Trend-Check: So gesund ist Kokoswasser wirklich

Alles rund um Kokoswasser
Der Hype um Kokoswasser hält an, doch wie gesund ist der exotische Durstlöscher wirklich? Wir klären auf und geben Tipps für den Kauf

Der Siegeszug des Trend-Getränks ist nicht mehr zu leugnen: Kokoswasser ist in aller Munde und soll wahre Wunder bewirken. Doch was ist wirklich dran an dem Hype? Wir verraten Ihnen das Geheimnis von Kokosnusswasser

In diesem Artikel:

Was ist Kokoswasser?

Kokoswasser ist die leicht trübe, wasserähnliche Flüssigkeit, die man jungen, grünen Kokosnüssen "abzapft". Ein spezielles Herstellungsverfahren gibt es für Kokoswasser daher nicht, denn Kokoswasser ist ein rein natürliches Produkt. Wer denkt, er könne sich jetzt einfach eine von den braunen, haarigen Kokosnüssen aus dem Supermarkt holen und ihnen ihr Kokoswasser abzapfen, liegt allerdings falsch. Denn die haarigen Vertreter der Kokosnuss hingen im Vergleich zu den unreifen, grünen Kokosnüssen noch einige Zeit länger an der Palme, so dass sich in ihnen aufgrund der längeren Reifung kaum noch etwas von dem Kokoswasser befindet. Der Grund: Mit der Zeit wird das Kokoswasser nach und nach vom Fruchtfleisch im Inneren der Kokosnuss aufgesogen. Daher ist es wichtig, dass man die Kokosnüsse erntet, solange sie noch grün hinter den Ohren sind, denn nur dann enthalten sie rund 250 bis 450 ml Kokosnusswasser. Zu diesem Zeitpunkt hat das Kokoswasser übrigens auch den höchsten Nährwert.

Wo liegt der Unterschied zwischen Kokoswasser und Kokosmilch?

Wärend Kokosmilch aus braunen Kokosnüssen stammt, wird Kokoswasser aus den unreifen, grünen Kokosnüssen gewonnen © Visit Roemvanitch / Shutterstock.com

Fälschlicherweise kursiert immer noch das Gerücht, Kokoswasser und Kokosmilch wären ein und dasselbe. Doch weit gefehlt, denn: Während das Kokoswasser aus den unreifen, grünen Kokosnüssen stammt, wird Kokosmilch aus dem Fruchtfleisch von reifen, braunen Kokosnüssen gewonnen. Dazu wird das harte, weiße Fruchtfleisch geraspelt, mit Wasser püriert und dann ausgepresst. Kokosnussmilch ist darüber hinaus viel dickflüssiger und cremiger. Das erkennt man auch an der Farbe: Kokoswasser ist leicht trüb und farblos, Kokosmilch weiß und undurchsichtig. Im Vergleich zum Kokoswasser enthält Kokosmilch auch deutlich mehr Kalorien und Fett. Und während man Kokoswasser einfach pur genießen kann, verfeinert man mit Kokosmilch eher Suppen, Saucen oder Curries.

Kalorien, Nährwerte und Inhaltsstoffe im Check

Wie bereits erwähnt beinhaltet Kokosnusswasser nur wenig Fett und Kalorien. Auf 100 ml kommen gerade mal 0,1 g Fett sowie schlappe 12-20 Kalorien – je nach Anbieter. Kokoswasser verfügt zudem über jede Menge wertvoller Vitalstoffe. Allein die Liste der Mineralstoffe (beispielsweise Magnesium und Kalium), Vitamine und Antioxidantien ist ziemlich lang. Falls Ihnen Antioxidantien bisher kein gängiger Begriff sein sollten, Antioxidantien benötigt der Körper, um sich vor freien Radikalen zu schützen. Mit Eisen, Jod, Kupfer, Mangan und Zink ist auch eine ganze Reihe an Spurenelementen vertreten. Die durchschnittlich 3-5 g Kohlenhydrate auf 100 ml sind zudem keineswegs besorgniserregend, sie bestehen schließlich aus dem natürlich in der Kokosnuss enthaltenen Zucker. Nährwerte und Inhaltsstoffe variieren übrigens, je nach Anbieter. 

Ist Kokoswasser gesund?

Kokoswasser werden diverse gesundheitliche Vorzüge nachgesagt, doch was ist wirklich dran am Hype um das Trendgetränk? – © juliia_n / Shutterstock.com

Kokoswasser gilt nicht ohne Grund als das neue In-Getränk, denn dem "Wunderwasser" werden eine ganze Reihe an positiven, gesundheitsfördernden Wirkungen nachgesagt. Doch was ist wirklich dran an dem Hype?Kokoswasser soll beispielsweise den Stoffwechsel ankurbeln. Aber: Belegt wurde dieser Aspekt bisher nicht. Nachgewiesen wurde allerdings, dass die im Kokoswasser vorkommenden Cytokinine, dahinter verbergen sich pflanzliche Wachstumshormone, die Wachstum, Entwicklung und Altern regulieren, laut Forschungen einen positiven Anti-Aging-Effekt auf menschliche Zellen und Gewebe haben. Eine Studie von 2005 belegt sogar eine positive Wirkung auf den Blutdruck. Nach der zweiwöchigen Studie, in der Testpersonen Kokosnusswasser getrunken haben, hatten laut medizinischer Untersuchung danach knapp 70 Prozent der Teilnehmer einen 24-Punkt geringeren systolischen Blutdruck sowie einen 15-Punkt geringeren diastolischen Blutdruck. Daneben wird Kokoswasser aufgrund seiner positiven Inhaltsstoffen in den tropischen Entwicklungsländern häufig bei Flüssigkeitsmangel, akuter Überhitzung des Körpers sowie zur Behandlung von Durchfallerkrankungen eingesetzt. Plagen Sie sich sonst mit einem empfindlichen Magen herum, müssen Sie sich bei Kokosnusswasser in der Regel keine Gedanken machen, dass es Ihnen auf den Magen schlägt, da es frei von Säure ist. Vor allem im Sommer ist es also eine dankbare Abwechslung zu stillem Wasser. 

Wie schmeckt Kokosnusswasser?

Von aromatisch bis mild: Der Geschmack von Kokoswasser ist abhängig von Herkunftsland und Hersteller © YuriyZhuravov / Shutterstock.com

Wir nehmen es direkt vorweg: Erwarten Sie keine Geschmacksexplosion! Unter Kokoswasser verstehen die meistens nicht nur etwas anderes, sie stellen es sich auch geschmacklich ganz anders vor. Kokoswasser schmeckt nämlich im Grunde nicht nach Kokos und somit nicht wie die gängigen Kokosprodukte, die man so kennt. Wer sowieso kein Kokos mag, wird davon sicherlich positiv überrrascht sein, Kokosliebhabern könnte im ersten Moment etwas fehlen. Der Geschmack ist allerdings auch abhängig von Hersteller und Herkunftsland und – wer hätte es gedacht – auch davon, ob es sich um natürliches Kokosnusswasser handelt oder ob noch reihenweise Zusatzstoffe drin versteckt sind. "Naturbelassenes Kokosnusswasser hat ein mild-nussiges Aroma und ist leicht süßlich. Sollte es säuerlich schmecken, wurde meistens Zitronensäure hinzugefügt oder es handelt sich um schon älteres Kokoswasser", erklärt Leon Benedens, ausgebildeter Food-Coach und Geschäftsführer von COA*. Kokosnusswasser aus Thailand schmeckt beispielsweise sehr aromatisch, während sri-lankisches eher einen milden Geschmack aufweist. Am besten schmeckt es übrigens schön gekühlt, dadurch hat es zusätzlich eine erfrischende Wirkung. Die Konsistenz ist etwas dickflüssiger als Wasser, geht aber problemlos runter.

*Übrigens: COA ist Deutschlands erstes Rohkost-Kokoswasser, das nicht erhitzt (pasteurisiert) oder durch Zusatzstoffe haltbar gemacht wurde. Daher verfärbt sich das Wasser durch Licht und Temperatur auch pink, wenn man es aufgetaut (das Kokoswasser wird tiefgekühlt verschickt) ein wenig stehen lässt. Doch keine Panik: Das ist ein völlig natürlicher Prozess und zeigt, wie frisch und clean das Kokosnusswasser wirklich ist.

Eignet sich Kokoswasser als Sportgetränk?

Oft wird Kokoswasser als „isotonisches Sportgetränk“ angepriesen, doch was ist wirklich an dieser Behauptung dran? Als isotonisch werden generell Flüssigkeiten bezeichnet, die die gleiche Konzentration an gelösten Teilchen (Kohlenhydraten und Mineralstoffen) haben wie unser Blutplasma. Dadurch können sie besonders schnell aufgenommen werden und bestehende Wasser- und Energieverluste rasch ausgeglichen werden. Kokoswasser enthält jede Menge Mineralstoffe, wie das für Sportler so wichtige Natrium und auch Kalium. Doch der Natriumgehalt von Kokoswasser ist de facto zu gering, um wirklich als „isotonisch“ durchzugehen. Natrium ist Bestandteil von Salz (Natriumchlorid) und besonders wichtig für den Wasserhaushalt und die Muskelkontraktion. Gut zu wissen: Der Natriumgehalt variiert von Kokoswasser zu Kokoswasser und ist unter anderem von der Herkunft abhängig – einen pauschalen Wert kann man also nicht ausmachen. Food-Coach Leon findet klare Worte: "Der Salz- bzw. Natriumgehalt von Kokoswasser ist tatsächlich recht gering, für mich ist jedoch der verhältnismäßig hohe Kaliumgehalt viel wichtiger. Den verhältnismäßig hohen Kaliumgehalt bestätigt übrigens auch eine Studie der Indiana University Southeast (New Albany). Auf ein 250-ml-Glas kommen rund 600 bis 700 mg. Kalium ist wie Natrium und Magnesium ein sogenanntes Elekrolyt. Starkes Schwitzen beim Sport kann den Elektrolythaushalt. Ein Gleichgewicht der Elektrolyte ist unter anderem notwendig für die Regulierung des Wasserhaushalts, die Funktionsfähigkeit und das Zusammenspiel von Nerven- und Muskelzellen sowie für die Regulierung des Blut-pH-Wertes, der sich nur in einer sehr engen Grenze bewegen darf. 

Insgesamt kann Kokosnusswasser durchaus mit einem herkömmlichen Sportgetränken mithalten. Steht jedoch eine wirklich harte Belastung an, denen beispielsweise Triathleten ausgesetzt sind, ist der Natriumgehalt von Kokoswasser allerdings zu gering – da hilft auch der hohe Kaliumgehalt nicht weiter. Bei einem zu geringen Salzgehalt im Körper können etwa Leistungseinbuße und Krämpfe die Folge sein. Als "normaler" Hobbysportler und unter herkömmlichen Bedingungen müssen Sie sich jedoch keine großen Sorgen machen, dass Sie durchs Training Salz in so großen Mengen ausschwitzen, dass eine Kompensation zwingend notwendig ist. Also keine Sorge, greifen Sie ruhig auf natürliches Kokoswasser als Sportgetränk zurück, um Ihren Elektrolythaushalt nach Ihrem Workout wieder auf Trab zu bringen und eine Dehydrierung zu vermeiden. Die Kohlenhydratzusammensetzung von Kokosnusswasser ist ebenfalls ideal, um leere Energiespeicher wieder aufzutanken. 

Tipp: Verdünnen Sie das Kokoswasser zur Hälfte mit Wasser. Wegen seines teilweise doch sehr intensiven, aromatischen Geschmacks, ist Kokoswasser nicht für jeden der ultimative Durstlöscher beim oder nach dem Sport. Die verdünnte Variante des kalorienarmen Naturdrinks überzeugt Sie als Sportdrink vermutlich schon eher.

Hilft Kokoswasser beim Abnehmen?

Tauscht man frisches, natürliches Kokoswasser gegen literweise Cola am Tag, dann ist Kokoswasser mit Sicherheit ein super Getränk, um überschüssigen Kilos den Kampf anzusagen. Ansonsten ist Kokoswasser nicht das neue Diätwunder, mit dem von jetzt auf gleich Ihre Wampe schmilzt. "Wenn Sie effektiv abnehmen wollen, dann bleiben Sie lieber bei Wasser. Es gibt keinen plausiblen Grund oder messbaren Effekt, der nachweist, dass Kokoswasser Ihren Stoffwechsel so in Schwung bringt, dass Sie schneller abnehmen", erklärt Benedens.

Tipps für den Kauf von Kokosnusswasser

Sollten Sie bereits auf dem Weg zum nächsten Supermarkt sein, um das so hoch gepriesene Kokoswasser selbst einmal zu kosten, dann haben wir ein paar hilfreiche Tipps, die wir Ihnen mit auf den Weg geben wollen. So können Sie beim nächsten Kokoswasser-Kauf nichts falsch machen:

  1. Rückseite checken: Achten Sie unbedingt die Liste der Inhaltsstoffe auf der Rückseite. Denn: Kokoswasser ist nicht gleich Kokoswasser und enthält oft jede Menge Zucker- und Geschmackszusätze. Dabei gibt es genügend Hersteller, die rein natürliches Kokoswasser ohne unnötige Zusätze anbieten. 
  2. Lieber Bio: Food-Coach Leon Benedens rät: "Auch wenn die meisten Kokosnusswasser sowieso Bio-zertifiziert sind, vergewissern Sie sich dennoch, dass Ihr Favorit dem Güte- und Prüfsiegel unterliegt. Nur so können Sie sichergehen, dass das Kokoswasser an gewisse Standards und Auflagen geknüpft ist."
  3. Kokoswasser selbst zapfen: Entscheiden Sie sich dazu Ihr Kokoswasser aus der Kokosnuss selbst zu zapfen, greifen Sie lieber zu einer sogenannten "Trinknuss". Hierbei handelt es sich um eine spezielle Züchtung, die mehr Kokoswasser enthält.

Tipp: Hier bekommen Sie eine gute Übersicht über Anbieter und Hersteller von Kokoswasser. 

Gesunde Rezepte mit Kokoswasser

Na, Lust bekommen Kokoswasser mal selbst zu testen? Dann haben wir da etwas für Sie: einen leckeren Kokoswasser-Smoothie. Ganz ohne großen Aufwand und vor allem super gesund. Übrigens: Dieses Rezept eignet sich natürlich auch hervorragend für alle, die mit purem Kokoswasser nicht auf einen Nenner kommen. Überzeugen Sie sich selbst!

Zutaten:

  • 150 ml naturbelassenes Bio-Kokoswasser
  • 1 Banane
  • 100 Gramm Wassermelone (Fruchtfleisch)
  • 100 Gramm Papaya (ohne Kerne)

      Entfernen Sie die Schale der Banane und geben Sie sie zusammen mit dem Fleisch der Wassermelone sowie der Papaya in eine Schüssel (oder Shaker). Anschließend geben Sie das Kokoswasser hinzu und pürieren alle Zutaten solange, bis es smoothie-gerecht zubereitet ist.

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