Derivat festgestellt, genauer bei dem Abbauprodukt von Nikotin, dem sogenannten Nornikotin: Sie meinen, dass es Alzheimer verhindern könnte.

Normalerweise ist Nornikotin an einer Reaktion beteiligt, die für den Körper schädlich ist: Bei der sogenannten Glykation reagieren Glukose und Eiweiß auf ähnliche Weise miteinander wie Eiweiß beim Erhitzen – es verändert unwiderruflich seine Struktur.

Die Wissenschaftler um Kim Janda vom Scripps-Forschungsinstitut in La Jolla, Kalifornien, mischten Nornikotin unter die Lösung mit Glukose und Eiweißen, die sich bei Alzheimer zu den typischen Plaques zusammenklumpen. Dabei stellte sich heraus, dass diese Verklumpung vom Nornikotin deutlich verlangsamt wird.

Ob dieser Stoff tatsächlich Teil einer Alzheimer-Therapie werden könnte, bleibt zu erforschen. Denn die schädigende Wirkung von Nornikotin steht einer medizinischen Wirkung entgegen. Die Forscher wollen nun nach unschädlichen Ersatzstoffen suchen, die die gleiche Wirkung haben.

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