Handmuskeln trainieren: Männer von heute schwächer als ihre Väter

Männer von heute schwächer als ihre Väter
Männer zwischen 20 und 34 haben heutzutage offenbar weniger Kraft als ihre Altersgenossen vor 30 Jahren

Das bärenstarke Männer-Image bekommt Dellen. Denn Kerle schwächeln heutzutage – zumindest beim Händedruck und der Handkraft. Wir verraten, wie Sie wieder kräftig zupacken können

Männer zwischen 20 und 34 haben heutzutage offenbar weniger Kraft als ihre Väter. Denn sie greifen deutlich schwächer zu als Kerle in den 80ern, behauptet ein US-Studie der Winston-Salem State University in North Carolina. Demnach haben junge Männer heute knapp 10 Kilo Power weniger in den Händen als ihre Altersgenossen aus dem Jahre 1985, schreiben die Forscherinnen Elizabeth Fain und Cara Weatherford im „Journal of Hand Therapy“.

20 Prozent weniger Muskelkraft

Die beiden hatten die Arm- und Greifkraft von Männern mittels eines so genannten Dynamometers (Messgerät für Zugkraft und Druckkraft) gemessen. Ergebnis: Die Männer hatten 20 Prozent Power weniger als vor 30 Jahren. Tatsächlich gilt der Händedruck als sicherer Indikator für die Muskelkraft. Heißt also: Beim modernen Mann ist die fehlende Handkraft nicht einfach in den Bizeps oder den Brustmuskel abgewandert. Männer seien heute einfach schwächer als früher, schlussfolgern die Forscherinnen.

Frauen werden stärker

Anders bei den Frauen: Bei Ihnen sei die Kraft im Vergleich zu vor 30 Jahren sogar leicht angestiegen. Da Muskelkraft bzw. ein starkes Muskelkorsett insbesondere im Alter ein Schlüssel für Gesundheit und Beweglichkeit ist, sollten Männer das dringend in den Griff bekommen, raten die Wissenschaftlerinnen. Denn ab dem 30. Lebensjahr verliert der Mensch ohne Krafttraining jedes Jahr Muskelmasse, etwa 3 Kilo pro Jahrzehnt. Je älter Sie werden, desto wichtiger ist also körperliche Fitness. Die gute Nachricht: Selbst im Alter reagiert der Körper sehr schnell auf Muskeltraining. Es ist also nie zu spät. Alles wichtigen Infos zum Muskelaufbau finden Sie in unserem Ratgeber.          

Kraft in den Fingern: Dreimal in der Woche üben
Kraft in den Fingern: Dreimal in der Woche üben

So bekommen Sie starke Hände

Wie Sie wieder kräftig zupacken können? Sie sollten handgreiflich werden, und zwar jeden Morgen. "Zwei Fingerübungen pro Tag reichen schon aus, um Ihre Sehnen, Bänder und Muskeln an der Hand zu stärken. Vorher und nachher strecken Sie am besten zehnmal für je drei Sekunden alle Finger", rät Handchirurg Dr. Ulrich Waltking aus Düsseldorf.

Los geht's: Rollen Sie die Finger langsam, aber kräftig zur Faust zusammen, legen Sie den Daumen drauf, drücken Sie drei Sekunden lang zu. Diese Übung wiederholen Sie eine Minute lang, so oft es geht. Dann eine Minute lang Daumen drücken. "Pressen Sie Ihren Daumen nacheinander für je drei Sekunden gegen die Kuppen des Zeige-, Mittel-, Ring- und Kleinfingers. Das regt den Gelenkstoffwechsel innerhalb der Hand an", so Waltking.

Um Ihre Faustkraft zu stärken, hantieren Sie am besten dreimal in der Woche mit einem Federdruck-Gerät (zum Beispiel Digi-Flex, 30 Euro) oder mit Therapie-Knetmasse (zirka 11 Euro). Aber vergessen Sie auf keinen Fall die Streckübungen, sonst kommt es zu einem muskulären Ungleichgewicht in der Hand.

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