Wassersport im Test: SUP und Wasser-Ski auf Mauritius

SUP (Stand-Up Paddling) ist ein perfektes Ganzkörpertraining
SUP (Stand-Up Paddling) ist ein perfektes Ganzkörpertraining

Wir testen das Wassersportangebot auf der Trauminsel Mauritius: mit einem Brett beim SUP und auf 2 Brettern beim Wasser-Ski

Am nächsten Tag geht es endlich ans Meer, vorbei an einigen Prozessionen der Ganesh Chaturthi, einem hinduistischen Fest zum Geburtstag der Gottheit Ganesha. Zu Hunderten tragen die Hindus Statuen des elefantenköpfigen Gotts Richtung Wasser, um sie später dort zu versenken. Das ist auch unsere Richtung. Genauer: das One&Only Le Saint Géran auf einer Halbinsel bei Belle Mare im Nordosten der Insel, perfekt gelegen an einem der weißen Traumstrände, für die Mauritius so bekannt ist. OK, das Luxusresort ist nicht ganz günstig mit eigenem Butler-Service und sogar einem Angestellten, der den ganzen Tag am Strand herumläuft und den Gästen die Sonnenbrillen putzt. Meine Brille bleibt allerdings dreckig. Denn wesentlich interessanter als die Sonnenliegen ist das Sportangebot. Neben Spa, Sport-Pool, Gym und Fitness-Kursen gibt’s im One&Only auch einen großen Wassersport-Bereich, inklusive Trainern, die Einsteiger wie mich mit den Grundfähigkeiten vertraut machen. Neben Windsurfen und Kajakfahren können Gäste hier etwa Wasser-Ski, Wake-Boarding, Segeln und Schnorcheln ausprobieren. Da die schwerfälligen Wasserbikes mit den großen Einkaufskörben vorne einen sehr unmännlichen Eindruck hinterlassen, starte ich mit Stand Up Paddling, kurz SUP. 

SUP – Wie kommt man auf das schmale Brett?
Der Mix aus Surfen und Kanufahren sieht zwar unspektakulär aus, ist aber ein perfektes Ganzkörpertraining. Sie trainieren vor allem Schultern und Arme, insbesondere Trizeps, aber auch die Rumpfmuskulatur muss mitarbeiten. Man braucht dafür weder Wind noch Wellen. Gut für mich. Denn ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie schnell es mich bei der ersten kleinen Woge vom Brett fegt. Sport-Koordinatorin Christelle erklärt die Grundlagen: Man steht mit einem Stechpaddel mittig hüft- bis schulterbreit auf einem Surfbrett, Füße parallel in Fahrtrichtung, Beine leicht beugen, das Becken nach vorne schieben. Der Arm, der das Paddel oben hält, bleibt ausgestreckt. Nach 2 bis 3 Paddelschlägen den Arm beziehungsweise die Seite wechseln. Klingt machbar. Tatsächlich wirft mich auf der ruhigen Lagune erst die zehnte Welle der vorbeischießenden Sportboote vom Brett. Auch beim Aufstehen (erst auf die Knie) sehe sich einigermaßen souverän aus. Ich bin erstaunt, wie schnell ich vorankomme und Fortschritte mache. Nach einer halben Stunde versuche ich mich bereits am Bogenschlag: Paddel weit vorne am Bug einsetzen, dann in einem Halbkreis von vorne nach hinten ziehen. Dabei den Rumpf rotieren lassen. Und schon dreht das Brett. Gelenkt und gebremst wird übrigens ebenfalls mit Paddelbewegungen. Zeit, das Tempo etwas anzuziehen: beim Wasser-Ski.

Wasser-Ski für Fortgeschrittene: Trainer Christopher spielt Luftgitarre
Wasser-Ski für Fortgeschrittene: Trainer Christopher spielt Luftgitarre

Wasser-Ski – Körperspannung ist alles
Bereits auf dem Weg zum Bootsanleger sehe ich aus dem Augenwinkel den einen oder anderen Einsteiger spektakulär ins Wasser abfliegen. So simpel wie SUP scheint Wasser-Ski nicht zu sein. Trainer Christopher beruhigt: Der Start ist das Schwierigste. Den üben wir daher auch trocken auf dem Steg. Tief in die Hocke gehen, damit der Körperschwerpunkt möglichst niedrig ist, um besser die Balance zu halten. Die Arme lang nach vorne strecken. Wenige Minuten später treibe ich etwas hilflos mit 2 Skiern an den Füßen im tiefen Wasser und versuche an Christophers Rat zu denken. Arme gestreckt lassen, Po an die Fersen pressen. Das Boot fährt los, die Leine spannt sich. Jetzt langsam aufstehen, Arme ausgestreckt, Körperspannung halten. Klappt doch ganz gut. Nach einigen hundert Metern werde ich etwas übermütig, lehne mich nach hinten, verliere die Spannung und mache einen spektakulären Salto rückwärts ins Wasser. Zum Glück trage ich eine Schwimmweste. Die schützt bei Stürzen Brust und Rücken. Tatsächlich ist fehlende Körperspannung ein typischer Einsteigerfehler. Schon das Anwinkeln der Arme reicht aus, um nach vorne oder hinten zu fallen. Beim 2. Versuch geht alles glatt: Übers Wasser gleiten, Knie beugen, Gewicht verlagern, Kurve fahren und wieder zurück. Das könnte ich stundenlang machen. Christopher besteht allerdings darauf, mir mal wirkliches Wasser-Ski-Fahren zu zeigen. Nach einigen Sprüngen steht er dann irgendwann auf einem Ski und spielt mit dem anderen Luftgitarre. Tief beeindruckt und leicht demotiviert ziehe ich mich zum Schnorcheln zurück.

Hier geht’s weiter: Schnorcheln und Tauchen vor Mauritius

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